International
Südamerika

Venezuela: Kolumbiens Präsident weist Trump-Drohungen zurück

epa12617571 Colombian President Gustavo Petro speaks at a military promotion ceremony in Bogota, Colombia, 29 December 2025. The Colombian government announced a 23.7 percent increase in the minimum w ...
Gustavo Petro ist seit August 2022 der Präsident von Kolumbien.Bild: keystone

«Illegitime Drohung»: Jetzt schiesst Kolumbiens Präsident gegen Trump zurück

05.01.2026, 10:2105.01.2026, 15:25

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat scharf auf die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump reagiert. Die Äusserungen seien eine «illegitime Drohung», er werde sie genau prüfen, schrieb Petro auf X.

Sollte gegen ihn selbst vorgegangen werden, warnte Petro vor schweren Folgen. «Sollten sie den Präsidenten festnehmen, den ein Grossteil meines Volkes schätzt und respektiert, werden sie den Volksjaguar entfesseln.» Damit dürfte Petro den Zorn des Volkes meinen – der Jaguar, die grösste Raubkatze Südamerikas, ist in den Regenwäldern des Landes beheimatet.

Zugleich rief der Staatschef die Sicherheitskräfte zur Loyalität auf. «Jeder Soldat in Kolumbien hat ab sofort einen Befehl: Jeder Kommandant der Sicherheitskräfte, der die Flagge der USA der Flagge Kolumbiens vorzieht, wird auf Befehl der Basis, der Truppe und mir sofort aus der Institution entlassen.» Er habe Vertrauen in sein Volk: «Der Befehl an die Sicherheitskräfte lautet, nicht auf das Volk zu schiessen, sondern auf den Angreifer.»

So reden die beiden Präsidenten übereinander

Video: watson/lucas zollinger

Trump: Kolumbien von «krankem Mann» regiert

Trump hatte Kolumbien zuvor scharf attackiert. Der Republikaner sagte, das Land werde von einem «kranken Mann» regiert, der es liebe, «Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen». Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: «Das klingt für mich gut.»

Colombia's President Gustavo Petro speaks at a ceremony marking the ninth anniversary of the signing of a peace deal between the state and the Revolutionary Armed Forces of Colombia (FARC), in Bo ...
Gustavo Petro dementiert, dass Kolumbien zu wenig gegen den Drogenhandel unternehme.Bild: keystone

Petro wies Vorwürfe zurück, Kolumbien unternehme zu wenig gegen den Drogenhandel. Er verwies etwa auf grosse Kokainbeschlagnahmen und Einsätze gegen bewaffnete Gruppen. «Ich bin weder illegitim noch ein Drogenhändler», schrieb er auf X.

Die USA hatten in der Nacht auf Samstag eine Reihe von Zielen in Venezuela angegriffen, Staatschef Nicolás Maduro gefangen genommen und ihn ausser Landes gebracht. Ihm soll in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Kolumbien ist ein Nachbarstaat von Venezuela in Südamerika und gilt als wichtiger Produktionsstandort für Kokain. (sda/dpa)

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Die Venezuela-Krise im Januar 2019
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Die Venezuela-Krise im Januar 2019
In ganz Venezuela protestiert das Volk gegen das Maduro-Regime.
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US-Angriff auf Venezuela
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71 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lohner
05.01.2026 10:42registriert August 2025
Was sich da gerade abspielt, macht mir grosse Angst - und alle Staaten schauen einfach zu und lassen die 🍊 gewähren.
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Gurgelhals
05.01.2026 10:41registriert Mai 2015
Kommt halt davon, wenn man einen geisteskranken Reality TV-Host als Präsidenten hat. Das White House Press Corps – so berufsethisch kaputt und verantwortungslos wie dessen Vertreter sind – feuert ihn ja an diesen "Sessions" im Oval Office oder auf der AirForce One mit diesen Suggestivfragen ja jeweils regelrecht an, möglichst krasse Statements zu machen. Und weil der Typ halt komplett nach der Showman-Logik funktioniert, kommen dann halt solche Sachen dabei heraus.
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RicoH
05.01.2026 10:51registriert Mai 2019
Falls Trump wirklich daran denkt, Kolumbien anzugreifen und nicht nur darauf bedacht ist, von den Epstein Files abzulenken, dann wird die USA zukünftig mit Kokain überschwemmt – neben allen Folgen, die ein unkontrollierter Machtwechsel mit sich bringt.
Ich denke nicht, dass sich Trump der Konsequenzen bewusst ist. Er ist aktiv daran, sich sein Grab zu schaufeln, was eine gute Nachricht ist.
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