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Neue Regeln auf Capri: Schluss mit Anquatschen von Urlaubern

Neue Regeln auf Capri: Schluss mit Anquatschen von Urlaubern

08.04.2026, 10:4708.04.2026, 10:47

Sonne, Meer – und künftig wohl deutlich weniger aufdringliche Touristenfänger: Auf der bei Urlaubern beliebten italienischen Mittelmeerinsel Capri geht die Kommune jetzt mit einem harten Kurs gegen das Ansprechen von Touristen auf offener Strasse vor.

Wer Urlauber künftig ungefragt in Restaurants locken oder ihnen Bootstouren und Ausflüge aufschwatzen will, muss bezahlen. Einer neuen Verordnung zufolge drohen Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro (zwischen 23 und 462 Franken).

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Wer Urlauber künftig ungefragt in Restaurants locken will, muss bezahlen.Bild: AP/AP

Mit der Verordnung will Capri dem wachsenden Problem des Massentourismus begegnen – und vor allem dem Ärger vieler Inselbesucher über hartnäckige Anbieter. «Gewerbetreibenden, Inhabern von Agenturen für touristische Dienstleistungen sowie deren Mitarbeitern ist es strikt untersagt, Kunden durch aufdringliche und hartnäckige Methoden auf öffentlichem oder öffentlich genutztem Grund anzuwerben», heisst es dort.

Capri zieht Besucher aus aller Welt an

Capri zählt zu den bekanntesten und meistbesuchten Urlaubszielen Italiens. Das Eiland im Golf von Neapel ist berühmt für seine Villen und die durch Buchten zerklüftete Felsenküste. Besonders im Hauptort gibt es viele Luxushotels. Auf Capri leben rund 13'000 Menschen, im Sommer kommen täglich Zehntausende Tagesgäste.

Zur Begründung verweist die Kommune auf die enormen Besucherströme, die sich täglich durch das historische Zentrum und das Hafengebiet bewegen. Erklärtes Ziel der Massnahme ist es, ein «gepflegtes Erscheinungsbild sowie einen reibungslosen Fussgänger- und Autoverkehr zu gewährleisten».

Gemeinde am Gardasee machte den Anfang

In vielen italienischen Touristenzentren ist aufdringliches Werben für Gastronomie oder andere Dienstleistungen ein alltägliches Problem, Urlauber empfinden dies oft als störend. Der Urlaubsort Torri del Benaco am Gardasee führte vergangenen Sommer schon eine ähnliche Massnahme ein. Dort ist es seitdem Servicemitarbeitern verboten, Touristen aktiv und aufdringlich sowie mit Flyern in ihre Restaurants und Bars zu locken. (sda/dpa)

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Overton Window
08.04.2026 12:35registriert August 2022
Wir nennen sie liebevoll "Reinschmeisser".

Bitte nicht verbieten, denn nur dank ihnen wissen wir, in welchen Lokalen wir uns ganz sicher nie verirren.
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Upsidupsiwiederda
08.04.2026 12:00registriert März 2020
aber gegen Massentourismus sind doch solch aufdringlichen Anwerber sehr wirksam. In solche Gegenden gehe ich nicht und belaste den Ort nicht noch zusätzlich.
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