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Wut in Neuseeland wegen Nationalvogel: Zoo in Miami entschuldigt sich

Wut in Neuseeland wegen Nationalvogel: Zoo in Miami entschuldigt sich

24.05.2023, 07:0724.05.2023, 07:07
epa03040682 A handout picture provided by Lisa Sims Limited shows Mauriora, a three-day-old rare white kiwi chick, the second to hatch at the Mt Bruce national wildlife centre in the Wairarapa, New Ze ...
Ein weisser Kiwi.Bild: EPA

Der Zoo von Miami hat nach empörten Reaktionen in Neuseeland die hautnahen Begegnungen von Besuchern mit einem Kiwi aus dem Programm genommen. Der flugunfähige und nur in dem Pazifikstaat beheimatete Kiwi (auch Schnepfenstrauss genannt) ist der Nationalvogel Neuseelands. Bislang durften Interessenten gegen Bezahlung von rund 20 Dollar (18 Euro) in dem Tierpark in den USA ein Exemplar namens Paora bei hellem Licht streicheln und Selfies mit dem Vogel machen, wie auf einem im Internet verbreiteten Video zu sehen war. Kiwis sind aber nachtaktiv.

Am Dienstag hatten aufgebrachte Neuseeländer eine Online-Petition unter dem Titel «Rettet diesen misshandelten Kiwi» gestartet. Paora war 2019 im Rahmen einer Leihvereinbarung zwischen dem Smithsonian National Zoo und der neuseeländischen Regierung als Ei in den Zoo von Miami geschickt worden. «Er wurde gezähmt und ist vier Tage die Woche hellem Neonlicht ausgesetzt, wird von Dutzenden Fremden angefasst, an seinen empfindlichen Schnurrhaaren gestreichelt, ausgelacht und wie ein Spielzeug zur Schau gestellt», hiess es in der Petition. «Kiwis sind unsere kostbaren Schätze, nicht Amerikas Spielzeug.»

Der Zoo in Florida entschuldigte sich nun «für den Stress», den das Video ausgelöst habe. Die Besucher-Begegnungen mit dem Tier seien «im Nachhinein betrachtet nicht gut durchdacht gewesen» - speziell im Hinblick auf die nationale Symbolik dieses ikonischen Tieres, hiess es in einer Erklärung. Der Zoo dankte den Neuseeländern für ihre «Sorge, Liebe und Leidenschaft für diesen bemerkenswerten Vogel». Es werde nun ein spezielles Habitat für Paora geschaffen, um ihm «weiterhin den Schutz zu bieten, den er braucht, und gleichzeitig seine natürlichen Instinkte zu respektieren und zu unterstützen».

Markant an Kiwis sind ihre fellartigen, zarten Federn, ihre starken Beine mit grossen Füssen und scharfen Krallen, ihre verkümmerten Flügel und ihre langen Schnäbel. Die Neuseeländer betrachten den Sonderling voller Stolz als ihr Wahrzeichen. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) werden Kiwis als «gefährdet» eingestuft. (oee/sda/dpa)

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