Weltweit erstes Museum für KI-Kunst eröffnet im Juni in Los Angeles
Eine KI-generierte Ausstellung ausgerechnet zu den Themen Natur und Regenwald. In Anbetracht der Tatsache, wie Ressourcenintensiv das Erstellen von KI-generierten Inhalten ist, ein ambivalent erscheinendes Vorhaben. «Nachhaltigkeit ist keine Einschränkung, die wir umgehen, sondern eine Bedingung, auf der wir aufbauen», sagt Digital-Künstler und Aussteller Refik Anadol gegenüber dem US-Medienunternehmen NPR.
Durch spezielle Cloud-Server in Oregon, welche zu 87 Prozent mit CO2-neutraler erneuerbarer Energie betrieben werden, verbrauche der Ausstellungsbesuch einer Person lediglich so viel Strom wie das Laden eines Smartphones, so Anadol weiter. Der türkisch-amerikanische Künstler kuratiert zusammen mit Efsun Erkilic die erste Ausstellung «Machine Dreams: Rainforest» im neuen Museum für KI-Kunst Dataland in Los Angeles.
Der digitale Regenwald soll dabei mehr sein als lediglich eine Projektion auf einer Leinwand. Gegenüber der «Los Angeles Times» verspricht Anadol den Besuchenden ein «multisensorisches, multimediales Erlebnis»: «Ton, Bild, Video, Text, Geruch, Geschmack und Tastsinn. Sie alle stehen in einem Dialog.»
Inspiriert habe Anadol und Erkilic eine Reise in den Amazonas-Regenwald. Dabei nahmen die beiden gemäss dem Kunstmagazin Artnet den Regenwald als eine grosse vernetzte Intelligenz wahr. Nach ihrer Heimkehr begannen sie mit der Entwicklung eines frei zugänglichen KI-Modells, welches mit Millionen von Naturbildern und Klängen gefüttert wurde. Daraufhin befahlen sie ihrem «Large Nature Model», wie sie es nannten, die Verhaltensweise der Natur zu erlernen und dementsprechend zu interagieren.
Dabei herausgekommen ist eine immersive Welt, welche sich über die gesamten fünf Ausstellungsräume des neuen Museums erstreckt. Dass Projekte wie diese nicht ohne riesige Mengen an Datensätzen auskommen und diese Daten, insbesondere im künstlerischen Bereich, auch aus den Arbeiten anderer Künstlerinnen und Künstler bestehen, sorgt indes immer wieder für Aufregung in der Kunstwelt.
«Ich weiss, dass viele Künstler ihre Technologien nicht offenlegen wollen, aber für mich bedeutet KI Möglichkeiten. Und Möglichkeiten bringen Verantwortung mit sich. Wir müssen genau offenlegen, woher unsere Daten stammen.» Sämtliche Daten, welche für das Projekt «Machine Dreams: Rainforest» genutzt wurden, kämen aus Quellen, welche deren Verwendung für das Projekt explizit zustimmten, so Anadol gegenüber der «Los Angeles Times». (jul)
