International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Erdogan: Schliessung von Stützpunkten für US-Militär falls nötig



Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält angesichts der Spannungen zwischen Washington und Ankara auch eine Schliessung von zwei Stützpunkten für die USA für möglich.

Turkish President Recep Tayyip Erdogan addresses his ruling Justice and Development Party legislators at the Parliament, in Ankara, Tuesday, Nov. 19, 2019. (AP Photo/Burhan Ozbilici)
Recep Tayyip Erdogan

Droht mit der Schliessung zweier US-Stützpunkten in der Türkei: Recep Erdogan. Bild: AP

«Wenn erforderlich» könne man die von den USA genutzte Luftwaffenbasis Incirlik und die US-Radarstation Kürecik in der Provinz Malatya schliessen, sagte Erdogan am Sonntagabend in einem Interview mit dem Sender A Haber. Insbesondere wenn «Massnahmen wie Sanktionen» gegen die Türkei in Kraft treten sollten, werde man die entsprechende Antwort geben, sagte Erdogan.

Vergangene Woche hatte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu bereits angedeutet, dass die Türkei im Fall von US-Sanktionen den USA den Zugang zu Incirlik und Kürecik verwehren könnte.

US-Senatoren fordern Sanktionen gegen die Türkei, weil diese im Sommer das russische Raketenabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die US-Regierung befürchtet unter anderem, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangen könnte.

Ankara war Partner beim Bau des Kampfjets und wollte zahlreiche Flugzeuge kaufen. Wegen des Rüstungsdeals mit Moskau haben die USA die Türkei aus dem F-35-Programm ausgeschlossen. Harte Sanktionen blieben bislang aber aus.

Das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern ist auch angespannt, weil nach dem Repräsentantenhaus auch der US-Senat die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord anerkannt hat. Eine entsprechende Resolution war am Donnerstag verabschiedet worden. Die Türkei protestierte scharf. Erdogan sagte am Sonntag, es handle sich um eine politische Entscheidung, die inakzeptabel sei.

Während des Ersten Weltkriegs waren Armenier systematisch verfolgt und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1.5 Millionen Opfern. Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300'000 bis 500'000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Erdogans wahnsinniger Präsidentschaftspalast

Rap-Video aus der Türkei geht viral

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eidg. dipl. Tütenbauer 16.12.2019 09:38
    Highlight Highlight Der macht doch immer zuerst einen auf dicke Hose um dann später einzuknicken.
  • luegeLose 16.12.2019 08:49
    Highlight Highlight Schon witzig, wie Erdogan die Westmaechte immer wieder erfolgreich erpressen kann. von der EU 5 Mia Euro kassieren, weiter mit Fluechtlingen erpressen. Die Amis mit Schliessungen von Stuetzpunkten drohen, bei Sanktionen.
  • cille-chille 16.12.2019 07:29
    Highlight Highlight Wieso, fällt mir da nur gleich Rammstein ein?
  • dho 16.12.2019 04:25
    Highlight Highlight Welcome back im "mare nostrum", Russland.

    Die Amerikanische Aussenpolitik ist eine Aussenpolitik von Anfängern.

    Oder eben, Trump ist erpressbar...
  • AdvocatusDiaboli 16.12.2019 04:21
    Highlight Highlight Soll er doch. Wenn er diesen Geldhahn zudrehen will dann nur zu!
    • homo sapiens melior 16.12.2019 09:10
      Highlight Highlight Ich frag mich, was das für Europa bedeutet.

Moschee gehackt: Aus dem Lautsprecher dröhnt «Bella Ciao» statt des Gebetsrufs

Partisanenhymne statt Gebetsruf – in der westtürkischen Stadt Izmir haben sich Unbekannte in das Lautsprechersystem von Moscheen gehackt.

Am Mittwoch sei da plötzlich aus 30 Gebetshäusern etwa zehn Sekunden lang das antifaschistische Lied «Bella Ciao» über die Stadt geschallt, bestätigte der Chef der Religionsbehörde Diyanet in Izmir, der Mufti Recep Sükrü Balkan, am Freitag. Es sei sehr traurig, dass dies im heiligen Fastenmonat Ramadan und kurz vor den hohen Eid-Feiertagen geschehen sei.

Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel