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Afro-Amerikaner ringt unter Knie von Polizist 5 Minuten um Luft – wenig später ist er tot



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Ein Polizist drückt den Verhafteten minutenlang mit dem Knie auf den Boden. screenshot: facebook

Es sind schockierende Bilder, die gestern in Minneapolis aufgenommen wurden. Ein Polizist drückt einen Afro-Amerikaner minutenlang auf den Boden. Sein Knie ist auf dem Nacken des Mannes platziert.

Der Verhaftete schnappt zunächst um Luft und sagt wiederholt: «Bitte, lasst mich atmen!» Der Polizist gibt jedoch keinen Millimeter nach. Auch der Bitte nach Wasser kommt er nicht nach. Mehrere umstehende Personen fordern den Polizisten und seine Kollegen dazu auf, den Mann am Boden doch ins Auto zu befördern, damit er atmen könne. Vergebens.

Nach rund fünf Minuten macht der Verhaftete plötzlich keine Bewegungen mehr. Sein Blick wird starr. Es dauert jedoch weitere vier Minuten, ehe die Ambulanz ankommt und der Polizist sein Knie vom Nacken des Mannes entfernt. Er wird in den Krankenwagen gehoben. Ein Beistehender ruft aufgewühlt: «Ihr habt gerade einen Mann getötet.»

Der Mann stirbt

Wenig später veröffentlicht das Minneapolis Police Departement ein Statement: Die Polizei habe den Mann auf einem blauen Auto sitzend angetroffen. Sie habe ihn aufgefordert, herunterzusteigen. «Er leistete körperlichen Widerstand gegen die Beamten. Die Beamten konnten dem Verdächtigen Handschellen anlegen und stellten fest, dass er offenbar unter einer medizinischer Notlage litt.» Zudem heisst es im Statement, er habe wohl unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden.

Für den Afro-Amerikaner endet der Abend tödlich, wie aus dem Statement hervorgeht: «Die Beamten riefen einen Krankenwagen. Er wurde mit dem Krankenwagen zum Hennepin County Medical Center transportiert, wo er kurze Zeit später starb.»

Ohne auf das veröffentlichte Video einzugehen, macht das Police Departement am Dienstag ein Update. Der Titel des Statements lautet jetzt: «Mann stirbt nach medizinischem Zwischenfall während Polizeiinteraktion.» Das FBI untersuche nun den Vorfall.

Bürgermeister: «Dieser Mann hätte nicht sterben dürfen»

Das Video der Verhaftung ruft viele Reaktionen hervor. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, bezeichnet den Vorfall als «schrecklich» und «traumatisch».

«Schwarz sein in Amerika sollte kein Todesurteil sein. Fünf Minuten lang sahen wir zu, wie ein weisser Beamter sein Knie in den Nacken eines Schwarzen drückte. Fünf Minuten lang.»

Weiter schreibt Frey in seinem Statement: «Dieser Polizist versagte im grundlegendsten, menschlichen Sinne. Dieser Mann hätte nicht sterben dürfen.»

Der Vorfall in Minneapolis kommt nur wenige Tage, nachdem die brutale Ermordung von Ahmaud Arbery die Rassismus-Debatte in den USA hatte aufflammen lassen. Der 25-Jährige wurde in Georgia bei einer Jogging-Runde von weissen Männern erschossen.

Den Behörden wurde danach vorgeworfen, nicht richtig ermittelt zu haben. Es dauerte mehr als zwei Monate, bis es die ersten beiden Festnahmen wegen des Mordes an dem 25-Jährigen gab. Die Ermittlungen kamen erst richtig in Gang, als der Fall durch das verstörende Handy-Video breite Aufmerksamkeit erlangte. (cma)

Update: Am Dienstagnachmittag gab der Bürgermeister von Minneapolis bekannt, dass die vier involvierten Polizisten gefeuert wurden.

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