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Trump in Grönland

Bild: Keystone/shutterstock/watson

Trump würde gerne Grönland kaufen – die Reaktion eines Botschafters fällt deutlich aus



Als Immobilienhai wurde er gross, und auch als US-Präsident kann er wohl nicht ganz vom Einkaufen im grossen Stil lassen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal will US-Präsident Donald Trump Grönland kaufen.

Nur: Grönland steht eigentlich nicht zum Verkauf und untersteht heute lediglich noch in Verteidigung und Aussenpolitik der Regierung in Kopenhagen. Ansonsten verwalten sich die Grönländer demokratisch selbst: Seit 2018 regiert der sozialdemokratische Premierminister Kim Kielsen. Doch es wäre die Regierung im dänischen Kopenhagen, die wohl mit Trump verhandeln würde – schliesslich handelt es sich beim Verkauf eines Landes um eine Frage der Aussenpolitik. Wohlgemerkt: Würde.

Denn besonders grosses Interesse dürften die etwas mehr 55'000 Grönländer nicht an einem Verkauf ihres Landes an die USA haben. In Grönland gibt es Bestrebungen, das Land bis 2030 vollständig unabhängig von Dänemark zu machen. Derzeit trägt Dänemark mit 591 Millionen US-Dollar zu rund 60 Prozent des jährlichen Haushalts der Grönländer bei.

Schon der damalige US-Präsident Harry S. Truman unterbreitete den Dänen im Jahr 1946 ein Angebot von 100 Millionen für die Insel, die rund sechs Mal so gross wie Deutschland ist. Bis heute konnte nicht geklärt werden, ob man in Kopenhagen auf die Anfrage aus Washington überhaupt reagierte. (apnews.com)

Trumps Berater sind laut dem Zeitungsbericht skeptisch, ob der Wunsch des Präsidenten erfüllbar ist. Manche vermuteten intern «eine Spinnerei». Auch der frühere US-Botschafter für Dänemark, Rufus Gifford, reagierte geschockt auf den Wunsch Trumps.

Auf Twitter schrieb Gifford: «Oh je, mein Gott. Als jemand, der Grönland liebt, neunmal in jeder Ecke (des Landes, Anm. d. Red.) gewesen ist und die Menschen liebt, ist das eine komplette und totale Katastrophe.»

Grönland sei «bemerkenswert ursprünglich und komplex. Ein Ort, der anders ist als jede andere Ecke des Planeten. Es muss einfach mit grosser Sorgfalt und den besten Absichten für die Menschen dort und das globale Klima behandelt werden.»

Gifford, der für die Obama-Regierung von 2013 bis 2017 Botschafter in Dänemark war, fügte hinzu: «Wenn irgendjemand glaubt, dass Trump auch nur eins davon im Sinn hat: Überdenken Sie bitte Ihren Blick auf die Realität.»

Sowohl die US-Regierung als auch die dänische Regierung wollten sich zu dem Bericht über Trumps Grönland-Wunsch am Donnerstag nicht äussern. (pb/watson.de)

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Grönlands Jugend tätowiert sich im Gesicht

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