DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Spanien warnt Marokko nach Migranten-Krise in Ceuta vor «Erpressung»



Moroccan youth run for cover as they clash with Moroccan security forces while trying to cross to the Spanish enclave of Ceuta, in Fnideq, Morocco, on Wednesday, May 19, 2021. Spain's north African enclave of Ceuta has awakened to a humanitarian crisis after thousands of migrants who crossed over from Morocco spent the night sleeping where they could find shelter. (AP Photo/Mosa'ab Elshamy)

Tausende Migranten kommen in Ceuta an. Bild: keystone

Nach der schweren Migranten-Krise in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta hat die Madrider Verteidigungsministerin Margarita Robles die Regierung von Marokko der «Erpressung» beschuldigt.

«Wir werden nicht die geringste Erpressung oder die Infragestellung der territorialen Integrität (Spaniens) akzeptieren», sagte Robles am Donnerstag im Interview des Radiosenders RNE. «Mit Spanien ist nicht zu spassen», warnte sie Rabat. Die Lage in Ceuta hatte sich unterdessen am Donnerstag nach einer deutlichen Beruhigung am Mittwoch weitgehend normalisiert.

Am Montag und Dienstag war innerhalb von 36 Stunden die Rekordzahl von mehr als 8000 Menschen, darunter knapp 2000 Minderjährige, von Marokko aus in Ceuta und damit in EU-Territorium eingedrungen. Bis Mittwochabend waren aber bereits rund 5600 dieser Migranten wieder nach Marokko zurückgeschickt worden. In Spanien ist man davon überzeugt, dass Rabat die Grenzkontrollen gelockert oder gar ausgesetzt hatte, um die linke Regierung in Madrid im Streit um die Konfliktregion Westsahara unter Druck zu setzen.

Robles sprach von einer «Aggression gegen Spanien und die EU». Sie warf Rabat unter anderem vor, gegen internationales Recht zu verstossen und bei der Aktion Jugendliche und auch Kinder missbraucht zu haben, «um Politik zu machen». Sie hoffe nun, dass Marokko «die Lehren aus der schnellen Reaktion der spanischen Behörden ziehen» werde. Man betrachte Marokko zwar als Freund, werde aber «alle notwendigen Mittel einsetzen, um die territoriale Integrität zu gewährleisten und die Grenzen zu schützen».

Die Westsahara war bis 1975 spanische Kolonie. Rabat beansprucht grosse Teile des dünn besiedelten Gebiets an der Nordatlantikküste und ist erzürnt, weil der Chef der dortigen Unabhängigkeitsbewegung Polisario, Brahim Ghali, seit Mitte April in einem Krankenhaus in Logroño in der spanischen Region La Rioja behandelt wird. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez betonte vor einigen Tagen, Ghali sei «aus rein humanitären Gründen aufgenommen» worden. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

500 Migranten aus Afrika stürmen Ceuta

1 / 28
500 Migranten aus Afrika stürmen Ceuta
quelle: epa/efe / reduan
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Madrid wählt – und könnte einen Kurswechsel in Spanien einläuten

Rund 5.1 Millionen Bewohner der spanischen Hauptstadtregion Madrid waren am Dienstag zu einer Regionalwahl aufgerufen, bei der die Rechte des Landes auf einen Sieg hoffen konnte.

Die Regionalregierungschefin Isabel Díaz Ayuso von der konservativen Volkspartei (PP) steuerte Umfragen zufolge auf etwa 40 Prozent und damit fast auf eine Verdoppelung ihres Stimmenanteils von 2019 zu. Zusammen mit PP-Chef Pablo Casado rief sie die Abstimmung zum «Beginn des Endes» der linken Regierung von …

Artikel lesen
Link zum Artikel