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Der Vulkan auf La Palma gibt keine Ruhe – und steuert auf einen neuen Ort zu

Seit mehr als zwei Monaten spuckt der Vulkan auf La Palma Lava und Asche. Tausende Häuser und Schulen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ein Ende des Ausbruchs ist noch immer nicht absehbar.
30.11.2021, 19:51

Vor mehr als 10 Wochen brach der Vulkan auf der spanischen Insel La Palma aus. Nun bedroht ein neuer Lavastrom den bisher verschonten Ort La Laguna.

Bild: keystone

«Das ist nicht wie ein Feuer. Es nützt nichts, Wasser darauf zu giessen oder Barrieren zu errichten. Man kann Mutter Natur nicht bekämpfen. Irgendwann muss das aufhören», sagt der Feuerwehrmann Francisco Soriano García zur Onlinezeitung «El Español».

«Es ist eine Sache, den Vulkan im Fernsehen zu sehen und eine andere, sich vor Ort zu befinden, sich der Grösse des Vulkans bewusst zu sein und zu sehen, wie nah der Lavastrom von den Häusern entfernt ist», so Soriano.

bild: Gobierno de Canarias

Im Gespräch erwähnt Soriano immer wieder, dass es nun mehr als 10 Wochen her ist, seit der Vulkan aktiv ist. Seine Kollegen seien sehr müde. Die Freiwilligenhelfer der Feuerwehrwache seien 24 Stunden, sieben Tage die Woche im Einsatz. Die allgemeine Stimmung sei frustrierend.

Bild: keystone

Soriano ist in einem Wohngebiet im Einsatz, von dem die Lava nur 20 Meter entfernt ist. Die Leute können dort nur beten, dass die Lava ihre Häuser nicht erreicht, so der Feuerwehrmann.

Bild: keystone

Neuer Lavastrom

Doch ein Ende ist nicht in Sicht. Es könnte gar noch schlimmer werden. Derzeit fliesst eine neue Lavamasse aus einem neuen Schlund am Gebirgszug Cumbre Vieja und ist noch circa eineinhalb Kilometer von der Stadt La Laguna entfernt, wie der spanische TV Sender RTVE berichtet.

Die rund 1200 Bewohner von La Laguna mussten im Oktober schon einmal ihre Häuser verlassen.

Noch ist unklar, ob der Lavastrom genügend «Schubkraft» hat, um sich weiter in Richtung der Stadt zu bewegen, sagt der Vulkanexperte Miguel Ángel Morcuende. Er vermutet, dass der Lavastrom bald zum Stillstand komme.

Noch kein Ende in Sicht

Ein Ende der Eruption ist gemäss Prognosen aber noch nicht absehbar. «Wir werden wohl den 84-tägigen Ausbruch des Tehuya Vulkans, den längsten Ausbruch auf der Insel in den letzten 500 Jahren, übertreffen», sagte der Vulkanexperte Francisco Prieto.

Zu dieser Annahme kommt Prieto aufgrund des Schwefeldioxidausstosses (SO2), welcher aufgrund des neuen Lavastroms rasant in die Höhe geschnellt sei. Dies lasse darauf schliessen, dass die Eruption noch einige Zeit andauern wird.

Seit dem Ausbruch am 19. September 2021 soll der Vulkan nach Angaben der kanarischen Regierung knapp 3000 Gebäude zerstört oder beschädigt haben. Insgesamt waren 1115 Hektar von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Dies entspricht einer Fläche von mehr als 1500 Fussballfeldern. Mehr als 7000 Menschen mussten evakuiert werden.

Die bisherige Schadensumme des Vulkanausbruchs wird derzeit auf 900 Millionen Franken geschätzt. Die spanische Regierung hat knapp 11 Millionen Franken Hilfsgelder für diejenigen Insulanerinnen und Insulaner bereitgestellt, die ihre Häuser verlassen mussten.

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Furcht vor giftigen Gasen in La Palma – Lava aus Vulkan ergiesst sich ins Meer

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