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Spanien

Russisches Schiff gesunken – möglicherweise mit Atom-Reaktoren an Bord

Auf einem Foto der portugiesischen Luftwaffe ist die «Ursa Major» zu sehen, als das russische Schiff im Dezember 2024 durch portugiesische Gewässer fuhr.
Auf einem Foto der portugiesischen Luftwaffe ist die «Ursa Major» zu sehen, als das russische Schiff im Dezember 2024 durch portugiesische Gewässer fuhr. bild: Portugiesische Luftwaffe

Russisches Schiff gesunken – wohl mit Atom-Reaktoren für Nordkorea an Bord

Vor der Küste Spaniens sank im Dezember 2024 ein russisches Frachtschiff unter ungeklärten Umständen. Eine CNN-Untersuchung legt nahe, dass es zwei Atom-Reaktoren für U-Boote an Bord hatte – möglicherweise als Lieferung für Nordkorea.
12.05.2026, 19:5212.05.2026, 20:45

Laut CNN, das den Fall über Monate hinweg investigativ aufgearbeitet hat, explodierte die «Ursa Major» am 23. Dezember 2024 rund 100 Kilometer vor der spanischen Mittelmeerküste und versank anschliessend. Zwei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Die Umstände des Untergangs sind bis heute nicht vollständig geklärt.

Der russische Kapitän Igor Anisimow sagte spanischen Ermittlern, das Schiff habe «Komponenten von zwei Atom-Reaktoren, ähnlich jenen in U-Booten» transportiert. Er gab an, nicht sicher zu sein, ob diese mit Kernbrennstoff beladen waren. Laut dem CNN-Bericht glaubte er zudem, das Schiff hätte ursprünglich den nordkoreanischen Hafen Rason anlaufen sollen.

Offizielles Manifest und die Realität

Das öffentliche Frachtmanifest der «Ursa Major» listete lediglich zwei grosse «Kanaldeckel», 129 leere Schiffscontainer sowie zwei Liebherr-Kräne als Ladung. Das Schiff war offiziell auf dem Weg von St. Petersburg nach Wladiwostok – beide Häfen liegen in Russland, und zwischen ihnen besteht ein ausgedehntes Schienennetz. Die spanischen Ermittler befanden diese Route für wenig plausibel.

Zwei russische Militärschiffe begleiteten die «Ursa Major» durch portugiesische Gewässer, zogen sich aber kurz vor dem spanischen Seegebiet zurück. Nachdem das Schiff in Seenot geraten war und die spanische Seerettung eingetroffen war, forderte das russische Begleitschiff «Ivan Gren» die Umgebung auf, einen Abstand von zwei Seemeilen einzuhalten, und verlangte die sofortige Rückgabe der geretteten Besatzung. Kurz darauf wurden vier weitere Explosionen registriert – und die «Ursa Major» versank.

US-Atombomber-Spürflugzeuge über dem Wrack

Die Geheimnisse um den Untergang wurden in den Monaten danach noch tiefer. Das russische Schiff «Yantar», das von der NATO als Spionageschiff eingestuft wird, verbrachte eine Woche über dem Wrack. Dabei wurden vier weitere Explosionen registriert, die möglicherweise auf Reste der Ladung auf dem Meeresgrund zielten.

Zudem flog das US-Militär zweimal einen sogenannten «Nuke-Sniffer» über die Unglücksstelle – ein seltenes Spezialflugzeug vom Typ WC-135, das zur Erkennung nuklearer Aktivität eingesetzt wird. Ein Sprecher des zuständigen US-Stützpunkts in Nebraska bestätigte gegenüber CNN die grundsätzliche Funktion des Flugzeugs, machte aber keine Angaben zu konkreten Befunden.

Kein Zugang zum Wrack, keine Antworten

Das Wrack liegt in rund 2500 Metern Tiefe vor der spanischen Küste. Die spanische Regierung erklärte, eine Bergung des Datenrekorders sei ohne erhebliche technische Mittel nicht möglich. Experten haben diese Einschätzung in Frage gestellt. Welche Erkenntnisse die Ermittler tatsächlich haben und welche sie zurückhalten, ist unklar.

Die spanische Regierung äusserte sich erst auf Druck von Parlamentariern öffentlich zu dem Vorfall – und auch dann nur knapp. Mehrere westliche Sicherheits- und Geheimdienstvertreter bezeichneten den Fall gegenüber CNN als «seltsam», lieferten aber keine alternative Erklärung für die Explosionen und die ungewöhnliche russische Reaktion auf den Untergang des Schiffes. (mke)

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