International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05896300 (FILE) - An undated handout video still image posted on the website of Basque newspaper Gara, 10 January 2011 (reissued 08 April 2017) shows Basque Separatists ETA members announcing a 'permanent, verifiable ceasefire'. The Basque militant group Eta is set to begin the process of officially handing over arms to police in southern France, 08 April 2017. Eta killed more than 800 people and wounded thousands in more than 40 years of violence aimed at creating a Basque state out of territory in south-west France and northern Spain.  EPA/ALFREDO ALDAI/HANDOUT  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Im Oktober 2011 hatten die Widerstandskämpfer per Videobotschaft den Waffenstillstand verkündet. Bild: ALFREDO ALDAI/HANDOUT/EPA/KEYSTONE

Baskische Untergrund-Organisation ETA ist offiziell «entwaffnet»

Ein historischer Tag für Spanien: Die Euskadi Ta Askatasuna, kurz ETA, hat ihre letzten Waffen- und Sprengstoffverstecke in Frankreich zur Räumung preisgegeben.



Die baskische Untergrundorganisation ETA hat den französischen Behörden laut internationalen Experten eine Liste mit den Verstecken ihrer Waffenarsenale im Süden Frankreichs ausgehändigt. In letzteren sollen die restlichen Waffen und Sprengstoff der ETA lagern.

Mit der Übergabe der Liste werde die Organisation nun als entwaffnet betrachtet, sagten die Experten der «Internationalen Kommission zur Verifizierung des Waffenstillstandes» (CIV). Die Experten hatten den Auftrag, die Entwaffnung der ETA in der Stadt Bayonne im französischen Teil des Baskenlandes zu überwachen.

1959 gegründet

Die Euskadi Ta Askatasuna, kurz ETA, (baskisch für Baskenland und Freiheit) ist eine marxistisch-leninistische, separatistische baskisch-nationalistische Untergrundorganisation. Sie wurde 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gegründet und bedient sich vorwiegend terroristischer Mittel, obwohl ihr auch mehrere politische Parteien im Kampf für die baskische Autonomie zur Seite stehen.
Die Organisation verfolgt das Ziel eines von Spanien unabhängigen, sozialistisch geprägten baskischen Staates, der die spanischen autonomen Regionen Baskenland und Navarra sowie das französische Baskenland umfassen soll.
(Quelle: Wikipedia)

Zwölf Verstecke in Frankreich

Auf einer Medienkonferenz am Samstag hiess es, die CIV habe die ETA-Liste mit den Waffenlagern der französischen Polizei übergeben. Wie mit den Vorgängen vertraute Kreise der Nachrichtenagentur AFP mitteilten, handelt es sich um zwölf Verstecke im Südwesten Frankreichs.

Für Samstag war in Bayonne eine Feier zum «Tag der Entwaffnung» geplant. Die ETA hatte Mitte März angekündigt, fast 60 Jahre nach ihrer Gründung ihre Waffen bis zum 8. April vollständig abzugeben. Die ETA hatte bereits im Oktober 2011 das Ende ihres bewaffneten Kampfes verkündet, aber ihre Waffen zunächst behalten.

Am Freitag sagte der französisch-baskische Umweltaktivist «Txetx» Etcheverry allerdings, die Entwaffnung der ETA sei bereits «abgeschlossen». Dem Vernehmen nach geht es um 130 Waffen und zwei Tonnen Sprengstoff, die vor allem auf französischem Gebiet gelagert waren.

Aus dem Umfeld der baskischen Nationalisten war im Vorfeld zu hören gewesen, die Übergabe der Waffen werde «ausserhalb von Bayonne» im französischen Teil des Baskenlandes unter «gesicherten Bedingungen» stattfinden.

4000 Terroranschläge

Mit blutigen Attentaten wollte «Euskadi Ta Askatasuna» die Abspaltung des Baskenlandes von Spanien erzwingen. Seit 1968 kamen bei etwa 4000 Terroranschlägen mehr als 830 Männer, Frauen und Kinder ums Leben. 2300 Menschen wurden verletzt.

Beim letzten ETA-Anschlag wurde 2010 ein französischer Polizist getötet. 2011 erklärte die Organisation dann ihren bewaffneten Kampf für beendet. Inzwischen soll es nur noch rund 30 ETA-Mitglieder geben.

Ihr letzter Kampf gilt dem Schicksal der rund 360 Häftlinge, die wegen der ETA-Taten – teils fern der Heimat – inhaftiert sind. Die verbleibenden Aktivisten wollen für sie Hafterleichterungen, Strafnachlässe oder Entlassungen auf Bewährung erreichen.

(sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Liveticker

Karte von New York zeigt starke Ungleichheit +++ Russische Spitäler haben kaum mehr Platz

Die Coronavirus-Pandemie dauert weiter an. Alle internationalen News zu Covid-19 im Liveticker.

Artikel lesen
Link zum Artikel