International
Südamerika

Wegen Dürre: Weniger Schiffspassagen am Panamakanal

Seit den 50er-Jahren noch nie so wenig Regen: Weniger Schiffspassagen am Panamakanal

01.11.2023, 04:13
Mehr «International»
FILE - A Panama Canal worker docks the Chinese container ship Cosco at the Panama Canals' Cocoli Locks, in Panama City on Dec. 3, 2018. China's Belt and Road initiative has built power plant ...
Ein Frachtschiff im Panamakanal (Archivbild).Bild: keystone

Angesichts des Niedrigwassers im Panamakanal soll der Schiffsverkehr durch die wichtige Wasserstrasse weiter reduziert werden. Bis Februar kommenden Jahres werde die Zahl der buchbaren Schiffspassagen schrittweise von zuletzt 30 auf 18 pro Tag gesenkt, teilte die Kanalverwaltung am Dienstag (Ortszeit) mit. Seit 1950 habe es im Oktober noch nie so wenig geregnet wie in diesem Jahr. Noch bis Jahresende sei mit geringen Niederschlägen zu rechnen.

«Trotz aller getroffenen Massnahmen ist der Pegel des Gatún-Sees auf ein für diese Jahreszeit noch nie dagewesenes Niveau weiter gesunken», teilte die Panamakanal-Behörde mit. Nicht nur die Zahl der Schiffspassagen wurde in den vergangenen Monaten reduziert. Auch der maximale Tiefgang, mit dem Schiffe den Kanal passieren dürfen, war gesenkt worden.

Wie das Energieministerium der Vereinigten Staaten schreibt, führen die Verzögerungen am Panamakanal dazu, dass die Schifffahrtsraten für grosse Gastanker durch den Panamakanal derzeit Rekordhöhen erreichen. Das wiederum treibt die Kosten für den Transport von Flüssiggas aus den Vereinigten Staaten in die Höhe.

Der rund 80 Kilometer lange Kanal verbindet in Mittelamerika den Atlantik mit dem Pazifik. Pro Jahr passieren in normalen Zeiten etwa 14'000 Schiffe die Wasserstrasse. Etwa sechs Prozent des Welthandels werden durch ihn abgewickelt. In den vergangenen Monaten liessen weniger Regen und höhere Temperaturen den Wasserstand im künstlichen Gatún-See im Panamakanal sinken, was Auswirkungen auf den Betrieb hat.

Der Panamakanal beginnt in Colón im Norden von Panama und endet nahe Panama-Stadt im Süden. Nach der Eröffnung des erweiterten Kanals 2016 verfügt die Wasserstrasse über drei Schleusensysteme, über die die Schiffe auf das Niveau des 28 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Gatún-Sees gehoben und später wieder gesenkt werden. Seit dem Ausbau des Kanals können auch grosse Tanker und Frachter mit bis zu 14'000 Containern durch die Wasserstrasse geschleust werden. (lak/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
«Dort stellen Behörden keine Fragen»: So gelangt illegales Gold aus Afrika in die Schweiz
Eine neue Studie zeigt das Ausmass der illegalen Goldproduktion auf dem Kontinent auf. Das Gold wird hauptsächlich in Dubai in den legalen Kreislauf geschleust – und landet womöglich so auch in der Schweiz.

Jeden Tag wird mehr als eine Tonne Gold aus dem afrikanischen Kontinent geschmuggelt. Im Jahr 2022 waren es insgesamt mindestens 435 Tonnen, wie die Nichtregierungsorganisation Swissaid in einer neuen Studie errechnet hat. Sie hat dazu 54 afrikanische Länder untersucht und erstmals das Ausmass des Goldschmuggels beziffert. Dieses Gold hat mit dem aktuellen Goldpreis einen Wert von 31 Milliarden Dollar.

Zur Story