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Taliban empfangen zwei ehemalige Guantanamo-Häftlinge in Kabul

Taliban empfangen zwei ehemalige Guantanamo-Häftlinge in Kabul

12.02.2024, 08:4512.02.2024, 08:45

Die in Afghanistan regierenden Taliban haben zwei ehemalige Gefangene aus dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo Bay empfangen. Ein Video des Senders Tolonews zeigte die beiden Männer am Montag bei ihrer Ankunft am Hauptstadtflughafen in Kabul. Bei den ehemaligen Insassen handelte es sich laut dem Taliban-Innenministerium um Abdul Karim und Abdul Sahir. Die Männer wurden bereits 2017 aus Guantanamo in den Golfstaat Oman überstellt, wo sie die vergangenen Jahre im Hausarrest verbrachten.

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Abdul Karim.Bild: keystone
This undated photo released by the Taliban Interior Ministry on Sunday Feb. 11, 2024, shows Afghan prisoner Abdul Zahir Saber. Two Afghan prisoners who were held in U.S. custody for more than 13 years ...
Abdul Zahir Saber.Bild: keystone

In Kabul säumten Banner mit Willkommensbotschaften die Strassen, wie Fotos in den sozialen Medien zeigten. «Heldenhafte Gefangene», hiess es auf einem Plakat. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Bachtar waren es die letzten beiden Gefangenen aus Guantanamo mit Verbindungen zu den Taliban. Die Freilassung erfolgte demnach nach Verhandlungen mit den USA. Die Männer wurden bereits 2002 inhaftiert und verbrachten mehr als 14 Jahre in Haft.

Laut einem Bericht der Denkfabrik Afghanistan Analysts Network (AAN) wurde Karim beschuldigt, eine Zelle des Terrornetzwerkes Al-Kaida geleitet zu haben. Sahir, damals Pförtner und Übersetzer für Al-Kaida, soll des Besitzes von Massenvernichtungswaffen bezichtigt worden sein. In beiden Fällen war die Beweislage laut AAN sehr dünn.

Das Gefangenenlager Guantanamo entstand nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und der darauf folgenden Invasion der USA in Afghanistan. Der damalige Präsident George W. Bush hatte das Gefängnis errichten lassen, um mutmassliche Terroristen ohne Prozess festzuhalten. Fast 800 Menschen waren in Guantánamo zeitweise inhaftiert. Die Rechtslage der Gefangenen, ihre Haftbedingungen, Berichte über die verwendeten Verhör- und Foltermethoden sorgten international für massive Kritik. (sda/dpa)

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