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500 Flüchtlinge stürmen spanische Exklave Ceuta



epa05798717 Dozens of migrants celebrate after they managed to cross and jump the fences at the Tarajal border in Ceuta, Spain, 17 February 2017. Some 500 Sub-Saharan migrants entered the Spanish enclave of Ceuta in Africa enmass. Approximately 350 of the 500 migrants who managed to cross and jump into Spanish territory were sent to the local temporary immigrant holding center (CETI), which has passed maximum capacity. The last mass border crossing attempt occured on 09 December, when some 438 Sub-Saharan immigrants managed to enter the country.  EPA/REDUAN

Bild: EPA/EFE

Bei einem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta in Marokko ist es am Freitag etwa 500 afrikanischen Flüchtlingen gelungen, den Grenzzaun zu überwinden.

Wie marokkanische Behörden mitteilten, hatten etwa 1000 Menschen am frühen Morgen versucht, den sechs Meter hohen Doppelzaun zur spanischen Exklave zu stürmen.

An mehreren Stellen seien die Migranten, die überwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara kommen sollen, «gewaltsam und sehr organisiert» vorgegangen. Mehrere Flüchtlinge und Polizisten seien verletzt worden. Nach Angaben des Roten Kreuzes gelangten rund 500 Menschen in die spanische Exklave. 18 Menschen seien ins Spital gebracht worden.

Auf TV-Bildern örtlicher Medien waren dutzende Migranten zu sehen, die freudig durch die Strassen von Ceuta liefen. Es ist in diesem Jahr bereits das zweite Mal, dass Flüchtlinge bei einem Massenansturm versuchen, die Grenzanlagen zu stürmen. In der Neujahrsnacht war der Versuch von mehr als 1100 Menschen gescheitert, auf diesem Weg nach Europa zu gelangen.

Sechs Meter hoch und mit Stacheldraht

Der doppelte Zaun, der Ceuta vom marokkanischen Staatsgebiet trennt, ist acht Kilometer lang und sechs Meter hoch. Dazwischen erschweren ein Netz aus Stahlkabeln und rasiermesserscharfer NATO-Draht das Vorankommen, weshalb sich immer wieder Menschen dabei verletzen.

Zuletzt war es Anfang Dezember rund 400 illegalen Einwanderern gelungen, den Zaun zu überwinden. Auch damals gab es viele Verletzte, als Grenzschützer und Polizisten versuchten, die anstürmenden Menschen abzuwehren.

Einzige Landgrenzen Afrika-Europa

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe der Gebiete harren Zehntausende notleidende Afrikaner sowie mittlerweile auch Syrer aus, die auf eine Chance hoffen, in die EU zu gelangen. Die beiden spanischen Exklaven sind die einzigen Landgrenzen, die Europa mit Afrika hat.

Im vergangenen Jahr haben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bis Ende September mehr als 10'000 Menschen Spanien von Marokko aus erreicht. Regelmässig verlangen Menschenrechtsorganisationen von UNO und EU, Druck auf Spanien auszuüben, damit Flüchtlinge einen Asylantrag stellen können.

Marokko seinerseits entwickelt sich in den vergangenen Jahren von einem Transitland hin zu einem Ort, an dem immer mehr Flüchtlinge auch längerfristig bleiben. Im Dezember 2016 startete das Königreich erneut eine Kampagne, die es illegalen Flüchtlingen ermöglichen soll, ihren Status legalisieren zu lassen. (sem/sda/dpa/afp/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • ovatta 17.02.2017 13:06
    Highlight Highlight In den spanischen exklaven hätte die eu ein werkzeug, asylgesuche ordendlich und jenseits des meeres abzuwickeln!
    Es gäbe viel weniger Menschen die sich übers meer wagen und ihr leben lassen müssten!
    Selbstverständlich würde die 'solidarische' EU endlich eine vernünftige lösung zur verteilung benötigen. Zum beispiel ein büro pro land.
    Zumindest der druck aus Afrika würde damit wohl abnehmen.
    • Fabio74 18.02.2017 11:07
      Highlight Highlight Sollte aber keine EU-Lösung sondern eine europäische Lösung sein.
      Und Spanien müsste Ceuta und Melilla den Marokkanern geben aber das löst dann Kettenreaktionen aus
    • ovatta 18.02.2017 12:57
      Highlight Highlight Ja, wir gehören da auch dazu, wie das loch in der brasciadela!
  • JJ17 17.02.2017 10:25
    Highlight Highlight Die Grenzanlagen bestehen aus zwei je sechs Meter hohen Zäunen, dazwischen erschwert ein Netz aus Stahlkabeln das Vorankommen.

    Aber eine Grenzmauer zu Mexiko finden die Europäer eine unglaubliche Schande. Das nenn ich Doppelmoral...
    • Saraina 18.02.2017 12:15
      Highlight Highlight Weitere Zäune gibt es zwischen der Türkei und Griechenland, um Ungarn, und in Calais bauen die Engländer gerade einen... Genital Motors hat Recht, wir sollten nicht wegen der Mauer zwischen USA uns Mexico maulen. Allerdings ist die Mauer auch das kleinste Problem: ich habe immer noch nicht verstanden, wie er Mexico zum Bezahlen derselbigen bringt..

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