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USA wollten offenbar mit Putin reden – der lehnte ab

USA wollten offenbar mit Putin reden – der lehnte ab

Während Kiew und Moskau die Entscheidung auf dem Schlachtfeld suchen, führen die USA offenbar Geheimgespräche mit dem Kreml. Ein US-Insider soll brisante Details enthüllt haben.
28.07.2023, 12:0128.07.2023, 13:47
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t-online
WASHINGTON, DC - JUNE 22: An image of Russian President Vladimir Putin is displayed as U.S. President Joe Biden speaks about gas prices in the South Court Auditorium at the White House campus on June  ...
Die beiden Präsidenten Putin und Biden.Bild: Getty Images North America

Die Kämpfe in der Ukraine dauern auch an Tag 520 des russischen Angriffskriegs an. Die lange geplante Offensive der ukrainischen Streitkräfte läuft seit Wochen eher schleppend und entwickelt sich an mehreren Frontabschnitten zu einer Art Abnutzungskrieg.

Noch steht das Militärische im Vordergrund der Auseinandersetzung, an Verhandlungen scheint derzeit niemand interessiert: Sowohl der russische Aggressor als auch die ukrainischen Verteidiger setzen allein auf die Dynamik auf dem Schlachtfeld, um politische Vorteile zu erzwingen. Doch wie lange noch?

Wie die «Moscow Times» nun berichtet, geht man in Washington bereits andere Wege. Ein ehemaliger US-Beamter bestätigt der unabhängigen russischen Zeitung, deren Sitz in Amsterdam liegt, dass es diplomatische Gespräche zwischen ehemaligen hochrangigen US-Beamten und Kreml-Mitarbeitern gebe.

Mindestens zweimal im Monat fänden die Gespräche zwischen amerikanischer und russischer Seite statt, oft auch online, so der Ex-Regierungsbeamte zur «Moscow Times». Er sei selbst daran beteiligt: «Ich besuche Moskau mindestens alle drei Monate.»

Die Treffen hätten der US-Seite ermöglicht, besser zu verstehen, was die russische Führung im Sinn habe – zumindest ein wenig: «Wir haben etwas Einblick in das Denken des Kreml erhalten, aber nicht so viel, wie wir es uns gewünscht hätten», so der ehemalige Beamte. Aus seiner Sicht ist das grösste Problem, dass die Russen nicht in der Lage seien zu formulieren, was genau sie wollten und bräuchten.

«Sie wissen nicht, wie sie Sieg oder Niederlage definieren sollen. Tatsächlich haben einige der Eliten, mit denen wir sprachen, den Krieg von Anfang an nie gewollt und sogar gesagt, dass er ein kompletter Fehler gewesen sei», so der Ex-US-Beamte zur «Moscow Times». Doch nun befände sich das Land in einem Krieg – eine demütigende Niederlage sei für seine russischen Gesprächspartner «keine Option».

Lesen Sie auch: «Ich unterstütze den Krieg nicht, aber ...»

epa10734035 Valeriy and Yulia walk past the remains of a Russian tank in the garden near their home at the village of Velyka Dymerka, Kyiv region, Ukraine, 05 July 2023 (issued 08 July 2023). Valeriy  ...
Ein zerstörter Panzer in der Ukraine.Bild: keystone

Deutlich klarer scheint die Position der russischen Gesprächspartner allerdings in Bezug auf die von Moskau kontrollierte Halbinsel Krim zu sein: «Wenn Russland denken würde, es könnte die Krim verlieren, würde es mit ziemlicher Sicherheit auf den Einsatz taktischer Atomwaffen zurückgreifen», so der ehemalige Regierungsbeamte zur «Moscow Times».

Die Äusserungen des ehemaligen US-Beamten sind auch aufschlussreich hinsichtlich geostrategischer US-Interessen im Ukraine-Krieg sowie in Zentralasien. So sagte der Insider zur «Moscow Times», dass man den Russen auch vermittelt habe, dass «die USA bereit wären, konstruktiv mit den nationalen Sicherheitsinteressen Russlands umzugehen».

Die US-Seite habe in den Gesprächen betont, dass Washington ein Russland brauche, «das stark genug ist, um an seiner Peripherie Stabilität zu schaffen». Die USA wollten ein Russland «mit strategischer Autonomie», damit Washington seine diplomatischen Interessen in Zentralasien verfolgen könne. «Russische Stärke ist nicht unbedingt eine schlechte Sache», so der frühere US-Beamte. Ein «totaler Sieg in Europa», also im Krieg gegen die Ukraine, würde US-Interessen in diesem Teil der Welt hingegen schaden.

Ob die Äusserungen des ehemaligen Beamten zur «Moscow Times» die inoffizielle US-Regierungslinie wiedergeben, ist unklar. Tatsächlich sind sie genau entgegengesetzt zum offiziellen Kurs der Biden-Regierung: Diese verfolgt mit umfassenden Waffenlieferungen für die Ukraine das Ziel, Russland zu schwächen und sein Aggressionspotenzial zu mindern.

Nach Veröffentlichung des «Moscow Times»-Berichtes liess das Dementi aus dem Weissen Haus nicht lange auf sich warten. Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Adrienne Watson, bestritt, dass die USA aktuelle oder ehemalige Beamte aufgefordert habe, einen geheimen Gesprächskanal zum Kreml zu eröffnen. Man strebe auch keinen solchen Kanal an. «Wir geben auch keine Botschaften über andere weiter», twitterte Watson am Donnerstag. «Wenn wir sagen 'keine Gespräche ohne die Ukraine', dann meinen wir das auch so», betonte sie.

Laut «Moscow Times» äusserte der frühere US-Beamte auch Zweifel, in welche Richtung sich die aktuellen Gespräche mit den Kreml-Leuten entwickelten. Russland zu demütigen oder so weit international zu isolieren, dass das Land kurz vor dem Kollaps stehe, würde Verhandlungen fast unmöglich machen, so der Ex-Beamte weiter. Schon jetzt zeigten sich die Moskauer Vertreter zurückhaltend.

Der ehemalige Beamte habe ausserdem das Gefühl, dass die laufenden Geheimgespräche in einer Sackgasse steckten. In der russischen Diplomatie hänge gerade viel davon ab, wie sich die Lage auf dem Schlachtfeld entwickle. Letztlich käme es jedoch vor allem auf eine Person an: «Das Problem liegt weniger bei der russischen Elite insgesamt als vielmehr bei Putin im Besonderen», so der Ex-Beamte zur «Moscow Times».

«Putin ist das grösste Hindernis für jeden Fortschritt.» Die US-Regierung habe mindestens einen Versuch unternommen, mit dem Kreml direkt zu sprechen. Doch Putin habe abgelehnt. Washington sollte daher damit beginnen, russische Eliten anzusprechen, die sich gegen den Krieg ausgesprochen hätten, so der ehemalige Beamte. Wenn es in der Elite Unterstützung für eine andere Führungsfigur gäbe, «wäre es nicht unmöglich, Putin zu stürzen».

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123 Kommentare
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Der Micha
28.07.2023 13:13registriert Februar 2021
Und da will mir noch einer erzählen Putin wäre für Gespräche bereit. Sehen wir ja.
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Franz v.A.
28.07.2023 12:33registriert August 2019
Nachdem was seit dem 24.2.22 geschehen ist, kann man den Russen einfach nicht mehr trauen! Speziel nicht wenn Putin den Zaren spielt.
Zudem finde ich es krass, dass die Russen und Amerikaner einfach so über die Ukraine diskutieren ohne vertreter der Ukraine dabei zu haben.
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butlerparker
28.07.2023 12:30registriert März 2022
Mit Putin haben schon in der Vergangenheit viele geredet. Scholz, Macron und einige mehr. Ist ja nicht so,daß man den Kurs der Diplomatie vollständig verlassen hat.

Da es hier um ich sage mal Gerüchte handelt,sind diese Informationen mit Vorsicht zu genießen.Wenn aber dem so wäre,dann wäre das schon ein Schurkenstück.Dann hat man in den USA noch nicht verstanden,daß sie RUS im Krieg mit dem "Westen" befindet.Es gibt da,so lange das System Putin (egal ob mit oder ohne ihn) das Sagen hat,kein Zurück mehr.

Da diees System irrational denkt+handelt,kommt man mit rationalem Handeln auch weit(er)
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