International
USA

Ausschuss zur Kapitol-Attacke nimmt sich weiteren Trump-Anhänger vor

Ausschuss zur Kapitol-Attacke knöpft sich weiteren Trump-Anhänger vor

14.10.2021, 05:0314.10.2021, 05:03

Der Ausschuss zur Untersuchung der Kapitol-Attacke hat von einem ehemaligen hohen Mitarbeiter des US-Justizministeriums Dokumente eingefordert. Jeffrey Clark sei mutmasslich an dem Versuch beteiligt gewesen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2020 in Zweifel zu ziehen, teilte der Ausschuss im Repräsentantenhaus am Mittwochabend (Ortszeit) mit. «Wir müssen die Rolle von Herrn Clark bei diesen Bemühungen im Justizministerium verstehen und erfahren, wer in der gesamten Verwaltung beteiligt war», sagte der Vorsitzende, Bennie Thompson.

FILE - In this Sept. 14, 2020, file photo, Jeff Clark, then-Assistant Attorney General for the Environment and Natural Resources Division, speaks during a news conference at the Justice Department in  ...
Der Ausschuss fordert von Jeffrey Clark eine Zeugenaussage.Bild: keystone

Anhänger Trumps hatten am 6. Januar den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump musste sich wegen des Angriffs einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger zuvor in einer Rede aufgestachelt hatte. Am Ende des Verfahrens wurde der Republikaner jedoch freigesprochen. Der Ausschuss im US-Repräsentantenhaus soll die Hintergründe des Angriffs auf das Kapitol untersuchen.

Der Ausschuss fordert von Clark auch eine Zeugenaussage. Ein Bericht des Justizausschusses des Senats hatte offengelegt, wie Trump nach der Wahl versucht hatte, auf das Justizministerium Druck auszuüben. Der Ausschuss beruft sich auf den Bericht. Clark schlug demnach vor, in einem Brief Abgeordnete in US-Bundesstaaten aufzurufen, die Bestätigung der Wahlergebnisse zu verzögern. Zudem sollte auf einer Pressekonferenz erklärt werden, dass das Ministerium Vorwürfen des Wahlbetrugs nachgehe. Beide Vorschläge seien abgelehnt worden.

Berichten nach wurde der damalige geschäftsführende US-Justizminister Jeffrey Rosen am Mittwoch von dem Gremium verhört. «Ich kann das nicht bestätigen», sagte Ausschussmitglied Adam Schiff dem Sender CNN. Trump hatte zuletzt versucht, die Ermittlungen des Ausschusses zu blockieren und auf das sogenannte Exekutivprivileg gepocht. Dabei handelt es sich um das Vorrecht des Präsidenten, dem Kongress oder Gerichten gewisse Informationen vorzuenthalten. US-Präsident Joe Biden hat dies für erste vom Ausschuss angeforderte Aufzeichnungen des Weissen Hauses aus der Trump-Zeit abgelehnt. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So berichtet die Zeitungen über den Sturm auf das Kapitol
1 / 23
So berichtet die Zeitungen über den Sturm auf das Kapitol
«Newsday»: Kapitales Chaos
Auf Facebook teilenAuf X teilen
AOC erklärt, was ihr während der Kapitolstürmung passiert ist
Video: extern / rest
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Frankreichs neuer X-Humor: So bissig kontert Paris die Lügen von Trump und Putin
Frankreich hat genug von Trollfabriken und Propagandakriegen. Das Land reagiert mit Humor, Punchlines und viralen Posts. Das Aussenministerium betreibt jetzt ein Meme-Profil auf X und wird damit selbst zur Waffe im Informationskrieg.
Während Donald Trump gegen die EU wettert und russische Trolle westliche Demokratien unterwandern, hat Frankreichs Aussenministerium beschlossen: Schluss mit Contenance. Statt stiller Distanz gibt es jetzt pointierte Gegenangriffe. Auf der Plattform X, wo rechte Propaganda besonders stark vertreten ist, reagiert Frankreich auf Desinformation aus Washington und Moskau.
Zur Story