International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

epa05992563 A general view of the G7 Summit expanded session in Taormina, Italy, 27 May 2017.  The second day is scheduled to deal with Innovationand Development in Africa, Global Issues such as Human Mobility, Food Security and Gender Equality as well as the G7 Global Relations,  the Italian G7 Presidency said in a media release. Heads of States and of Governments of the G7, the group of most industrialized economies, plus the European Union, meet in Taormina, Italy, from 26 to 27 May 2017 for a summit titled 'Building the Foundations of Renewed Trust'.  EPA/FLAVIO LO SCALZO

Keine Einigung beim Klima am G7-Gipfel in Taormina.  Bild: EPA/ANSA



Selten gab es so viel Streit auf einem G7-Gipfel. Die Differenzen mit Trump überschatteten die Beratungen. Im Klimaschutz sind die USA völlig isoliert. Die grossen Industriestaaten konnten die Differenzen mit den USA in dieser Frage nicht überbrücken.

In der Abschlusserklärung wurde deutlich gemacht, dass sich die USA nicht klar zum Pariser Klimaabkommen bekennen, hiess es am Samstag auf dem G7-Gipfel in Taormina aus diplomatischen Kreisen. Die anderen G7-Staaten bekräftigen hingegen, die Verpflichtungen zur Verringerung der Treibhausgase schnell umsetzen zu wollen.

Die Unterhändler sassen bis tief in die Nacht zusammen und setzten ihre Verhandlungen am Vormittag fort. Schwere Differenzen bestanden auch im Freihandel und Umgang mit der Flüchtlingskrise, wo sich US-Präsident Donald Trump ebenfalls sperrte.

Die G7 wollten am Nachmittag auch über die Sanktionen gegen Russland beraten, das wegen der Annexion der Krim seit 2014 nicht mehr bei den Treffen dabei ist.

Die Staats- und Regierungschefs kamen am letzten Tag des zweitägigen Gipfels mit Vertretern aus Äthiopien, Kenia, Niger, Nigeria, Tunesien und Guinea zusammen, um über Flüchtlinge und Hungersnöte in Afrika zu sprechen.

Appell von Hilfswerken

Entwicklungsorganisationen appellierten eindringlich an die G7, mehr Finanzmittel für den aktuellen Kampf gegen Hunger bereit zu stellen. «Die Kinder sterben jetzt», sagte Silvia Holten von World Vision. Die grossen Industrienationen könnten nicht länger warten. «Es ist ein Desaster.»

Die Hilfsorganisationen fordern, dass der UNO-Appell für den Kampf gegen die Hungersnöte in Höhe von 6,9 Milliarden US-Dollar auch erfüllt wird. Bisher liegen nur Zusagen über 30 Prozent vor.

Aktivisten kritisierten die G7 wegen Untätigkeit in der Flüchtlingskrise. «Der Skandal des Gipfels ist, dass die G7-Führer direkt hier nach Sizilien ans Meer kommen, wo 1400 Menschen allein seit Jahresanfang ertrunken sind, und nichts ernsthaft dagegen tun», sagte Edmund Cairns von Oxfam. Es müsse mehr Hilfe für Flüchtlinge und mehr Unterstützung für Entwicklungsländer geben, die allein 90 Prozent von ihnen beherbergten.

Auch müssten sichere Wege für Zuwanderer geschaffen werden, forderte Cairns. Es sei «eine der grössten Enttäuschungen des Gipfels», dass Italien mit seinem Plan für einen geordneten Umgang mit den Flüchtlingen am Widerstand der USA gescheitert sei.

Der Gastgeber habe die Welt daran erinnern wollen, dass Zuwanderer auch Vorteile für die Länder brächten, die sie aufnehmen. «Das scheint völlig vergessen worden zu sein.» Die USA bestanden schon im Vorfeld des Gipfels darauf, dass die Initiative der Italiener gekippt wird.

Trump demonstriert Desinteresse

Trump zeigte am Samstag auch kein Interesse, dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni zuzuhören. Während der Ansprache des Gipfelgastgebers bei dem Treffen mit den afrikanischen Ländern trug Trump keine Kopfhörer für eine Simultanübersetzung. Gentiloni sprach auf Italienisch.

Trump war schon mit einer satten Verspätung zu der Sitzung erschienen. Italiens Ministerpräsident sprach sich dabei dafür aus, beim G20-Gipfel in Hamburg die Beziehungen mit Afrika ins Zentrum zu stellen. (wst/sda/dpa)

Abonniere unseren Newsletter

56
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
56Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Watcher 28.05.2017 00:31
    Highlight Highlight America (u.a. Trumps Konto) first.
  • DonDude 27.05.2017 15:31
    Highlight Highlight Trump hat recht!
    Interessanter Bericht in der BAZ

    http://mobile2.bazonline.ch/articles/59294aa1ab5c377b5e000001

    Und wo er recht hat, hat er recht.....
    • Widmer 27.05.2017 16:08
      Highlight Highlight Wenn Trump nur das interessiert, was Amerika will, hat er bestimmt nicht recht. Ihn interessiert nur die Terrorbekämpfung in den USA. Europa ist ihm wurst.
    • Morph 27.05.2017 16:14
      Highlight Highlight Das ist keine richtige Zeitung. Die gehört Blocher und die Chemie von Blocher wird vielleicht nicht direkt im Krieg eingesetzt, profitiert jedoch von der Aufrechterhaltung eines Systems, welches Ungerechtheiten fördert. Glaub dem Blatt kein Wort...
    • Tomjumper 27.05.2017 16:24
      Highlight Highlight Ich habe den Artikel gelesen. Was für ein kurzsichtiger, unlogischer und polemischer Mist. Der Attentäter kam nicht als Flüchtling in den letzten Jahren nach England. Die Verantwortung den europäischen Staatschefs unterzuschieben, ist einfach nur Schwachsinn. Meines wissens nach gab es da einen Präsidenten, der im Nahen Osten Kriegsherr spielen wollte und zusammen mit seinen Falken, die ganze Region desabilisierte. Wenigstens weiss ich jetzt, wo Baz draufsteht ist Mist drin. Danke.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 27.05.2017 15:27
    Highlight Highlight Dass EIN Mensch den ganzen globalen Prozess torpedieren kann ! Und dann noch Staatschefs herumschupft und offen Desinteresse an den Tag legt !
    Entfernt dieses A.... endlich vom politischen Betrieb.
    • Helona 27.05.2017 17:17
      Highlight Highlight Ich weiss nicht. Warum lässt sich die politische Welt das gefallen. Ist Europa dermassen abhängig von. USA? Vielleicht wäre es gut, wenn man die USA in ihrer Isolation belässt und sich von diesem Land distanziert. Keine Ahnung, kann ja auch nicht alles überblicken. Es sind einfach Fragen, die sich mir stellen. Auf jeden Fall sollte man sich von so einem A.... nicht alles bieten lassen.
  • Der Tom 27.05.2017 14:42
    Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass er mit Kopfhörer mehr verstanden hätte.
    • Oberon 27.05.2017 15:32
      Highlight Highlight Die traurige Wahrheit.
    • Pana 27.05.2017 17:16
      Highlight Highlight Mit Kopfhörer lauscht er wohl eher einer Podcast Folge von "Info Wars". :D
  • Gummibär 27.05.2017 14:02
    Highlight Highlight Dass D.Trump bei der Rede des Italienischen Ministerpräsidenten keine Kopfhörer für die Simultanübersetzung trug hat seinen Grund.
    Zu dieser Tageszeit muss er nämlich immer dem kleinen grünen Männchen zuhören, welches ihm in seinem Kopf die nächsten Lügengeschichten zuflüstert.
  • Scaros_2 27.05.2017 13:46
    Highlight Highlight Das grösste Problem sind aber die Medien aus den USA. WIr erfahren immerhin was für ein Vollidiot der Päsident ist und welche sitten er als Vertretter der grossen USA hier zeigt.

    Aber die US Medien nehmen so was kaum auf weil es nicht im eigenen Land passiert. Insofern wird gerade FoxNews etc. fast nix bringen ausser das die Bösen G6 nicht mit den USA arbeiten wollen.
    • Toerpe Zwerg 27.05.2017 15:25
      Highlight Highlight Soso. Ubd Scaros2 hat wann das letzte mal US Medien Konsultiert?
    • Waedliman 27.05.2017 15:35
      Highlight Highlight Das ist nur bedingt richtig. Die NYT, aber auch CNN, berichten sehr kritisch über Trump.
    • Scaros_2 27.05.2017 15:51
      Highlight Highlight Ja aber in welchem Grad von Detailtiefe? Selbst die NYT bleibt da sehr oberflächlich und spricht gerade mal seine ruhige Art an die Welten spricht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Marco Goetz 27.05.2017 13:38
    Highlight Highlight Fremdschämen, etwas anderes bleibt mir bei Trump nicht übrig!
  • flyingdutch18 27.05.2017 13:16
    Highlight Highlight Nachdem G-8 ohne Russland zu G-7 geworden ist, sollte G-7 ohne die USA zu G-6 werden. Dass Trump bei der Ansprache seines italienischen Gastgebers zur Flüchtlingskrise ostentativ keine Kopfhörer trug und folglich nichts verstand, ist eine bodenlose Frechheit und passt zu diesem widerlichen Typ.
    • Dr. Rantanplan 27.05.2017 15:49
      Highlight Highlight In den 50er-Jahren wurde das Buch "The Ugly American" publiziert. Ob Trump wohl eine Neuauflage im Sinn hat?
    • SemperFi 27.05.2017 17:25
      Highlight Highlight Schon richtig, das ist wirklich respektlos. NATO-Gipfel scheinen da ein gewisses Potential zu haben. Es erinnert mich an die Eposode, als Berlusconi zehn Minuten telefonierend am Rhein auf und ab ging und Merkel auf der Treppe warten lies.

      Play Icon
  • Maria B. 27.05.2017 12:42
    Highlight Highlight Zitat :

    "Der Gastgeber habe die Welt daran erinnern wollen, dass Zuwanderer auch Vorteile für die Länder brächten, die sie aufnehmen. «Das scheint völlig vergessen worden zu sein.»

    Eher : Der Gastgeber wollte den nichtaufnahmebereiten Ländern (aus eigener Not in den italienischen Empfangslagern) eine Übernahme mit solch kruden Sprüchen schmackhaft und aus afrikanischen Analphabeten und Sprachunkundigen "wertvolle Zuwanderer" machen. Sowas funktioniert nachvollziehbar nicht, zumal wenn man die gestrigen news des deutschen Fernsehens über die riesigen Integrationsprobleme zur Kenntnis nimmt.

    • Richu 27.05.2017 14:45
      Highlight Highlight Wirtschaftsflüchtlinge aus afrikanischen Ländern in grosser Anzahl (teilweise sogar ohne Schulbildung) haben sicher wesentlich mehr Nachteile als Vorteile!
    • Echo der Zeit 27.05.2017 15:05
      Highlight Highlight Ja die Schweizer Arbeiten gerne auf der Baustelle - und sie Putzen auch gerne das Füdli von den Betagten Menschen.
    • Echo der Zeit 27.05.2017 18:29
      Highlight Highlight @Richu - Die wird's immer geben - kannst ja Anfangen ne Mauer zu Bauen. Die Dumpfe Hetze immer wider - als die Menschen vom Balkan kamen, und jetzt - http://www.msn.com/de-ch/nachrichten/vermischtes/schweizer-kosovaren-machen-daheim-millionen/ar-BBBzFJP?ocid=spartanntp
      @Peter - Ja genau - wenn der Lohn stimmt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grundi72 27.05.2017 12:31
    Highlight Highlight "Auch müssten sichere Wege für Zuwanderer geschaffen werden.."

    Hä?!

    Da verstehe ich dass Tump kein Interesse hat zuzuhören!
    • SJ_California 27.05.2017 13:52
      Highlight Highlight Ich nehme an, damit werden die Schlepper und ihr Business angesprochen. Dieses soll nicht auf Kosten von Menschenleben florieren.

      Es ist genau das, was Trump lebt: sich selber auf Kosten anderer bereichern.

      Jeder, der diese Denkweise unterstützt, enttäuscht mich zutiefst.

      Würdest du auch ein Menschenleben für ein paar Hundert Dollar riskieren?!?
    • PenPen 27.05.2017 15:58
      Highlight Highlight Die Schlepper dürfen sich bei den zahlreichen NPOs und Rettungsbooten bedanken, welche an der lybischen Küste nach moralischen Trophäen ausschau halten.

      Die Geretteteten werden dann aber nicht etwa wieder im Libyen an Land gebracht (ca. 20Km.), sondern 300 Km weiter südlich in Italien.

      Unglaublich!

      Gäbe es nur ein ganz wenig Rationalität in dieser Tragödie, hätte man diese Todesroute schon längst schliessen können.

      Wenn hier jemand die Ertrunkenen auf dem Gewissen hat, dann sind es die selbsternannt moralisch Überlegenen, welche durch ihren Feel Good Egoismus die Schlepper fördern.

    • SemperFi 27.05.2017 17:27
      Highlight Highlight @PenPen: Erzählen Sie doch mal, wie Sie die Route schliessen würden, dieses KnowHow dürfte für ganz Europa von Interesse sein.
    Weitere Antworten anzeigen

Warum erscheint Trump, wenn ich «Idiot» suche? Google-CEO erklärt Algorithmus im Kongress

Die Situation ist bekannt: Ein Verantwortlicher einer grossen Tech-Firma sitzt inmitten des US-Kongresses auf einem Stühlchen und muss die Fragen der Abgeordneten über sich ergehend lassen, die – gelinde gesagt – nicht gerade Digital Natives sind.  

Diesmal war es nicht Mark Zuckerberg, der da «gegrillt» wurde, sondern Sundar Pichai, CEO von Google. In der Anhörung ging es um Gerüchte, Google plane eine Suchmaschine für den chinesischen Markt, und allgemein um die Datensammlung des …

Artikel lesen
Link to Article