DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Donald Trump könnte die USA mit illegalem Steuertrick um Millionen betrogen haben

06.09.2019, 16:2307.09.2019, 13:04
Bild: AP

Donald Trump könnte einen illegalen Trick angewandt haben, um den amerikanischen Staat um Millionen an Steuern zu betrügen. Zu diesem Schluss kommt eine Recherche des US-Magazins «Mother Jones».

  • Der heutige US-Präsident könnte dafür einen Kredit über mehr als 50 Millionen Dollar erfunden haben.
  • Bemerkenswert: Die Firma, der Trump diese Riesensumme schuldet, gehört ihm selbst.
  • Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass Trump damit gegen Gesetze verstossen haben könnte.

Das sind die Vorwürfe:

Im Mittelpunkt der Vorgänge steht Trumps Firma «Chicago Unit Acquisition», die 2005 gegründet wurde, als der Bau des «Trump International Hotel und Tower» im Stadtzentrum von Chicago begann. Für diesen Bau hatte Trump sich laut «Mother Jones»-Recherchen 640 Millionen Dollar von der Deutschen Bank geliehen, und zusätzliche 130 Millionen von einem New Yorker Hedge-Fond.

Der Bau schritt voran, 2008 kam Trump jedoch die weltweite Immobilien- und Finanzkrise in die Quere. Trump hatte nun nicht nur fast 800 Millionen Dollar Schulden, sondern auch massive Probleme, Flächen in seinem fast fertiggestellten Hochhaus zu verkaufen. Er drohte, mit einer 300-Millionen-Dollar-Zahlung an die Deutsche Bank in Verzug zu geraten.

Zunächst versuchte Trump, sich auf eine ungewöhnlich dreiste Art und Weise aus der Affäre zu ziehen: Er verklagte die Deutsche Bank, weil die durch ihre Rolle in der globalen Finanzkrise schuld an seiner Misere sei. Daraus wurde nichts. Stattdessen einigten sich Trump und die Deutsche Bank darauf, die Schulden umzuschichten.

Hat Trump seine Schulden illegal «geparkt»?

Fraglich ist jedoch, was mit den Schulden beim Hegde-Fond «Fortress Investment Group» geschehen ist. «Mother Jones» berichtet unter Berufung auf eine anonyme Quelle, die mit den Vorgängen vertraut gewesen sein soll, der Hedge-Fond habe sich mit Trump auf eine Halbierung seiner Schulden geeinigt – auf rund 48 Millionen Dollar. Die Devise: Besser nur die Hälfte wieder bekommen als gar nichts.

In so einem Fall würden die US-Finanzbehörden die erlassenen Schulden jedoch als Einkommen Trumps ansehen. Er hätte also zusätzliche Steuern auf rund 50 Millionen Dollar zahlen müssen.

Um das zu umgehen, nutzen Unternehmen vielfach Tricks: Sie kaufen die Schulden durch ein drittes Unternehmen auf und «parken» sie – ohne die Absicht, sie jemals zu bezahlen.

Das soll, so legen die «Mother Jones»-Recherchen nahe, auch Trump mit seiner Firma «Chicago Unit Acquisition» getan haben.

Trump hat trotzdem erstmal nichts zu befürchten

Um diese Vorwürfe eindeutig zu beweisen, wären jedoch genaue Nachforschungen der US-Finanzbehörden nötig. Bislang weigert sich Trump – im Gegensatz zum üblichen Vorgehen von US-Präsidenten – seine Steuerunterlagen öffentlich zu machen, um der Bevölkerung einen Einblick zu geben, wie viel er besitzt und wie viele Steuern er tatsächlich zahlt.

Als Präsident unterliegt er trotzdem einer jährlichen Überprüfung durch die Finanzbehörden. Von «Mother Jones» interviewte Experten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Behörden sich Trumps Unterlagen genauer ansehen, als sie es müssen.

Demokratische Kongressabgeordnete wollen das jedoch genauer wissen: Sie verlangen Einsicht in Trumps Steuerbescheide, um nachvollziehen zu können, wie ernst die Behörde ihre Aufsichtsfunktion auch gegenüber dem Präsidenten nimmt.

(fh)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Trump auf dem Titel

1 / 81
Trump auf dem Titel
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Trump kennt (k)eine Antwort

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

84 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
TanookiStormtrooper
06.09.2019 16:29registriert August 2015
Trump geht zum Golfen auch in seinen eigenen Golfclub und lässt den Steuerzahler dafür aufkommen. Ganz zu schweigen, dass er den Club damit auch noch aufwertet, weil Gäste dort die Chance bekommen, sich mal mit dem Präsidenten zu "unterhalten". Das alleine hätte wohl in jeder vernünftigen Demokratie für einen Rücktritt gereicht. Ich bin absolut überzeugt, dass Trump jede menge Leichen im Keller hat, die Frage ist warum es niemanden in den Behörden kümmert...?
55824
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sagitarius
06.09.2019 16:42registriert Februar 2014
I don't know! I don't know! I don't know!🤷🏼‍♂️
23711
Melden
Zum Kommentar
avatar
The oder ich
06.09.2019 19:21registriert Januar 2014
Ist der Ruf erstmal lädiert, lebt es sich ganz ungeniert



Nun ja, Al Capone haben die Amis damals auch nur über die Steuern einbuchten können
1003
Melden
Zum Kommentar
84
«Steckt euch Tampons in Schusswunden» – russische Offizierin bestätigt Materialmangel
Ein Video, das derzeit in den sozialen Medien zirkuliert, zeigt eine russische Offizierin, welche Reservisten auf ihren bevorstehenden Einsatz vorbereitet. Dabei bittet sie die Männer, benötigtes Material selbst zu kaufen. Darunter: Tampons.

Längst ist bekannt, dass ein Grossteil der Russen nicht darauf brennt, in den Ukrainekrieg eingezogen zu werden. Seit Verkündigung der Teilmobilmachung durch Präsident Wladimir Putin haben viele Männer die Flucht ergriffen.

Zur Story