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USA

Tyler Rehmet: Wie dem Demokraten ein Sieg in Texas gelang

Wie dieser Demokrat eine MAGA-Hochburg kaperte

02.02.2026, 16:15

Wie die USA kennt auch der Bundesstaat Texas ein Zweikammersystem mit Repräsentantenhaus und Senat. Aufgrund einer Vakanz wurde letztes Wochenende der Sitz des 9. Senatsbezirks neu besetzt. Es traten gegeneinander an: der demokratische Gewerkschaftler und Armeeveteran Taylor Rehmet gegen die konservative Aktivistin Leigh Wambsganss.

Frau Wambsganss mag Jesus, Trump und Pink.
Frau Wambsganss mag Jesus, Trump und Pink. bild: wikimedia

In einem ersten Wahlgang im November hatte sich Rehmet (47,6 Prozent der Stimmen) bereits einmal gegen Wambsganss durchgesetzt (35,9 Prozent). Doch die Republikanerin hatte interne Konkurrenz von John Huffmann (16,5 Prozent). Dieser schied aufgrund der geringsten Anzahl Stimmen für den zweiten Durchgang der Senatswahlen aus.

Die 31 Senatsdistrikte in Texas. Beim grün markierten handelt es sich um den 9. Bezirk, der nun von Rehmet gewonnen wurde.
Die 31 Senatsdistrikte in Texas. Beim grün markierten handelt es sich um den 9. Bezirk, der nun von Rehmet gewonnen wurde.

Der Fall schien klar. Mit den Stimmen von Huffmann wäre Wambsganss der Sieg sicher gewesen. Zumal sie auf die Unterstützung von Donald Trump zählen konnte. Der US-Präsident rief auf seinem Truth-Social-Kanal zur Wahl der einstigen Finalistin einer Miss-Oklahoma-Schönheitswahl auf. Auch die prall gefüllte Wahlkampfbörse dank Spenden aus der Öl- und Gasindustrie sprach für die Republikanerin. Ihre Kriegskasse wurde zu 75 Prozent durch PACS und Super-PACS gefüllt. Entsprechend sah ihr Wahlkampf aus: Ihre Schwerpunkte lagen bei der Sicherung der Grenze, der Unterstützung der texanischen Ölindustrie, der Verteidigung des Waffenrechts und der Senkung der Grundsteuern durch die Steuerbefreiung für Eigenheime. Ihren Gegner verunglimpfte sie als Extremisten, der vom republikanischen Feindbild George Soros mit Geld überhäuft werde. Auf ihrem X-Profil nennt sie sich Ultra-Maga – Wambsganss polterte, als hätte Donald Trump im letzten Jahr alles richtig gemacht.

Doch damit gewinnt man in den USA anscheinend nicht mehr. Den Wahlbezirk, den Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen noch mit 17 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen hatte, den Wahlbezirk, der seit 1991 stets an die Republikanische Partei ging, verlor sie nun mit 14 Prozentpunkten Unterschied.

In this image taken from KXAS video, State Sen-elect Taylor Rehmet (D) speaks Jan. 31, 2026, in Fort Worth, Texas, after winning a special election for the Texas state Senate and flipped a reliably Re ...
Dem 33-jährigen Tyler Rehmet gelang in den Senatswahlen von Texas eine kleine Sensation.Bild: keystone

«Dieser Sieg heute Abend geht an alle hart arbeitenden Menschen», kommentierte Tyler Rehmet seinen Triumph. Wie einst Donald Trump 2016 konnte der Demokrat nicht auf den Rückhalt des Establishments zählen. 80 Prozent seines Wahlkampfbudgets stammen von Kleinstspenden. Und auch in Tonalität und Themensetzung blieb er bodenständig: Er setzte sich für mehr Ausgaben im öffentlichen Schulwesen ein, für bezahlbare Häuser und Wohnungen, für die Veteranen und ein funktionierendes Transportwesen.

Mit dem Schwerpunkt öffentliches Schulwesen gelang es dem jungen Mann zu punkten. Wo sie nur kann, bekämpft die Trump-Regierung die staatlich finanzierte Bildung. Die öffentlichen Schulen in Texas, auf die viele Familien angewiesen sind, verlottern. Und die Verbannung beliebter Bücher aus Schulbibliotheken stiess vielen Eltern sauer auf. Verliererin Wambsganss sieht das Problem aber anderswo: «Die Republikaner müssen aufwachen und härter arbeiten», forderte sie. «Ich habe eine Armee, die für mich arbeitet. Aber es sind immer wieder dieselben Leute. Wir brauchen mehr Truppen.»

Von einer Armee, die für ihn arbeitet, kann Rehmet nur träumen. Sein Vorteil ist, dass er die konservativen Positionen seiner Gegner nur zu gut kennt – und versteht. Er stammt aus einem republikanischen Elternhaus. Als er als junger Flugzeugmechaniker der Gewerkschaft beitrat, begann er die Vorteile einer organisierten Arbeiterschaft am eigenen Leib zu erfahren. Das änderte seine politischen Ansichten. Als Vorzeigedemokrat sieht er sich trotzdem nicht: «Ich bin ein Arbeiter. Für mich geht es nicht um Rot oder Blau. Wir können lang und breit über Parteipolitik reden, aber ich bemühe mich für Einheit. Ich versuche, die Menschen zusammenzubringen», sagte er nach seinem Sieg.

Wie nachhaltig seine Botschaft wirkt, wird sich zeigen. Den vakanten Posten besetzt er nur bis im November. Dann stehen bereits die nächsten Wahlen an. Und dann geht auch Wambsganss vs. Rehmet in die zweite Runde.

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Video: extern
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