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Eingang zum US-Konsulat in St.Petersburg. screenshot: google maps

Russland weist 60 US-Diplomaten aus und schliesst US-Konsulat in St.Petersburg



Im Streit über den Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal hat Aussenminister Sergej Lawrow die Schliessung des US-Generalkonsulats in St. Petersburg angekündigt. Zudem werde man 60 US-Diplomaten ausweisen, sagte Lawrow am Donnerstagabend.

Die 60 US-Diplomaten müssten das Land bis Donnerstag kommender Woche verlassen haben, kündigte Russland an. Darunter sind 58 Diplomaten in Moskau und zwei Konsulatsmitarbeiter in Jekaterinburg.

Der US-Botschafter in Moskau sei ins Aussenministerium einbestellt worden, wo ihn Vizeminister Sergej Rjabkow über die russischen Massnahmen informiere, sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Aus den anderen Ländern, die sich am Vorgehen gegen Russland beteiligt hätten, müssten zudem ebenso viele Diplomaten das Land verlassen, wie russische Vertreter ausgewiesen wurden. «Fürs Erste ist das alles», sagte der Minister.

Der tagelang erwartete russische Schritt ist die Reaktion darauf, dass rund 27 Staaten sowie die Nato mehr als 140 russische Diplomaten ausgewiesen haben, zuletzt am Donnerstag Georgien. Besonders scharf hatten die USA reagiert: 60 Diplomaten wurden ausgewiesen, und das russische Konsulat in Seattle muss geschlossen werden.

Russian Foreign Minister Sergey Lavrov speaks in Moscow, Russia, Thursday, March 29, 2018. Russia's foreign minister says Moscow will expel the same number of diplomats from the nations that have expelled Russian diplomats over the poisoning of an ex-Russian spy in Britain. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Sergej Lawrow: «Fürs Erste ist das alles.» Bild: AP/AP

Anlass sind die Vorwürfe nach dem Giftangriff auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia in der südenglischen Kleinstadt Salisbury. Beide waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der Innenstadt entdeckt worden. Grossbritannien macht Russland für die Attacke verantwortlich, weil angeblich der zu Sowjetzeiten entwickelte chemische Kampfstoff Nowitschok eingesetzt wurde. Moskau weist die Anschuldigungen zurück und verurteilt sie als anti-russische Kampagne.

USA: Ausweisung von Diplomaten aus Russland «ungerechtfertigt»

Die USA haben die von Russland angekündigte Ausweisung von 60 US-Diplomaten als «ungerechtfertigt» bezeichnet und mit möglichen weiteren Massnahmen gedroht.

Washington behalte sich «das Recht vor» auf die Ausweisungen zu «reagieren», sagte Aussenamtssprecherin Heather Nauert am Donnerstag. «Russland hat beschlossen, sich weiter zu isolieren. Wir schauen uns die Optionen an.»

Streit schaukelt sich immer höher

Im Fall Skripal schaukelt sich der Streit seit Tagen immer höher. Doch das harte Vorgehen mit der Ausweisung von Diplomaten ist auch in der EU umstritten. Russland verweist darauf, dass London keine konkreten Beweise gegen Moskau vorgelegt habe. Mehrere EU-Staaten, darunter Österreich, Luxemburg und Griechenland, haben sich nicht an der Aktion beteiligt und argumentieren ebenfalls mit der unklaren Beweislage.

Seit dem Aufflammen des Streits hatten Grossbritannien und Russland bereits gegenseitig 23 Diplomaten ausgewiesen. Moskau untersagte auch die Arbeit des britischen Kulturinstituts British Council. Zwischen beiden Ländern ist es schon in den vergangenen Jahrzehnten zu grossen Spionagefällen mit der Ausweisung Dutzender Vertreter gekommen.

Uno-Chef warnt vor neuem Kalten Krieg

Angesichts wachsender Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt warnte Uno-Generalsekretär António Guterres vor einer Art neuem Kalten Krieg. Vorsichtsmassnahmen wie damals seien wieder notwendig, sagte Guterres am Donnerstag in New York.

epa06605244 UN Secretary General Unite Antonio Guterres attends the extraordinary ministerial conference of Food and Agriculture Organization of the Unitend Nations, in Rome, Italy, 15 March 2018. The conference is on support the relief and human development agency United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA).  EPA/GIUSEPPE LAMI

Zeigt sich besorgt: Uno-Generalsekretär António Guterres. Bild: EPA/ANSA

Die Situation besorge ihn sehr. Sie sei «in vielen Hinsichten ähnlich dem, was wir im Kalten Krieg erlebt haben» und bedürfe «Kommunikationsmechanismen und Kontrolle, um Eskalation zu verhindern und sicherzustellen, dass die Dinge nicht ausser Kontrolle geraten, wenn die Spannungen zunehmen», sagte Guterres. «Diese Mechanismen wurden abgebaut, weil die Menschen dachten, der Kalte Krieg wäre beendet.»

Während des Kalten Krieges zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und 1989 gab es beispielsweise eine spezielle Telefonverbindung zwischen Washington und Moskau. (cma/sda/reu/dpa/afp)

Die Analyse:

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Laut_bis_10 30.03.2018 16:10
    Highlight Highlight Könnten Putin, May und die anderen Clowns bitte mit dem Theater aufhören? Ich versuche hier die Steuererklärung auszufüllen!
  • Enzasa 29.03.2018 22:21
    Highlight Highlight Ihr habt drei ausgewiesen und jetzt weisen wir drei aus. ............:.:...

    Irgendwie musste Putin ja reagieren. Für mich persönlich kommt diese harmlose Reaktion einem Schuldeingeständnis gleich.
    • Sebastian Wendelspiess 30.03.2018 11:17
      Highlight Highlight Warum?
    • Enzasa 30.03.2018 16:54
      Highlight Highlight Immer wenn Vorwürfe gemacht wurden und man nach menschlichen Ermessen davon ausgehen konnte, dass es wohl stimmen würde, dann hat Putin es zwar abgestritten und mit Konsequenzen gedroht, aber mit weniger Heftigkeit.

      Ich erinnere mich an den Bericht über den Tod einer Journalistin in Moskau.

      Schuldzuweisungen an Terroristen fielen auch unterschiedlich heftig aus.

      Es ist meine subjektive Meinung und keine beweisbare Schuldzuweisung.
  • Juliet Bravo 29.03.2018 20:52
    Highlight Highlight Wie wärs mit bei der Aufklärung behilflich sein?
    • Mario Conconi 29.03.2018 23:46
      Highlight Highlight Normalerweise git die Unschuld, bis eine Schuld bewiesen wurde nicht umgekehrt!
    • Sebastian Wendelspiess 30.03.2018 00:00
      Highlight Highlight Wie den? Wenn Russland keine Probem bekommt zum Beispiel?
  • Siebenstein 29.03.2018 20:21
    Highlight Highlight Ganz so unklar kann die Indizien- und Beweislage wohl kaum sein wenn sich sogar Italien und Ungarn, die nun normalerweise weissgottnochmal prorussisch ambitioniert handeln, an den Sanktionen beteiligen!
    • Ueli der Knecht 29.03.2018 23:39
      Highlight Highlight Vielleicht haben die Briten und Amis einfach gute Druckmittel. Oder gute Lockstoffe. Die Italiener und Ungarn sind doch gerade darum auch oft prorussisch; ebenso käuflich wie erpressbar. Insofern hinkt deine Argumentation etwas. Italien und Ungarn scherten sich bisher noch nie um klare Indizien oder Beweise, sondern suchten vielmehr immer wieder den eigenen Vorteil. Das wird hier doch genauso sein. Eine klare Indizien- oder Beweislage spielt diesbezüglich überhaupt keine Rolle. Im Gegenteil, desto unklarer, desto besser für Italien und Ungarn; desto mehr schlagen sie raus.
    • Sebastian Wendelspiess 29.03.2018 23:45
      Highlight Highlight Da unterschätzt du den Druck der Amis & EU...
    • little.saurus 30.03.2018 01:05
      Highlight Highlight Beide Länder sind auch totalle Mitläufer...
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