«Dear Donald»: Trump zeigt Chat-Nachrichten von Macron und Rutte zu Grönland
Donald Trump will Grönland – und sorgt damit in Europa für Besorgnis. Während der US-Präsident vor aggressiver Rhetorik nicht zurückschreckt, versuchen die europäischen Staatschefs, die Lage derzeit etwas zu entschärfen. Wie sie das probieren, macht derzeit ausgerechnet Trump selbst publik.
So veröffentlichte der US-Präsident auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth eine Chat-Nachricht, die er von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron erhalten haben soll. Als «mein Freund» wird Trump darin bezeichnet. Zudem versucht der Franzose den US-Präsidenten zu zeigen, dass man sich grundsätzlich auf einer Linie befinde.
«Wir sind uns total einig bezüglich Syrien», so Macron. Auch im Iran könne man «grosse Sachen» erreichen. In Sachen Grönland äussert der Franzose hingegen Skepsis. «Ich verstehe nicht, was du da tust», heisst es in der Nachricht.
Weiter bemüht sich Macron darum, ein Treffen mit dem US-Präsidenten aufzugleisen. Er könne ein G7-Treffen nach dem WEF in Davos organisieren, so Macron. Dieses könne am Donnerstagnachmittag in Paris stattfinden. «Ich kann die Ukrainer, die Syrer und die Russen am Rande einladen.»
Macron schlägt Trump ausserdem ein gemeinsames Abendessen vor. «Lass uns am Donnerstag in Paris gemeinsam essen, bevor du zurück in die USA reist», schreibt der französische Präsident. Wie Trump auf diese Vorschläge reagierte, bleibt derweil unklar – eine Antwort veröffentlichte dieser in seinem Post nicht.
Der Austausch zwischen Macron und Trump erfolgte in einer angespannten Lage zwischen Frankreich und den USA. Nicht nur bezüglich Grönland sind sich die beiden Politiker uneinig: Frankreich lehnte zuletzt eine Einladung zur Teilnahme am sogenannten Gaza-Friedensrat ab und verärgerte damit Trump. Dieser drohte im Anschluss mit neuen Zöllen. «Ich werde seine Weine und seinen Champagner mit Zöllen von 200 Prozent belegen», so Trump am Montag über Macron.
Auch Nachricht von Rutte veröffentlichte
Doch damit war nicht genug: Am Dienstagmorgen Schweizer Zeit publizierte Trump noch eine weitere Chat-Nachricht – diesmal eine von Nato-Chef Mark Rutte. Auch der Niederländer thematisiert darin Grönland, fand aber weniger kritische Worte als Macron.
«Mr. President, dear Donald», spricht Rutte Trump an. Zudem nennt er dessen Engagement in Syrien «unglaublich». «Ich werde meine Medienauftritte nutzen, um deine Arbeit dort, in Gaza und der Ukraine hervorzuheben», so Rutte.
Bezüglich Grönland meinte der Niederländer, er sei entschlossen, einen «Weg nach vorne» zu finden. «Ich kann es nicht erwarten, dich zu sehen», schliesst Rutte.
(dab)
