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Syrien

Mindestens 42 Tote bei Luftangriffen auf Moschee im Norden Syriens

epa04297786 A handout picture made available on 04 July 2014 by Syrian Arab news agency (SANA) shows smoke and dust rising from an explosion during demolition of tunnels in Jouber area in rural Damasc ...
Symbolbild.Bild: EPA/SANA

Mindestens 42 Tote bei Luftangriffen auf Moschee im Norden Syriens

16.03.2017, 20:4817.03.2017, 09:29

Bei mehreren Luftangriffen auf eine Moschee im Norden Syriens sind am Donnerstag nach Angaben von Aktivisten mindestens 42 Menschen getötet worden. Über 100 Personen wurden verletzt.

Bei den meisten Opfern handle es sich um Zivilpersonen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstagabend mit. Viele Personen lägen noch unter den Trümmern des Gebäudes.

Getroffen wurde eine Moschee in dem von Rebellen kontrollierten Ort al-Dschinnah westlich von Aleppo, während dort Gläubige zum Abendgebet zusammengekommen waren. Aktivisten berichteten, es seien etwa 300 Menschen in der Moschee gewesen.

Bilder zeigten Leichen auf dem Boden des Gebäudes. In der Region sind zahlreiche Vertriebene untergekommen, die im vergangenen Jahr aus dem heftig umkämpften Aleppos geflohen war. Das Dorf al-Dschinnah ist unter der Kontrolle von Rebellen und islamistischen Gruppen, dschihadistische Terrorgruppen sind dort jedoch nicht präsent.

Unklar war, wer für den Angriff verantwortlich ist. In der Region fliegen regelmässig Jets der syrischen und russischen Luftwaffe Angriffe. Sie bekämpfen dort bewaffnete Gegner der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Auch die US-geführte internationale Koalition greift in Syrien immer wieder extremistische Gruppen an. Dazu zählt die al-Kaida-nahe Miliz Tahrir-al-Scham-Front (Ex-al-Nusra-Front), die im Norden und Nordwesten Syriens Stellungen hat. Seit Anfang des Jahre sind bei Luftschlägen Dutzende Anführer der Gruppe getötet worden.

Von Protesten zu Krieg

Im Bürgerkriegsland Syrien gilt eigentlich seit Ende Dezember eine Waffenruhe. Trotzdem kommt es immer wieder zu Luftangriffen gegen Rebellen. Ausgenommen von der Waffenruhe sind neben der Tahrir-al-Scham-Front auch die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS»).

Die Opposition war in dieser Woche neuen Verhandlungen über eine Stärkung der Waffenruhe in der kasachischen Hauptstadt Astana ferngeblieben. Sie protestierte damit gegen Verstösse gegen die Feuerpause, die sie der Regierung und ihrem Verbündeten Russland vorwerfen.

Erst am Mittwoch waren in der von Rebellen kontrollierten Stadt Idlib im Nordwesten Syriens bei einem Luftangriff 26 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 Kinder. Die Menschenrechtsbeobachter gingen davon aus, dass dafür russische Flugzeuge verantwortlich waren.

Der Syrien-Konflikt hatte sich in dieser Woche zum sechsten Mal gejährt. Er war im März 2011 mit Protesten gegen die autoritäre Regierung ausgebrochen. In dem Bürgerkrieg sind mindestens 400'000 Menschen ums Leben gekommen. (sda/dpa/afp)

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