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US-Polizisten sollen sich für Tod von Zwölfjährigem verantworten

Mehr als ein halbes Jahr nach der Erschiessung eines zwölfjährigen Schwarzen in der US-Stadt Cleveland hat ein städtisches Gericht Strafverfahren gegen die zwei beteiligten Polizisten empfohlen. Die Entscheidung über eine Anklage liegt bei der Staatsanwaltschaft.
12.06.2015, 04:5012.06.2015, 09:46

Er sehe die Grundlage für eine Anklage unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Dienstpflichtverletzung, erklärte Richter Ronald Adrine laut einem lokalen Ableger des US-Fernsehsenders ABC am Donnerstag.

Die Gerichtsentscheidung beruht auf einem Gesetz, wonach Bürger die Staatsanwaltschaft umgehen und bei Gerichten die Ausstellung von Haftbefehlen beantragen können. Bis zu einem Entscheid der Staatsanwaltschaft, ob sie Anklage gegen die beiden Beamten erhebt, könnten noch Wochen oder Monate vergehen. 

«Das ist nicht das Ende des Weges, aber es ist ein Schritt und er ist ermutigend.»
Aktivistin Rachelle Smith

Die Aktivistin Rachelle Smith, die mit anderen das Gericht eingeschaltet hatte, begrüsste die Empfehlung des Richters. «Das ist nicht das Ende des Weges, aber es ist ein Schritt und er ist ermutigend», sagte Smith dem örtlichen Nachrichtenportal Cleveland.com.

Tod wegen Spielzeugwaffe

Der zwölfjährige Tamir Rice war Ende November in Cleveland im Bundesstaat Ohio erschossen worden. Die Polizisten hielten eine Waffenattrappe, die der Junge in den Händen hielt, für echt. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten, dass die Polizei nach der Ankunft am Ort des Geschehens binnen Sekunden schoss. 

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen den spielenden Knaben kurz vor seinem Tod.
Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen den spielenden Knaben kurz vor seinem Tod.Bild: EPA/CLEVELAND OHIO POLICE DEPARTMENT

Angaben eines Anwohners, der beim Alarmierungsanruf bei der Polizei von einer vermutlich unechten Waffe in den Händen des Kindes sprach, wurden den Beamten offenbar nicht übermittelt.

Es war einer von vielen Vorfällen, bei denen weisse US-Polizisten unbewaffnete Afroamerikaner erschossen. Diesen lösten landesweit immer wieder Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. (kad/sda/afp)

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