Rote Kappen als Protest: Grönländer kontern Trumps MAGA-Slogan
Rote Baseballkappen mit der Aufschrift «Make America Go Away» sind in Dänemark und Grönland innert kurzer Zeit zu einem sichtbaren Zeichen des Protests gegen US-Präsident Donald Trump geworden. Auslöser ist Trumps erneutes Bestreben, Grönland unter US-Kontrolle zu bringen.
Die Kappen, eine ironische Anspielung auf Trumps bekannte «Make America Great Again»-Mützen, tauchten zuletzt vermehrt bei Demonstrationen auf, unter anderem in Kopenhagen und in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands. Auf den Kappen findet sich zudem der dänische Schriftzug «Nu det Nuuk», ein Wortspiel mit dem Namen der Stadt Nuuk, das sinngemäss «Jetzt reicht’s» bedeutet.
Entworfen wurden die Kappen bereits im vergangenen Sommer vom Kopenhagener Vintagehändler Jesper Tonnesen. Er sagte, ihn hätten der Tonfall der internationalen Politik und aktuelle geopolitische Entwicklungen zunehmend frustriert. Mit dem Design habe er ein kleines, symbolisches Zeichen setzen wollen.
Zunächst verkauften sich die Kappen nur vereinzelt. In der vergangenen Woche änderte sich das schlagartig, nachdem Bilder der Mützen in sozialen Medien verbreitet wurden. Innerhalb weniger Stunden war Tonnesens Lager ausverkauft, die Nachfrage überstieg seine Produktionsmöglichkeiten deutlich.
Der Erfolg erkläre sich auch durch den humorvollen Ansatz, sagte Tonnesen. Die Kappe ermögliche es, Kritik zu äussern, ohne aggressiv aufzutreten. Humor senke die Hemmschwelle und lade zum Gespräch ein. «Man kann lachen und trotzdem eine klare Botschaft senden», sagte er.
US-Präsident Donald Trump hatte seine Pläne in Bezug auf Grönland zuletzt erneut bekräftigt und den Streit auch mit seiner ausbleibenden Ehrung mit dem Friedensnobelpreis verknüpft. Während europäische Spitzenpolitiker derzeit am Weltwirtschaftsforum in Davos zusammenkommen, wächst in Dänemark und Grönland der symbolische Widerstand – nun auch in Form roter Kappen.
