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Spanien: Dieses Foto soll das Zugunglück erklären

Zug-Katastrophe in Spanien: Dieses Foto soll den Tod von 43 Menschen erklären

Noch immer sind nicht alle Toten aus den Trümmern geborgen. Unterdessen verdichten sich die Hinweise auf die Ursache der Zugkatastrophe von Córdoba.
20.01.2026, 15:0620.01.2026, 15:06
Matti Hartmann / t-online
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Beamte der Spurensicherung knien an Gleisen, sie fotografieren und messen: Von der spanischen Guardia Civil veröffentlichte Aufnahmen zeigen, wie die Männer und Frauen in den weissen Schutzanzügen auf der Suche nach der Ursache für den Tod von wahrscheinlich 43 Menschen sind. Inzwischen scheinen sie eine entscheidende Spur zu haben: Auf den Bildern der Guardia Civil ist eine gebrochene Schiene zu sehen.

Beamte sammeln Beweise an den Gleisen: Dutzende Menschen starben, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge in der andalusischen Provinz Córdoba kollidierten.
Beamte sammeln Beweise an den Gleisen: Dutzende Menschen starben, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge in der andalusischen Provinz Córdoba kollidierten.Bild: Guardia Civil

Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente schliesst nicht aus, dass dieser Gleisschaden zu dem folgenschweren Unglück führte. Die weiteren Untersuchungen müssten nun klären, ob die gebrochene Schiene Ursache oder Folge des Zusammenstosses zweier Züge in der andalusischen Provinz Córdoba sei, zitierte ihn Spaniens öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft RTVE.

«Extrem ungewöhnlich»: Strecke war gerade erst renoviert worden

Gleichzeitig betonte Puente, es werde mindestens Tage oder sogar auch noch Wochen dauern, bis es belastbare Erkenntnisse gebe. Bis dahin bleibe die verhängnisvolle Kollision «schwer zu erklären». Der Unfall ereignete sich auf einem geraden Streckenabschnitt, in einem Bereich ohne Weichen oder Signale. Und, hob der Minister hervor: «Die Züge fuhren, wie festgestellt wurde, mit reduzierter Geschwindigkeit.»

Zudem sei der Streckenabschnitt jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renoviert worden. «Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall», sagte Verkehrsminister Puente.

Frontalzusammenstoss bei Adamuz

Die Tragödie hatte sich am Sonntagabend ereignet. Gegen 19.40 Uhr waren die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszuges der italienischen Eisenbahngesellschaft Trenitalia nahe der Gemeinde Adamuz bei einem Tempo von etwas mehr als 200 Kilometern pro Stunde entgleist und in das benachbarte Gleis geraten, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte. Just zu dem Zeitpunkt kam ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe mit ähnlicher Geschwindigkeit entgegen und kollidierte frontal mit den entgleisten Waggons.

Das Zugunglück in Spanien: Mehr als 40 Menschen starben.
Das Zugunglück: Mehr als 40 Menschen starben.Bild: Guardia Civil

Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, der in Madrid gestartete Renfe-Zug fuhr mit rund 200 Passagieren nach Huelva. «Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel», beschrieb eine Überlebende. «Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft, es gab Schreie, weinende Kinder, Blut.»

Leichen liegen noch in den Trümmern

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte am Unglücksort eine dreitägige Staatstrauer von Dienstag bis Donnerstag an und versprach, man werde «die Wahrheit (über die Ursache) ans Licht bringen».

Bisher wurden 41 Tote aus den Trümmern geborgen, zwei weitere Leichen haben die Sicherheitskräfte bisher noch nicht bergen können. Unter den Opfern sollen auch Deutsche sein. Das Auswärtige Amt teilte am Montagabend in Berlin mit: «Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden.»

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