DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Palästinenser und syrische Armee verbünden sich in Jarmuk gegen IS

09.04.2015, 19:38

Bewaffnete Palästinensergruppen und die syrische Armee wollen im Flüchtlingslager Jarmuk bei Damaskus gemeinsam eine Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) starten.

Es sei vereinbart worden, ein gemeinsames Kommandozentrum einzurichten, sagte der PLO-Vertreter Ahmed Madschdalani am Donnerstag nach Beratungen mit palästinensischen Milizen in Damaskus.

Nach Angaben der PLO wollen sich 14 Palästinensergruppen der Allianz anschliessen. Die Gruppe Aknaf Beit al-Makdis, die der palästinensischen Hamas-Bewegung nahesteht und mit der syrischen Regierung verfeindet ist, nahm nicht an den Beratungen in der syrischen Hauptstadt teil.

Der Eingang ins Flüchtlingslager Jarmuk.
Der Eingang ins Flüchtlingslager Jarmuk.Bild: YOUSSEF BADAWI/EPA/KEYSTONE

Madschdalani betonte, bei dem Militäreinsatz müsse der Schutz von Zivilisten in dem Camp Vorrang haben. Zudem müsse eine weitere Zerstörung der Infrastruktur in dem umkämpften Lager verhindert werden.

Die IS-Miliz hatte Jarmuk in der vergangenen Woche angegriffen. Die sunnitischen Fanatiker nahmen den Grossteil des Viertels im Süden von Damaskus ein, das aus einem palästinensischen Flüchtlingslager hervorgegangen ist.

Regierung bereitet sich auf Militäreinsatz vor

Zuvor hatte am Mittwoch der syrische Minister für nationale Versöhnung, Ali Haidar, erklärt, seine Regierung bereite sich auf einen Militäreinsatz vor, um die Dschihadisten aus Jarmuk zu vertreiben.

«Unter den jetzigen Umständen ist eine militärische Lösung nötig», fügte er nach einem Treffen mit einem Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) hinzu. Wann der Einsatz beginnen könnte, sagte er nicht.

Seit Ende 2012 wird Jarmuk von Kämpfen zwischen Rebellen, Regierungstruppen und palästinensischen Gruppen erschüttert. Die meisten Palästinensergruppen in Jarmuk lehnen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ab.

In dem Stadtteil lebten zuletzt noch rund 18'000 der einst 160'000 Menschen. Die PLO hatte in den vergangenen Tagen die Flucht von 2000 Menschen organisieren können. Seit dem Beginn der Kämpfe mit den Dschihadisten gelangten aber keinerlei Hilfslieferungen mehr in das Viertel.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verlangte am Donnerstag einen «sofortigen Zugang zum Flüchtlingslager», um den notleidenden Menschen Hilfe zukommen zu lassen. Die Lage in Jarmuk sei «alarmierend» und verschärfe sich von Tag zu Tag, hiess es. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Diese neue Taktik der Ukrainer löst Panik bei den Russen aus
Mit einer neuen Taktik verunsichern die Ukrainer die russischen Invasoren. So funktioniert sie.

Seit Mittwoch kursiert im Internet ein Video, das zeigen soll, wie russische Soldaten kapitulieren. Auf ihren Panzer haben sie weisse Fahnen gebunden und sie fahren in ein Feld, wo ein gutes Dutzend ukrainische Kämpfer auf sie wartet. Die Russen bringen ihr Gefährt zum Stillstand und ergeben sich widerstandslos.

Zur Story