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Timmy hat alle Experten überrascht, doch Biologe sieht wenig Hoffnung

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Helferinnen und Helfer versuchen aktuell, Timmy mehr Platz unter Wasser zu verschaffen.Bild: www.imago-images.de

«Hat alle Experten überrascht» – trotzdem zieht Biologe im Fall Timmy traurigen Schluss

22.04.2026, 14:1222.04.2026, 14:12

Der auf den Namen Timmy getaufte Buckelwal steckt weiterhin in der Ostsee fest. Helferinnen und Helfer versuchen, den Wal so gut wie möglich vor dem sinkenden Wasserspiegel zu retten. Ragt Timmy zu weit aus dem Wasser, wird das Gewicht auf seine Organe zu gross.

Dafür hat das Rettungsteam nun einen Bagger auf einem Ponton zum Wal gebracht. Damit soll mittels Rohren Sand unter dem Tier weggespült werden, damit er wieder weniger hoch im Wasser zu liegen kommt. Der deutsche Biologe und Wal-Experte Fabian Ritter findet in der «Bild» nun deutliche Worte:

«Im Moment müsste gar nichts getan werden, ausser die Finger wegzulassen, von dem Wal.»
Fabian Ritter

Er ist überzeugt, dass Timmy diese Position absichtlich einnimmt: «Der Fakt ist, dass er sich zum fünften Mal eine solche Position aussucht. Das macht er bewusst.» So bleibe er an der Oberfläche und könne weiter atmen.

Experten überrascht

Die aktuellen Bilder des Wals zeigen, dass die letzten Wochen ihre Spuren hinterlassen haben. Die Haut des Tieres ist verfärbt und hat sich teilweise abgelöst. Dass Timmy weiterhin überlebt, habe laut Ritter «alle Experten überrascht».

KEYPIX - 01.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Weitendorf-Hof: Ein Boot der Wasserschutzpolizei ist an der Sperrzone rund um den Buckelwal, der am Nachmittag noch immer vor der Insel Poel festsitzt, im  ...
Der Buckelwal liegt seit Wochen in der Ostsee auf Grund.Bild: keystone

Dennoch schätzt der Wal-Experte Timmys Überlebenschancen als gering ein: «Ich sehe im Moment einen apathischen, sich quälenden Wal, der sich durchstreckt und krümmt», sagt Ritter zur deutschen Zeitung. Auch der deutsche Naturschutzbund (Nabu) zieht aktuell einen traurigen Schluss:

«Zu geschwächt und krank scheint der Buckelwal, zu lang sein Leiden, zu auffällig die wiederholten Strandungen. Durch den nachvollziehbaren Drang der Menschen, dem Wal zu helfen, droht das Wohl des Tieres verloren zu gehen.»
Pressemitteilung Nabu

Vor Ort gehen die Arbeiten derweil weiter. Immer wieder fahren Boote zu Timmy, um Taucher oder Material vor Ort abzusetzen.

Niedrigwasser bleibt Problem

Doch das Niedrigwasser bleibt ein Problem. Messdaten des deutschen Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie zeigen am Mittwochmittag, dass der Wasserstand aktuell etwa 10 Zentimeter unter dem normalen Niveau liege.

Wasserstand vor der Insel Poel in der Ostsee: Timmy blickt schwierigen Zeiten entgegen.
Bis Mittwochnachmittag sinkt der Wasserpegel weiter, doch in den nächsten 24 Stunden bessert sich die Lage.Bild: BSH

Aktuell sinkt dieser aber wieder. Das Bundesamt rechnet damit, dass gegen 18 Uhr mit 20 Zentimetern unter dem Normalpegel ein Tiefstand erreicht wird. Schafft es Timmy durch diesen Tiefpunkt, gibt es kurzfristig Hoffnung: Am Donnerstagmittag soll der Pegel wieder etwa auf 20 Zentimetern über dem Normalpegel zu liegen kommen. Das Wasser steigt im Vergleich zum Mittwochmittag also um fast 40 Zentimeter.

Sender am Wal angebracht

Der Wal war – nachdem er drei Wochen an einer Stelle gelegen hatte – am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Von Booten aus war versucht worden, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das vermutlich erschöpfte Tier aber am Übergang der Bucht namens Kirchsee in die Wismarbucht, wo deutlich tieferes Fahrwasser Richtung Ostsee führt.

Inzwischen wurde laut des Umweltministers des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, ein Sender am Tier angebracht – falls es sich also doch befreien und davonschwimmen sollte, könnte sein Weg verfolgt werden. (leo mit Material der sda und dpa)

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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mocking Bert
22.04.2026 14:58registriert Februar 2022
Ist ja ein armes Tier. Aber:

"Hier sind die Fakten zur Waljagd und zum Beifang:
Direkter Walfang: Jährlich werden etwa 1.500 Wale durch Walfang (hauptsächlich Norwegen, Island, Japan) getötet. Das entspricht im Durchschnitt etwa 4 bis 5 Tieren pro Tag.
Beifang (größtes Problem): Weitaus mehr Tiere sterben als „Beifang“ in Fischernetzen. Schätzungen gehen von bis zu 300.000 Walen und Delfinen jährlich aus, die qualvoll in Fischereigeräten ersticken.
Delfine/Kleinwale: Zusätzlich werden jährlich etwa 100.000 Delfine und Kleinwale getötet. "

Nur mal so eine kleine Google-Suche... 🤷‍♂️
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Phrosch
22.04.2026 16:26registriert Dezember 2015
Könnte es sein, dass wir Menschen es einfach nicht ertragen, einem Wesen, das uns sympathisch ist, beim langsamen Sterben zuzuschauen? Dass alles unternommen wird, um eher unser Leiden zu mildern?
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Squawk 7700
22.04.2026 14:52registriert Mai 2025
Überlasst ihn einfach der Natur. Daneben fahren Fischkutter in den Wismarer Hafen mit Tonnen von Fischen an Bord. Was für ein Verhältnisblödsinn.
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