Hochrangiger Mönch in Sri Lanka wegen mutmasslicher Vergewaltigung verhaftet
Der Venerable Pallegama Hemarathana Thero bekleidet eine der angesehensten Positionen in der buddhistischen Welt: Er ist oberster Hüter von acht heiligen Stätten in Sri Lanka. Am Samstag wurde er in einem Privatspital in Colombo verhaftet, wo er sich in Behandlung befand. Ein Richter ordnete seine Überführung in das Gefängniskrankenhaus von Colombo an und erliess zudem ein Ausreiseverbot.
Auslöser der Verhaftung war eine Eingabe der nationalen Kinderschutzbehörde des Landes. Diese hatte die Polizei zuvor öffentlich kritisiert, weil sie den Mönch trotz seiner Nennung als Tatverdächtiger nicht festgenommen hatte. Pallegama Hemarathana hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäussert. Am 12. Mai muss er vor Gericht erscheinen.
Mutter des Opfers ebenfalls verhaftet
Gleichzeitig wurde auch die Mutter des mutmasslichen Opfers festgenommen. Sie wird beschuldigt, den Missbrauch ermöglicht und gedeckt zu haben, und befindet sich ebenfalls in Untersuchungshaft.
Die Verhaftung eines buddhistischen Mönchs ist in Sri Lanka ein aussergewöhnlicher Vorgang – die Verhaftung eines derart hochrangigen Würdenträgers erst recht. Buddhistische Mönche geniessen in Sri Lanka erheblichen gesellschaftlichen Respekt und politischen Einfluss. Dass die Justiz in einem solchen Fall durchgreift, wird von Beobachtern als ungewöhnliches Signal gewertet. (mke)
