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Nach US-Aktion in Venezuela: EU-Kommission spricht von Chance

European Commission President Ursula von der Leyen speaks during a media conference at the EU Summit in Brussels, Friday, Dec. 19, 2025. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)
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Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen vermeidet eine klare Bewertung des US-Vorgehens.Bild: keystone

Nach US-Aktion in Venezuela: EU-Kommission spricht von Chance

05.01.2026, 15:2705.01.2026, 15:27

Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen vermeidet eine klare Bewertung des US-Vorgehens in Venezuela und betont stattdessen positive Aspekte.

«Die Ereignisse vom Wochenende bieten die Möglichkeit eines vom venezolanischen Volk geführten demokratischen Übergangs», sagte eine Sprecherin in Brüssel. Der von den USA nach New York gebrachte Präsident Nicolás Maduro habe nicht über die Legitimität eines demokratisch gewählten Staatschefs verfügt.

Auf die Frage eines Journalisten, ob das US-Vorgehen aus Perspektive der EU-Kommission «eine Invasion, eine Intervention, einen Akt der Aggression oder einen von aussen betriebenen Staatsstreich» darstelle, wollte sich die Sprecherin nicht äussern. «Wir haben nicht wirklich darüber gesprochen, wie wir das nennen», sagte sie.

Eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas erinnerte unterdessen an eine am Sonntagabend veröffentlichte Erklärung, die von allen EU-Staaten mit Ausnahme von Ungarn mitgetragen wird. In ihr wird darauf verwiesen, dass unter allen Umständen die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen gewahrt werden müssen.

Dies kann als Kritik am US-Vorgehen verstanden werden, zumal es in der Erklärung weiter heisst, dass die USA und alle anderen Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen eine besondere Verantwortung tragen, diese Grundsätze als Pfeiler der internationalen Sicherheitsarchitektur aufrechtzuerhalten. (sda/dpa/hkl)

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45 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Roli_G
05.01.2026 16:14registriert Januar 2021
Sorry, man kann einfach nicht gleichzeitig sagen, dass die Grundsätze des Völkerrechts eingehalten werden sollen und dann aber nur die positiven Aspekte ansprechen. Es war klar Völkerrechtswidrig was die USA abgezogen hat. Diese Zurückhaltung könnte ziemlich negative Folgen für die Europa haben. Trump hat ja auch ein Auge auf Grönland geworfen und wenn man ihm alles durchgehen lässt, dann wird er keine Hemmungen haben auch in Grönland aktiv zu werden.
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FamilyGuy
05.01.2026 17:45registriert März 2020
Jedes Land ist Uno-Mitglied. Dieser Angriff war genauso völkerrechtswidrig wie der Angriff der Russen auf die Ukraine… also warum kann man sich in „demokratischen“ westlichen Ländern nicht zu einer uneingeschränkten Verurteilung von Amerikas Diktatur entscheiden? Trump hat sich bei diesem Angriff nicht mal um die amerikanische Verfassung gekümmert und lässt Senat und Represanten aussen vor.
Amerikas Demokratie scheint so geschwächt, dass er sich die Macht einfach gibt… und alle vernünftigen Amerikaner sind ja schon angsterfüllte Linksradikale und Antifa-Mitglieder…. ☹️ So entstehen 3. Reiche.
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El_Chorche
05.01.2026 17:43registriert März 2021
Die Pressekonferenzen der EU und der Schweiz zu Trumps Gebaren gehören mittlerweile zu meinen liebsten Satiresendungen.
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Vom Iran bis Libyen – 9 US-Interventionen und ihre Folgen
Offene militärische Invasion oder verdeckte Operation – die USA haben eine lange Geschichte von Interventionen zur Absetzung von nicht genehmen Regierungen. Meist nicht zum Wohle des betroffenen Landes.
Die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Soldaten ist nicht das erste Mal, dass Washington einen ausländischen Regierungschef gewaltsam von der Macht entfernt hat. Und bereits droht Präsident Donald Trump seinem kolumbianischen Amtskollegen Gustavo Petro, es könnte ihm ebenso ergehen wie Maduro. Die USA waren nie zimperlich bei der Durchsetzung ihrer strategischen und ökonomischen Interessen – und mischten sich dafür auch in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten ein.
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