International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

FBI behandelt tödliche Schüsse von Saudi auf US-Militärbasis als Terrorakt



US-Ermittler behandeln die tödlichen Schüsse eines saudischen Soldaten auf einem US-Militärstützpunkt in Florida inzwischen als Terrorangriff. Die Leiterin der Ermittlungen bei der Bundespolizei FBI, Rachel Rojas, sagte am Sonntag, man gehe derzeit davon aus, dass es sich um einen terroristischen Akt handle.

Diese Annahme erweitere die zur Verfügung stehenden Mittel für die Untersuchungen. Viele Fragen seien aber noch offen. Auch der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Robert O'Brien, äusserte die Vermutung, dass es sich um einen Terrorakt handle.

Der Schütze hatte am Freitag auf der Militärbasis Pensacola im US-Bundesstaat Florida drei Menschen getötet und weitere verletzt, bevor er von Einsatzkräften erschossen wurde. Er hatte nach Polizeiangaben in einem Schulungsgebäude auf dem Militärgelände mit einer Pistole um sich geschossen. Es handelte sich nach FBI-Angaben um einen 21 Jahre alten Angehörigen der saudischen Luftwaffe, der sich zur Ausbildung auf dem Stützpunkt in Florida aufhielt.

Die zuständigen Behörden veröffentlichten am Wochenende sowohl den Namen des Schützen und als auch der drei dort getöteten Matrosen. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Mark Esper handelt es sich bei den Todesopfern um Amerikaner. Das FBI veröffentlichte ausserdem ein Foto des Schützen.

Suche nach Motiven

Rojas sagte, man arbeite intensiv daran, die Motive des Täters aufzudecken und zu klären, ob er allein gehandelt habe oder Teil eines Netzwerkes sei. Dies brauche Zeit und Geduld. Es würden weiter Mitarbeiter der Militärbasis sowie Freunde und Klassenkameraden des Schützen befragt, darunter auch Saudis. Es habe aber keine Festnahmen in dem Fall gegeben, betonte sie.

Rojas sagte auch, die Waffe, die der Täter benutzt habe, sei legal erworben worden. Diverse weitere Nachfragen zu den Umständen und Hintergründen der Tat liess sie unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen aber unbeantwortet.

epa08050896 (FILE) - A handout file photo made available by the US Navy shows the main gate of the Naval Air Station (NAS) Pensacola on Navy Boulevard in Pensacola, Florida, USA, 16 March 2016 (issued 07 December 2019). Media reports state that a gunman on 06 December 2019 opened fire inside the Naval Air Station Pensacola killing three people and injuring at least eight others. The attacker, identified as a member of the Saudi Air Force and an aviation student at the base who had been in the country since August 2017, was shot dead by authorities, media added. Officials have not yet determined a motive for the shooting.  EPA/US NAVY/PATRICK NICHOLSs HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Eingang der Naval Air Station in Florida. Bild: EPA

Auch Trumps Sicherheitsberater O'Brien vermutet einen terroristischen Hintergrund der Attacke. «Für mich scheint das ein Terroranschlag zu sein», sagte er am Sonntag dem US-Fernsehsender CBS. Auf die Frage, auf welcher Grundlage er zu diesem Schluss komme, sagte er lediglich, nach dem, was bisher öffentlich bekannt sei, sehe es nach Terror aus. Zugleich betonte O'Brien, die Ermittlungen liefen noch, die Ergebnisse seien abzuwarten.

Nach Navy-Angaben werden regelmässig Militärangehörige verbündeter Streitkräfte auf dem Stützpunkt Pensacola ausgebildet. Das Tragen von Waffen sei ihnen dort aber nicht gestattet. Esper sagte am Samstag, er habe angeordnet, die Sicherheitsvorkehrungen auf Militärstützpunkten zu überprüfen - ebenso wie die Sicherheitschecks von Ausländern, die zur Militärausbildung in die USA kämen.

USA kritisiert

Die Site Intelligence Group und das Middle East Media Research Institute, die Online-Propaganda von Extremisten untersuchen, veröffentlichten nach Angaben mehrerer US-Medien Auszüge aus einer anti-amerikanischen Botschaft, die auf einem Twitter-Account unter dem Namen des mutmasslichen Schützen veröffentlicht worden sei.

«Ich bin gegen das Böse, und Amerika als Ganzes hat sich in eine Nation des Bösen verwandelt», schrieb der Autor einer archivierten Fassung des Tweets zufolge unter anderem. Ob es sich tatsächlich um das Twitter-Konto des Schützen handelte oder lediglich um einen Account unter gleichem Namen, liess sich allerdings nicht unabhängig bestätigen. Das Konto war am Freitag deaktiviert worden.

epa08050894 (FILE) - A handout file photo made available by the US Navy shows an aerial view of the USS John F. Kennedy (CV 67) arriving for a port visit at Naval Air Station (NAS) Pensacola, in Pensacola, Florida, USA, 17 March 2004 (issued 07 December 2019). Media reports state that a gunman on 06 December 2019 opened fire inside the Naval Air Station Pensacola killing three people and injuring at least eight others. The attacker, identified as a member of the Saudi Air Force and an aviation student at the base who had been in the country since August 2017, was shot dead by authorities, media added. Officials have not yet determined a motive for the shooting.  EPA/US NAVY/PATRICK NICHOLSs HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Luftaufnahme der Naval Air Station. Im Vordergrund ist der Flugzeugträger USS John F. Kennedy zu sehen. Bild: EPA

Unbestätigt blieben auch US-Medienberichte, wonach der mutmassliche Schütze angeblich kurz vor der Tat bei einem Abendessen mit anderen Personen Videos von Massen-Schiessereien geschaut haben soll.

Der Angriff in Florida war die zweite Schuss-Attacke auf einem Militärstützpunkt innert einer Woche. Erst am Mittwoch hatte ein Angehöriger der US-Marine auf der Militärbasis Pearl Harbor auf Hawaii zwei Zivilangestellte getötet und sich dann selbst erschossen. Pearl Harbor ist einer der grössten Stützpunkte der US Navy im Pazifik. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Diese Demokraten kandidieren gegen Trump

Schafft es Trump im Amt zu bleiben?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pümpernüssler 09.12.2019 08:49
    Highlight Highlight Als Ausländer darf man sich in den USA legal eine Waffe kaufen? wtf...
  • Asmodeus 09.12.2019 07:33
    Highlight Highlight Ich mag ja folgenden Satz:

    "Diese Annahme erweitere die zur Verfügung stehenden Mittel für die Untersuchungen."

    Anders gesagt. Wenn wir mal prinzipiell davon ausgehen dass es Terror war, dann kriegen wir mehr Ressourcen um unseren Job zu erledigen.

    Bin gespannt was zukünftig noch so als Terror eingestuft wird.


    Und back to topic. Könnte ein "normaler" Amoklauf gewesen sein oder ein politisch motivierter. Wenn man in Saudi Arabien (grösster IS-Unterstützer neben der Türkei) jahrelang zum Hass gegen den Westen trainiert wird, dann nutzt man doch so ne Gelegenheit einige Feinde auszuschalten.

Analyse

Trio infernal: Trump, Putin – und die Deutsche Bank

Der russische Geheimdienst hat in Afghanistan ein Kopfgeld auf amerikanische Soldaten ausgesetzt. Warum reagiert der US-Präsident nicht? Und welche Rolle spielt die Deutsche Bank?

Am vergangenen Freitag hat die «New York Times» einmal mehr eine News-Bombe platzen lassen: Gemäss einer streng vertraulichen Einschätzung sind die amerikanischen Geheimdienste zur Überzeugung gelangt, dass eine russische Spionageeinheit den Taliban ein Kopfgeld für getötete amerikanische Soldaten und andere Nato-Militärs versprochen hat.

Präsident Donald Trump soll bereits im März darüber informiert worden sein. In den vergangenen drei Jahren sind gegen 30 US-Soldaten getötet worden. Ob …

Artikel lesen
Link zum Artikel