International
USA

USA stationieren hunderte Soldaten fest in Norwegen – Russland ist irritiert

Soldiers of the U.S. Army's 2nd Cavalry Regiment, deployed in Latvia as part of NATO's Operation Atlantic Resolve, are pictured near their armored vehicle named "Stryker" during a  ...
US-Truppen in Lettland: Nun sollen sie auch in Norwegen Präsenz zeigen. Bild: INTS KALNINS/REUTERS

USA stationieren hunderte Soldaten fest in Norwegen – Russland ist irritiert

25.10.2016, 04:0525.10.2016, 12:17

Die norwegische Regierung hat der Stationierung von US-Soldaten in ihrem Land zugestimmt. Mit der Aufnahme der rund 330 US-Marineinfanteristen, die am Montag bekannt gegeben wurde, nimmt die Regierung in Oslo die Verärgerung des Nachbarlands Russland in Kauf.

Für die Sicherheit ihres Landes sei es «wichtig, dass unsere Verbündeten hierherkommen, um Kenntnisse darüber zu erwerben, wie man in Norwegen und mit den norwegischen Streitkräften operiert», erklärte Verteidigungsministerin Ine Eriksen Soreide die Stationierung.

Die US-Soldaten sollen nach Ministeriumsangaben aus Oslo rund 1000 Kilometer von der Grenze mit Russland den Einsatz unter arktischen Bedingungen üben. Norwegen ist seit 1949 Mitglied der NATO; zur Besänftigung Moskaus hatte Norwegen damals zugesagt, keine ausländischen Kampftruppen in das Land zu lassen, sofern es nicht selbst angegriffen wird. Übungseinsätze von NATO-Partnerverbänden sollten aber möglich sein.

Norwegen und Russland teilen sich weit nördlich des Polarkreises eine gemeinsame Grenze.

Verteidigungsministerin Soreide sprach mit Blick auf die Stationierung von einer «willkommenen US-Initiative», die sich gut in die laufenden Bemühungen der NATO zur verbesserten praktischen Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses einfüge. Die USA haben bislang schon erhebliche Mengen militärischen Materials in Norwegen gelagert, bislang aber noch keine Soldaten dort fest stationiert.

Russland irritiert

Russland hatte sich in den vergangenen Tagen, als erste Berichte über die geplante Stationierung auftauchten, irritiert gezeigt. «Wir würden gerne verstehen, warum Norwegen so sehr auf die Erhöhung seines militärischen Potenzials durch die Stationierung von US-Truppen abzielt», erklärte der Sprecher der russischen Botschaft in Oslo, Maxim Gurov, vergangenen Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Er verwies darauf, dass norwegische Politiker regelmässig versicherten, dass sie ihr Land nicht durch Russland bedroht sähen. (cma/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
112 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Soli Dar
25.10.2016 06:40registriert April 2016
Man stelle sich den Aufschrei vor, Russland würde 350 Soladaten in z. B. in Mexiko stationieren...
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
LaPaillade
25.10.2016 06:54registriert Juni 2015
Naja, Norwegen ist ein souveräner Staat und als souveräner Staat steht Norwegen ganz klar die Möglichkeit offen, andere Staaten zu bitten, Truppen in ihrem Land zu stationieren. Weiss jetzt nicht, warum jetzt da die Amis wieder die bösen sein sollen.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
_kokolorix
25.10.2016 07:29registriert Januar 2015
Während Russland gegenwärtig gerade mehrere Syrische Städte mit ihren Einwohnern zu blutigem Matsch zerbombt, die Krim besetzt und annektiert hat, in Tschtschenien eine Mafiaherrschaft installiert und zudem die Ukraine offen militärisch angegriffen hat, sind die Amis verzweifelt dabei ihre schändliche Vergangenheit in Afganistan und Irak irgendwie wieder in Ordnung zu bringen und ihren Bündnisspartnern ein wenig Schützenhilfe zu leisten.
Aber selbstverstandlich sind 350 US Soldaten 1000km vor der russischen Grenze eine elementare Bedrohung für Russland...
00
Melden
Zum Kommentar
112
Golf statt Gebet: Trump stösst seine Fundamentalisten-Fans vor den Kopf
In Washington feiern Tausende von Gläubigen den 250. Geburtstag des Landes. Und behaupten, dass die USA eine christliche Nation seien. Warum blieb der Präsident diesem Grossevent fern?
Donald Trump hatte am Sonntag zwei Möglichkeiten, seinen freien Tag zu geniessen. Die erste Option: Quasi vor seiner Haustüre, auf der National Mall, fand eine religiöse Veranstaltung statt, organisiert von seiner Regierung. Tausende von Christen feierten in der herrlichen Parkanlage in der Mitte der amerikanischen Hauptstadt den 250. Geburtstag der Unabhängigkeitserklärung. Und verwischten dabei bewusst die Grenze zwischen Religion und Staat.
Zur Story