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Zerstörte Kampfjets auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Saki.
Zerstörte Kampfjets auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Saki.screenshot: twitter/osinttechnical

Explosionen auf der Krim: Satellitenbilder zeigen das Ausmass der Zerstörung

Am Dienstag kam es auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt auf der Krim zu gewaltigen Explosionen. Während die Ursache noch unbekannt ist, zeigen Satellitenbilder das enorme Ausmass der Schäden.
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11.08.2022, 14:5311.08.2022, 15:22
Alberto Silini / watson.ch/fr

Zigaretten nicht richtig ausgedrückt? Ukrainischer Angriff? War es Sabotage? Die Ursache für die gewaltigen Explosionen, die am Dienstag den russischen Luftwaffenstützpunkt Saki auf der Krim erschütterten, ist noch unklar. Während der Kreml versichert, dass es sich um einen Unfall handelt, bleibt Kiew unklar, ob es dafür verantwortlich ist.

Eine Sache ist jedoch klar: Die Explosionen lösten nicht nur Freude bei den ukrainischen Internetnutzern aus, sondern verursachten auch erhebliche Schäden auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts. Dies zeigen Satellitenbilder, die von der US-amerikanischen Firma Planet Labs veröffentlicht wurden.

Diese Aufnahmen sind besonders hilfreich, um das wahre Ausmass des Schadens abzuschätzen, da sich die offiziellen Versionen drastisch unterscheiden:

  • Moskau behauptet, dass kein Flugzeug durch die Explosionen beschädigt wurde;
  • Kiew behauptet, dass «etwa zehn Flugzeuge» in Saki zerstört worden seien.

«Mindestens elf Flugzeuge zerstört»

Wer hat Recht? Die Bilder von Planet Labs bestätigen die ukrainischen Behauptungen. Laut der Nachrichtenseite «The Drive» deuten die Bilder sogar darauf hin, dass die Gesamtzahl der Opfer höher ist.

Der Militärblog Oryx, der seit Beginn des Konflikts in einer frei zugänglichen Datenbank die materiellen Verluste beider Armeen auflistet, berichtet, dass Russland mindestens elf Flugzeuge verloren hat: vier Su-30 und sieben Su-24.

Sehen wir uns die Satellitenbilder genauer an. Die Nahaufnahme unten zeigt den Bereich der Basis, in dem mehrere Flugzeuge geparkt waren, geschützt durch dicke Schutzmauern, die auf Englisch «revetments» genannt werden.

Bild: keystone

Mindestens drei Su-30 und drei Su-24, die innerhalb der Schutzmauern geparkt waren, wurden höchstwahrscheinlich zerstört. Eine weitere Su-24 und eine angrenzende Struktur sowie eine weitere separate Struktur wurden ebenfalls zerstört. Eine fünfte Su-24, die in der oberen rechten Ecke zu sehen ist, scheint ebenfalls beschädigt zu sein.

Das Bild unten zeigt die Rampe am südwestlichen Ende des Luftwaffenstützpunkts. Die Überreste mehrerer Flugzeuge sind sichtbar. Die unmittelbar südlich und östlich gelegenen Strukturen sind ebenfalls beschädigt.

Bild: keystone

Die Satellitenbilder zeigen auch, was offenbar das Ergebnis eines riesigen Feuers ist, das die offenen Grasflächen nordöstlich des Parkplatzes und südlich des Vorfelds vernichtet hat. Dies ist in den beiden folgenden Aufnahmen deutlich zu erkennen, grosse Bereiche sind nun braun:

Bild: keystone
Bild: keystone

Die verbrannte Fläche ist auch in diesem Vorher-Nachher-Vergleich zu sehen:

image after
image before

Die Spur des Angriffs

Der Schaden ist also beträchtlich. Lassen sich daraus weitere Informationen über die Dynamik der Ereignisse ableiten? Laut «The Drive» sprechen mindestens zwei Faktoren für einen vorsätzlichen Angriff oder Luftschlag:

  1. Die Konzentration der Schäden auf die Gebiete, in denen die Kampfflugzeuge versammelt waren;
  2. die auf den Bildern sichtbaren Krater, bei denen es sich offenbar um die Haupteinschlagstellen der Munition handelt.

In den letzten Tagen haben ukrainische Beamte unter Anonymität angedeutet, dass der Stützpunkt von lokalen Partisanen, möglicherweise mit Unterstützung von Spezialeinheiten, angegriffen wurde.

Dies ist eine plausible Hypothese, meint «The Drive». Auf den Satellitenbildern scheinen die Schäden sehr lokal begrenzt zu sein. Dies könnte auf den Einsatz bewaffneter Drohnen hindeuten, die von Personen gesteuert werden, die sich relativ nahe am Ort des Geschehens befinden. Die Frontlinie ist 200 Kilometer von der Basis entfernt und damit zu weit weg, um von ukrainischen Raketen erreicht zu werden.

Die grossen Krater, die die Explosionen hinterlassen haben, sprechen dagegen, dass es sich um Drohnen handelt, es sei denn, die Drohnen hätten grosse Mengen an Munition abgeworfen. Die Website kommt zu dem Schluss, dass diese Krater nicht mit Sprengladungen übereinstimmen, die von Bodenteams angebracht werden. Ein Angriff vom Boden aus sei daher ausgeschlossen.

Eine weitere Hypothese, die von ukrainischen Beamten inoffiziell erwähnt wurde, ist, dass die Kiewer Armee national hergestellte Langstreckenraketen eingesetzt hat, die sie bislang geheim gehalten haben soll.

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64 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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giandalf the grey
11.08.2022 15:01registriert August 2015
Wenn das ein Unfall war, treffen die Russen militärische Ziele ja viiiiel besser als wenn sie nicht zielen 😂
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Jo Kaj
11.08.2022 15:11registriert Juli 2019
Mir egal was es war. Auch wenn ich mich eher als Pazifist beschrieben hätte: Mehr davon! Den Besatzern muss es so richtig schmerzen.
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Helvetiavia Philipp
11.08.2022 15:21registriert Februar 2018
De vladi het es zündhölzli azündt und das het ä flamme gä...

(Ja Mani Matter verzichtete tatsächlich auf Gross-/Kleinschreibung.)
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