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Epsteins düstere letzte Tage: Ein Testament, Ungeziefer und der harte Gefängnisboden



FILE - This March 28, 2017, file photo, provided by the New York State Sex Offender Registry shows Jeffrey Epstein. (New York State Sex Offender Registry via AP, File)

Jeffrey Epstein Bild: AP

Der wegen Sexualverbrechen angeklagte Multimillionär Jeffrey Epstein hat einem Medienbericht zufolge zwei Tage vor seinem mutmasslichen Suizid ein Testament unterschrieben.

Darin habe er sein Vermögen in Höhe von 578 Millionen Dollar einem Treuhandfonds übertragen, schrieb die «New York Post» am Montag. Dies könnte die Entschädigung von Opfern erschweren. Derweil zog das US-Justizministerium wegen Versäumnissen während Epsteins Haft weitere personelle Konsequenzen.

Laut «New York Post» ist unklar, wer von dem durch das Testament eingerichteten Treuhandfonds «The 1953 Trust» profitiert. Ein Begünstigter sei in dem Dokument nicht genannt.

epa07775260 A view of the Metropolitan Correctional Center, the prison where the US financier Jeffrey Epstein was found dead in his jail cell on 10 August 2019, in New York, New York, USA, 15 August 2019. An autopsy report released today by New York City?s chief medical examiner indicated that Epstein had broken bones in his neck that sometimes are connected to a suicide, but are more common in victims of strangulation.  EPA/JUSTIN LANE

Bild: EPA

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg News könnte der Schritt es mutmasslichen Missbrauchsopfern erschweren, Schadenersatz einzuklagen. Mehrere Frauen hatten nach Epsteins Tod Klage eingereicht und angegeben, in der Vergangenheit von ihm sexuell missbraucht worden zu sein. Sie forderten hunderte Millionen Dollar Entschädigung von Epsteins Erben und möglichen Komplizen.

In seinem Testament gab der einstige Hedgefondsmanager an, unter anderem Aktien im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar zu besitzen, ausserdem sechs Luxusanwesen an Orten wie New York, Paris und Florida sowie Flugzeuge, Autos und Boote im Wert von mehr als 18 Millionen Dollar.

Personelle Konsequenzen

Derweil zog das US-Justizministerium weitere personelle Konsequenzen aus dem Epstein-Fall. Die Leitung des Federal Bureau of Prisons werde neu besetzt, teilte Justizminister Bill Barr am Montag mit. Die Behörde ist für die Verwaltung der Bundesgefängnisse zuständig. Kathleen Hawk Sawyer soll demnach Hugh Hurwitz ablösen, der den Posten 15 Monate lang innehatte. Die ehemalige Gefängnispsychologin leitete die Behörde bereits zwischen 1992 und 2003.

Der geschäftsführende Leiter der US-Bundesgefängnisbehörde, Hugh Hurwitz, muss seinen Posten nach dem Suizid des Unternehmers Jeffrey Epstein abgeben. Die Behörde soll demnach künftig von Kathleen Hawk Sawyer geleitet werden.

Muss gehen: Hugh Hurwitz. Bild: AP

Barr hatte von «ernsthaften Unregelmässigkeiten» bei der Überwachung Epsteins gesprochen und eine «gründliche Untersuchung» der Todesumstände des 66-Jährigen zugesagt. Epstein war bereits am 23. Juli nach einem mutmasslichen Suizidversuch verletzt in seiner Zelle gefunden worden. Seine verstärkte Überwachung wegen Suizidgefahr wurde aber am 29. Juli wieder eingestellt.

Vor einer Woche war der Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses in New York, in dem Epstein starb, für die Dauer der Ermittlungen zu den Todesumständen versetzt. Zwei Wärter aus Epsteins Zellentrakt wurden suspendiert.

Düsteres Bild

Die «New York Times» zeichnete ein düsteres Bild von Epsteins letzten Tagen. Die Zeitung berichtete unlängst, der Multimillionär habe seine mit Ungeziefern befallene Zelle so sehr verabscheut, dass er Anwälte bezahlte, um mit ihnen bis zu zwölf Stunden in anderen Räumen verbringen zu können. Er habe sich selten gewaschen und statt auf seinem Bett auf dem Boden geschlafen.

Epstein war am 10. August tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden worden. Nach Angaben des Justizministeriums beging er Suizid. Der 66-Jährige soll jahrelang junge Mädchen und Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Bei einer Verurteilung hätten dem US-Multimillionär, der gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht. (ohe/sda/afp)

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Salamikönig 20.08.2019 14:10
    Highlight Highlight Ein Mann mit so vielen Kontakten und Macht, würde niemals freiwillig den Löffel abgeben.
    • Bits_and_More 20.08.2019 14:54
      Highlight Highlight Warum nicht?
      Bei diesen Anschuldigen, vor allem weil diese so öffentlich sind, haben ihm doch schon all seine mächtigen Kontakte den Rücken gekehrt und sorgen dafür, möglichst nicht mit Epstein in Verbindung gebracht zu werden.
      Epstein war am Boden, Isoliert und Eingesperrt und hätte vermutlich nie mehr das Gefängnis verlassen.
    • Salamikönig 21.08.2019 08:22
      Highlight Highlight @Bits_and_More Da hast du Recht.
  • Disclaimer 20.08.2019 10:25
    Highlight Highlight Der schlaue Mann hat sich ein Ticket für's untertauchen besorgt und geniesst jetzt seine Freiheiten auf der Insel noch viel mehr als vorher. Einziger Nachteil, er darf sich nicht mehr blicken lassen. Mit dem nötigen Kleingeld ist sehr viel möglich.
    • Hierundjetzt 20.08.2019 13:05
      Highlight Highlight Ok. Er ist aus dem Gefängnis entflohen, hat zeitgleich ein Toter mit gleicher Identität *ins* Gefängnis gebracht, den Patologen und ca. 100 Personen des Bundesamtes für Polizei (FBI) bestochen.

      Den Justizminister auch.

      Zudem sämtliche Videobänder manipuliert.

      Aha.

      So, genug YT für heute. Bitte geh an es bitz an die frische Luft.
    • Snowy 20.08.2019 13:43
      Highlight Highlight Hoffe mal, das war Ironie Disclaimer....


      Ansonsten: Manchmal schon tragisch wie leichtgläubig gewisse Menschen sind.
    • Basti Spiesser 20.08.2019 19:52
      Highlight Highlight @hierundjetzt

      „100 Personen des Bundesamtes für Polizei (FBI) bestochen. “

      Naja von ca der Hälfte und deren Chefs hatte er wahrscheinlich explizite Videos und Bilder...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 20.08.2019 10:20
    Highlight Highlight Damit wird ein Mord an Epstein immer unwahrscheinlicher.
    • Nickoseli 20.08.2019 10:33
      Highlight Highlight Und ein forcierter Selbstmord immer glaubwürdiger.
    • Nickoseli 20.08.2019 14:48
      Highlight Highlight Andere glauben alles, was ihnen vorgesetzt wird.
    • Basti Spiesser 20.08.2019 19:54
      Highlight Highlight @Tjuck gilt dann auch für die VT der Medien, wie die Russenverschwörung und ähnliches...
    Weitere Antworten anzeigen
  • DrFreeze 20.08.2019 10:03
    Highlight Highlight Und er hat das Testament wirklich selber verfasst?
    Für mich wird die Sache immer wie unglaubwürdiger.
    • DrFreeze 20.08.2019 15:27
      Highlight Highlight Wenn man einem psychisch angeschlagenen/depressiven Menschen die Hilfsmittel gibt sich zu töten und danach beide Augen zudrückt, dann ist es für Dich ein einfacher Suizid. Kann man so sehen, für mich ist das eher Eventualvorsatz. Und es kann mir keiner vormachen, dass nicht einige Leute aufgeatmet haben, als sie vom seinem Tod erfahren haben.
    • Basti Spiesser 20.08.2019 19:55
      Highlight Highlight @tjuck

      Doch den gibt es, die Umstände und Fehler der Suicide watch und ca 1000 Leute mit einem Motiv.
  • Pümpernüssler 20.08.2019 06:12
    Highlight Highlight Ein Testament kann man auch ohne Suizidabsicht schreiben. Für mich stinkt das Ganze immernoch. Wer sovielen Menschen schaden kann, überlebt nicht lange. House of Cards lässt grüssen.
    • Dr. Unwichtig 20.08.2019 13:28
      Highlight Highlight Klar - „House of Cards“ ist DIE Referenz für alle politischen Vorgänge...
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 20.08.2019 14:04
      Highlight Highlight Das glaubt mir jetzt bestimmt kein Mensch, aber House of Cards ist nicht der Massstab für Realitätsbezug.
    • Pümpernüssler 20.08.2019 16:44
      Highlight Highlight ja bezieht euch nur auf meinen letzten Satz 🤣
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