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Democratic presidential candidate Pete Buttigieg, the mayor of South Bend, Ind., speaks during a fundraiser at the Wynwood Walls, Monday, May 20, 2019, in Miami. (AP Photo/Lynne Sladky)

Mausert sich immer mehr zum Geheimfavoriten bei den Demokraten: Pete Buttigieg aus Indiana. Bild: AP/AP

Da staunt der Moderator nur noch – dieser Demokrat hat gerade «Fox News» gerockt

Pete Buttigieg sorgt mit einem bärenstarken Auftritt auf Fox News für Aufsehen. Präsident Trump findet das gar nicht witzig.



Am Ende stand das Publikum auf und applaudierte ihm. Pete Buttigieg, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, wagte sich in die Höhle des Löwen und überraschte dort alle. Ein «Wow, a standing ovation», entfuhr es dem Moderatoren.

Was ist passiert?

Am Sonntagabend nahm der 37-Jährige an einer «Town Hall» mit Chris Wallace auf «Fox News» teil. Lieblingssender der Konservativen, Lieblingssender des US-Präsidenten.

Einige seiner Parteikolleginnen und Parteikollegen kritisierten ihn dafür. Etwa Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren, welche sagte, sie wolle eine solche TV-Station nicht unterstützen und sie lieber boykottieren.

Buttigieg, der in einer homosexuellen Partnerschaft lebt, wagte den Schritt trotzdem. Klar, dass ihn der Moderator aufs Glateis führen wollte. Doch Buttigieg legte einen tadellosen Auftritt hin und erhielt vom anwesenden Publikum viel Zuspruch. Mindestens drei Mal erhielt er lautstarken Beifall.

1. Auf andere zugehen

Buttigieg hielt sich nicht mit Kritik an «Fox News» zurück. Er griff die zwei Starmoderatoren des Senders, Tucker Carlson und Laura Ingraham, frontal an. Buttigieg machte keinen Hehl daraus, dass er deren Ansichten zum Thema Migration überhaupt nicht teilt.

Doch er glaube, so Buttigieg, dass viele Leute mit guten Absichten Fox News einschalten würden, und diese wolle er mit seinem Auftritt erreichen. Applaus aus dem Publikum.

2. Über Trumps Tweets

Wallace sprach Buttigieg auch auf Präsident Trump an und fragte ihn: «Wie würden Sie mit den Anschuldigungen, den Attacken und den Tweets umgehen?»

Der Demokrat, der Bürgermeister in South Bend in Indiana ist, überlegte ein wenig und antwortete sehr zum Amüsement des Publikums: «Die Tweets sind ... die sind mir egal!»

3. Abtreibungen

Dann wurde ein Thema angesprochen, das derzeit in den USA so heiss diskutiert wird wie kaum ein anderes: Abtreibung. Im Bundesstaat Alabama wurde vergangene Woche ein knallhartes Gesetz verabschiedet, welches es Frauen verbietet, abzutreiben, auch wenn sie vergewaltigt wurden oder Inzest vorliegt. In Staaten wie Missouri oder Georgia wurden ähnlich drastische Schritte vollzogen, weitere Vorstösse in diversen Staaten sind hängig.

Der Moderator wollte von Buttigieg wissen, ob er es okay fände, wenn eine Frau im dritten Trimester einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen wolle.

Der Demokrat entgegnete, dass dies nur ein Prozent der Abtreibungen überhaupt betreffe. Und führte dann aus: Wenn sich eine Frau in einer derart schlimmen Situation befinde, und ein Kind aufgrund einer medizinischen Komplikation kurz vor Schluss der Schwangerschaft abtreiben müsse, sei es nicht am Staat, ihr den Entscheid zu diktieren.

Wieder lautstarker Applaus.

Die Reaktionen

Nicht nur Moderator Chris Wallace war beeindruckt vom Auftritt des demokratischen Kandidaten. Der «Fox-News»-Analyst Brit Hume sagte nach dem TV-Autritt Buttigiegs, dass er seit Obama keinen solchen Kandidaten mehr gesehen habe im Feld der Demokraten. «Er ist mit Abstand der beeindruckendste Kandidat», schwärmte Hume.

Weniger begeistert zeigte sich Donald Trump. Fox News verschwende seine Sendezeit mit «Bürgermeister Pete», wetterte der Präsident auf Twitter. Der Fernsehsender bewege sich immer mehr auf die Verliererseite.

Bild

Der attackierte Star-Moderator Tucker Carlson bezeichnete Buttigieg in der Folge als «rutschigen Demagogen». Laura Ingraham behauptete, dass er viele Fans mit ins Studio genommen habe.

Fakt ist: Buttigieg hat mit seinem Auftritt bei Fox News viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So hat etwa die äusserst popuäre «The Late Show» mit Stephen Colbert ausführlich darüber berichtet. Auch die grossen Zeitungen «Washington Post» und die «NY Times» schrieben über den Auftritt.

Der erst 37-jährige Kandidat aus dem Mittleren Westen der USA wird zu einem immer interessanteren Kandidaten. Vielleicht werden wir noch viel von ihm hören. Sein Auftritt auf «Fox News» war zumindest schon mal sehr präsidial.

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36 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Howard271
21.05.2019 22:16registriert October 2014
Und trotzdem wird Demokraten-intern nur über vermeintliche Schwächen der Kandidaten gesprochen. In seinem Fall, er sei nicht Links genug. Das stört extrem, denn diese Selbstzerfleischung hat auch zu einem Präsidenten Trump beigetragen.
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Joe "I beat the socialist" Biden
21.05.2019 22:02registriert July 2017
"Lieblingssender der Konservativen".
Eher: Einziger Sender der Konservativen.
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Politikinteressierter
21.05.2019 23:19registriert June 2018
Alle Dems, welche Fox ignorieren sind einfach nur dumm. Wie glauben die denn, dass sie die konservativen Leute in den ländlichen Gegenden erreichen? Etwa auf CNN, da lachen ja die Hühner.
Sehr sehenswert zu diesem Thema: Bill Maher - Get in the bubble
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