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«Truth Social» von Ex-Präsident Trump kämpft mit Problemen

Trumps «Truth Social» kämpft mit Problemen

Die geplante Fusion der Medienfirma des ehemaligen Präsidenten Donald Trump mit einem Finanzvehikel ist blockiert. Und die Investoren, die im Herbst 2021 mit der «Trump-Aktie» spekulierten, scheinen das Interesse verloren zu haben.
12.09.2022, 06:09
Renzo Ruf, Washington / ch media
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Eigentlich müsste Truth Social jubeln: Twitter, das grosse Vorbild des rechten Kurznachrichtendienstes, sieht sich derzeit an allen Ecken und Enden mit Problemen konfrontiert – so torpedieren Enthüllungen eines Whistleblowers das Verfahren, mit dem das Twitter-Management die Übernahme des Internetdienstes durch den Tech-Tausendsassa Elon Musk erzwingen will. Der entsprechende Prozess soll am 17. Oktober vor einem Wirtschaftsgericht im Bundesstaat Delaware beginnen.

Doch Truth Social, ins Leben gerufen durch den ehemaligen Präsidenten Donald Trump, kämpft ebenfalls mit grossen Schwierigkeiten. Dem Dienst, der aktuell nur in Nordamerika zur Verfügung steht, droht das Geld auszugehen. Und das Finanzvehikel, das eigentlich eine Fusion mit der Truth Social-Besitzerin Trump Media & Technology Group geplant hätte, tut sich schwer damit, seine Aktionäre bei der Stange zu halten.

FILE - In this July 24, 2021, file photo former President Donald Trump speaks to supporters at a gathering in Phoenix. The company planning to buy Donald Trump
Unter Druck: Donald TrumpBild: keystone

Damit droht eine Liquidation des börsenkotierten Vehikels mit dem sperrigen Namen Digital World Acquisition Corp. (DWAC) und eine Rückzahlung der 1.3 Milliarden Dollar, die DWAC beim Börsengang eingesammelt hatte. Konzernchef Patrick Orlando gelang es am Donnerstag zwar, eine Auflösung des Unternehmens zu verhindern. Der Unternehmer aus Florida gab nach einigem Hin und Her bekannt, dass eine Firma, die von ihm persönlich kontrolliert wird, ausreichend frisches Geld zur Verfügung gestellt habe, um das Finanzvehikel bis mindestens Jahresende am Leben zu erhalten.

Börsenaufsicht blockiert Fusion

Aber das Hauptproblem, mit dem sich DWAC und Truth Social konfrontiert sehen, ist damit noch nicht gelöst: Die Fusion der beiden Firmen liegt auf Eis, weil die Börsenaufsicht Ermittlungen eingeleitet hat. Die SEC untersucht, ob Orlando bereits vor dem Börsengang seines Vehikels im September 2021 über die Fusion mit der Trump-Medienfirma gesprochen und damit gegen die Aufsichtsregeln für Börsenvehikel verstossen habe.

Der DWAC-Chef und das Trump-Lager weisen diesen Vorwurf scharf zurück und sprechen von einer «politisch motivierten» Verzögerungstaktik der SEC. Die Investoren aber geben sich skeptisch. Nachdem die DWAC-Aktie an der Technologiebörse Nasdaq im vorigen Oktober (kurze Zeit über) für 175 Dollar gehandelt worden war, dümpelt der Kurs an der 23-Dollar-Marke.

Hinzu kommt: Truth Social, offiziell im Februar 2022 lanciert, gleicht immer noch einem virtuellen Friedhof. Selbst Aushängeschild Donald Trump bringt es nur auf etwas mehr als 4 Millionen Follower. Auf Twitter folgten dem damaligen Präsidenten gegen 89 Millionen Menschen, bis sein Konto nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington im Januar 2021 gelöscht wurde.

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Tiny Rick
12.09.2022 07:20registriert Dezember 2014
Ein weiteres Trump Unternehmen das den Bach runter geht, nichts Neues. Unglaublich wie viele Amis in ihm einen erfolgreichen Businessman sehen, bei all de gescheiterten Unterfangen
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lö_
12.09.2022 07:17registriert Juni 2018
Aber klar doch. „Politisch motiviert“
Und ein Kurssturz von 175 auf 23 Dollar, pfffh! sind doch bloss alternative Fakten. Theoretisch ist die Aktie viiiiel viiiiiel mehr wert. 🙃
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dega
12.09.2022 07:28registriert Mai 2021
OH Nein! Wie _nicht_ überraschend!
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