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Aufruhr in Darfur: Sudans neue Offensive treibt bis zu 130'000 Menschen in die Flucht

Soeben angekommen: Flüchtlingskinder in Norddarfur auf Wassersuche.Bild: MOHAMED NURELDIN ABDALLAH/REUTERS

Aufruhr in Darfur: Sudans neue Offensive treibt bis zu 130'000 Menschen in die Flucht

Durch die neue Offensive der sudanesischen Armee in Darfur sind mehrere zehntausende Menschen in die Flucht getrieben worden. Am Mittwoch war die Situation Thema im UNO-Sicherheitsrat in New York.
11.06.2015, 02:0611.06.2015, 08:43

Edmond Mulet, Mitarbeiter der UNO-Abteilung für Friedensmissionen, sagte dem Gremium, der Angriff der sudanesischen Armee dieses Jahr habe «hohe Zahlen» neuer Flüchtlinge zur Folge gehabt. Hilfsorganisationen sprechen von 78'000 Flüchtlingen, die UNO geht aber auch Berichten nach, wonach sogar bis zu 130'000 Menschen in die Flucht getrieben wurden.

In der Region Darfur herrschen laut Sudans UNO-Botschafter lediglich «wie schon immer» begrenzte Stammeskonflikte.Bild: STRINGER/REUTERS

Das erneute Aufflammen von Gewalt im Westen des Sudan fällt auf einen Zeitpunkt, an dem die UNO eigentlich mit der Regierung in Khartum über ein mögliches Ende ihrer dortigen Mission UNAMID verhandelt. 

Sudans stellvertretender UNO-Botschafter Hassan Hamid Hassan sagte dem Sicherheitsrat, es gebe «mit Ausnahme kleiner Nester des Widerstands» mittlerweile «keinen Krieg mehr» in Darfur. 

Wiedergewählt und angeklagt: Sudans Präsident al-Baschir.
Wiedergewählt und angeklagt: Sudans Präsident al-Baschir.Bild: Abd Raouf/AP/KEYSTONE

In dem seit 2003 andauernden Darfur-Konflikt wurden laut UNO bislang rund 300'000 Menschen getötet; rund 2.5 Millionen Menschen flohen aus der Region. 

Gegen Sudans Präsident Omar al-Baschir, der erst kürzlich nach mehr als 25 Jahren im Amt wiedergewählt wurde, liegt beim Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag ein Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermords in Darfur vor. (kad/sda/afp)

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