International
USA

Genforscher James Watson ist tot

Er entschlüsselte die DNA: US-Genforscher James Watson gestorben

07.11.2025, 21:5108.11.2025, 11:48

Der US-Genforscher und Nobelpreisträger James Watson ist tot. Er hatte gemeinsam mit seinem Kollegen Francis Crick in den 1950er Jahren die Struktur des Erbmaterials entschlüsselt.

Watson sei im Alter von 97 Jahren auf Long Island nahe der Millionenmetropole New York gestorben, teilte das Cold Spring Harbor Laboratory mit.

Nobelpreis für Forschung erhalten

Nach fast zwei Jahre dauernder intensiver Knobelei fanden Watson und Crick in den 1950er Jahren heraus, dass die Struktur des Erbmaterials DNA aus einer sogenannten Doppelhelix besteht, einer spiralförmig gedrehten Strickleiter, deren Sprossen jeweils aus zwei Bausteinen bestehen. Mit Hilfe von Enzymen kann sich die Struktur selbst verdoppeln. Das Watson-Crick-Modell der Doppelhelix steht bis heute in Biologie-Schulräumen in aller Welt.

Gemeinsam mit dem Briten Crick und dem Neuseeländer Maurice Wilkins wurde Watson 1962 für die Entschlüsselung der DNA-Struktur mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Die Entdeckung wird zu den bedeutendsten in der Geschichte der Wissenschaft gezählt und legte unter anderem die Grundlage für die Gentechnik.

Einen entscheidenden Beitrag, um die Struktur aufzuklären, lieferte die Biophysikerin Rosalind Franklin mithilfe der Röntgenstrukturanalyse (unter Verwendung von Röntgenbeugungsmustern). Ihr «Foto 51» lieferte den Beweis für die helikale Form des DNA-Moleküls.

Kritik wegen rassistischer Äusserungen

Watson, der verheiratet war und zwei Kinder hatte, arbeitete danach noch jahrzehntelang weiter im Cold Spring Harbor Laboratory auf Long Island. 2007 sorgten jedoch rassistische Äusserungen von ihm für weitreichende Empörung. Der Forscher trat daraufhin von seiner Funktion als Kanzler des Labors zurück und zog sich auch aus der Öffentlichkeit zurück. Später wiederholte er diese Äusserungen. Das Labor beendete alle noch bestehenden Verbindungen zu ihm.

2014 verkaufte Watson seine Nobel-Medaille. Ein reicher Russe ersteigerte sie und schenkte sie Watson als Zeichen der Bewunderung für seine wissenschaftlichen Leistungen zurück.

(sda/dpa/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Forscher bringen den Ur-Wolf zurück
1 / 13
Forscher bringen den Ur-Wolf zurück
quelle: colossal biosciences
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Spektakulärer Besuch aus der Tiefe: Forscher in Teneriffa filmen seltenen Fisch
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
Mutmasslicher Schweizer Drogenboss in Kolumbien festgenommen
Die nationale Polizei in Kolumbien hat einen mutmasslichen Schweizer Drogenhändler verhaftet. Ihm wird von den Behörden vorgeworfen, eine grosse Rolle in kriminellen Organisationen gespielt zu haben. Dies berichtet «20 Minuten».
Zur Story