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Darum geht der UNO-Klimagipfel in Madrid in Verlängerung

epa08069275 People attend a march organized by the Fridays for Future international movement of school students during the UN Climate Change Conference COP25 held in Madrid, Spain, 13 December 2019.
Demonstranten am Freitag an der UNO-Klimakonferenz in Madrid, Spanien.Bild: EPA

Darum geht der UNO-Klimagipfel in Madrid in Verlängerung

13.12.2019, 18:58
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Dringende Appelle und Proteste für mehr Klimaschutz haben die Schlussphase der Weltklimakonferenz in Madrid begleitet - aber eine Einigung der fast 200 Staaten war am Freitag noch nicht absehbar. Nach knapp zweiwöchigen Verhandlungen war klar, dass der Gipfel sich in den Samstag hinein ziehen würde.

Am Freitag um 18.00 Uhr, dem Zeitpunkt, zu dem die Konferenz nach fast zwei Wochen hätte enden sollen, war die Abschlusssitzung im Plenum für 21.00 Uhr angesetzt. Sie könnte aber noch mehrmals verschoben werden.

Umweltschützer und mehrere Staaten riefen zum Handeln auf und prangerten Blockaden einiger Länder an. Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat den Klimagipfel aber schon vor seinem Ende abgeschrieben. Die Gründerin, die Schwedin Greta Thunberg, sagte, politische Entscheidungsträger versuchten immer noch, vor ihrer Verantwortung davonzulaufen. «Wir müssen dafür sorgen, dass sie das nicht tun können.»

Thunberg rief dazu auf, das Jahr 2020 zu einem «Jahr des Handelns» gegen den Klimawandel zu machen. Vor den vorwiegend jungen Teilnehmern einer «Fridays for Future»-Demonstration im italienischen Turin sagte Thunberg am Freitag, das neue Jahrzehnt werde «unsere Zukunft definieren». Den bei der Uno-Klimakonferenz in Madrid versammelten politischen Entscheidungsträgern warf die 16-Jährige vor, «vor ihrer Verantwortung davonzulaufen».

Es sei nicht gerecht, dass «die alten Generationen die Verantwortung für die Lösung» der Klimakrise den jungen Menschen übertrügen, «die diese Krise nicht ausgelöst haben», sagte Thunberg.

Verhandelt wurde am Freitag noch über alle wichtigen Punkte: Die Abschlusserklärung, Geld für Klimaschäden in ärmeren Ländern und Regeln für den Handel mit Klimaschutz-Gutschriften. Am Nachmittag wurde in einer Plenarsitzung deutlich, dass die Forderungen der Staaten noch weit auseinander lagen. Konferenzpräsidentin Carolina Schmidt, die chilenische Umweltministerin, mahnte: «Die Welt schaut auf uns.» Einige Verhandler hofften, dass die Einigung der EU-Staaten auf das Ziel, 2050 klimaneutral zu sein, neuen Schwung bringt.

Desaster erwartet

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich entsetzt über die Entwürfe für Beschlüsse, die in der Nacht erarbeitet worden waren. Es werde sich zeigen, «ob die Klimakonferenz ein komplettes Desaster wird», sagte sie. Ein Vertreter Costa Ricas benannte Brasilien, Australien und die USA als Staaten, die in den Verhandlungen bremsten. Auch Saudi-Arabien wurde häufig genannt.

Ein Staatenbündnis für ehrgeizigen Klimaschutz prangerte die Blockadehaltung an. «Wir wissen, was getan werden muss», sagte Simon Stiell, ein Vertreter der Regierung der Karibikinsel Grenada. «Aber es gibt einige wenige Stimmen, die die Agenda der vielen diktieren.»

Auch bei der Klimaschutzbewegung Fridays for Future war die Enttäuschung schon vor dem offiziellen Ende gross. Der Gipfel habe nichts anderes erreicht, «als nach Schlupflöchern zu suchen», teilten die jungen Aktivisten in Madrid mit. Mehr als 150 demonstrierten tanzend und singend im Konferenzzentrum, bevor sie sich aus Protest für ein Sit-in auf den Boden setzten.

Grundsätzlich geht es bei den Uno-Verhandlungen um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015, in dem sich fast 200 Staaten das Ziel gesetzt haben, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, möglichst sogar auf 1.5 Grad.

Dazu ist es Wissenschaftlern zufolge notwendig, dass der Ausstoss von Treibhausgasen - vor allem Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas - schnell und deutlich zurückgeht. Bisher steigen die Emissionen weltweit aber, auch für 2019 wird wieder ein Plus vorausgesagt. (sda/dpa/afp)

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