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Wieso Marjorie Taylor Greene aus der Politik und MAGA ausgetreten ist

epa12068076 Republican Representative from Georgia Marjorie Taylor Greene attends the National Day of Prayer Event in the Rose Garden of the White House in Washington, DC, USA, 01 May 2025. EPA/WILL O ...
Marjorie Taylor Greene ist Kongressabgeordnete, Mutter und gläubige Christin.Bild: keystone

Marjorie Taylor Greene sagt, in welchem Moment sie genug von Donald Trump hatte

30.12.2025, 21:1330.12.2025, 22:10

Marjorie Taylor Greene ist US-Kongressabgeordnete aus Georgia in ihrer dritten Amtszeit. Früher Unterstützerin des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Heute eine seiner schärfsten Kritikerinnen.

Im September 2025 wurde der rechte Aktivist Charlie Kirk während einer Kundgebung erschossen. Elf Tage nach seinem Tod schaute sich Greene seine Gedenkfeier im Fernsehen an. Die Rede seiner Witwe, die seinem Mörder vergibt. Und die des US-Präsidenten, der sagt: «Er hasste seine Gegner nicht. Er wollte das Beste für sie. In diesem Punkt war ich anderer Meinung als Charlie. Ich hasse meine Gegner und will nicht das Beste für sie.»

President Donald Trump, left, stands with Erika Kirk at the conclusion of a memorial for her husband, conservative activist Charlie Kirk, Sunday, Sept. 21, 2025, at State Farm Stadium in Glendale, Ari ...
Donald Trump und Erika Kirk an der Gedenkfeier für Charlie Kirk.Bild: keystone

Das sei das «schlimmste Zitat» gewesen, wie Greene Monate nach der Gedenkfeier einem Journalisten der New York Times sagt.

Sie meint dazu:

«Unsere Seite wurde von Donald Trump darauf trainiert, sich niemals zu entschuldigen und niemals zuzugeben, wenn man im Unrecht ist.»
Greene zu ihrem adaptierten Verhalten

Nach dem Tod von Charlie Kirk und den Reaktionen vieler ihrer republikanischen Kollegen realisierte Greene, dass sie plötzlich jeglichen Appetit auf Rache verloren hatte.

Der Anfang vom Ende ihrer Maga-Ära

Greene stellte sich im Repräsentantenhaus gegen ihre Partei und argumentierte, dass alle Ermittlungsunterlagen zu Jeffrey Epstein veröffentlicht werden sollten. Ihrer Meinung nach zeigt das Beispiel der Epstein-Akten alles, was in der Politik falsch läuft.

«Reiche, mächtige Eliten, die schreckliche Dinge tun und damit davonkommen. Und die Frauen sind die Opfer.»
Greene zur US-Politik und dem Fall von Jeffrey Epstein

Am 15. November gab sie bekannt, dass sie per 5. Januar zurücktreten wird. Ein Jahr früher, als ihre Amtszeit enden würde.

Ein Tag darauf folgte ihr letzter Kontakt zu Donald Trump. Per Chat. Am selben Tag erhielt sie eine anonyme E-Mail auf ihre private E-Mail-Adresse, darin wurde ihr Sohn bedroht, der im College-Alter ist. In der Mail hiess es: «Derek wird bald umgebracht. Er sollte besser auf sich aufpassen.»

Im Betreff stand der Spitzname, den die Abgeordnete vom US-Präsidenten nach ihrem Rücktritt erhalten hatte. «Marjorie Traitor Greene.»

Die nun aufgeberachte Mutter schrieb Donald Trump daraufhin eine Nachricht. Sie argumentierte, dass die Familie aus solchen Angelegenheiten herausgehalten werden sollte. Trump beleidigte Greene jedoch nur, anstatt Verständnis zu zeigen und sagte, sie habe nur sich selbst die Schuld zu geben.

Die offizielle Meinung

Die «New York Times» fragte darauf hin das Weisse Haus an, ob es sich zu diesem Vorfall äussern könne. Die Antwort kam von Mediensprecher Davis Ingle. Darin stand, dass Donald Trump der unangefochtene Führer der am schnellsten wachsenden politischen Bewegung in der amerikanischen Geschichte – der MAGA-Bewegung – sei.

Greene gebe mitten in ihrer Amtszeit ihre Wähler auf und verlasse den wichtigen Kampf, in der sich die Partei befinde. Somit habe man keine Zeit für ihre kleinlichen Verbitterungen.

Rep. Marjorie Taylor Greene, R-Ga., speaks before Republican presidential nominee former President Donald Trump at a campaign rally at McCamish Pavilion Monday, Oct. 28, 2024, in Atlanta. (AP Photo/Mi ...
Marjorie Taylor Greene während des Wahlkampfs für Donald Trump und JD Vance im Oktober 2024. Bild: keystone

Kurz nach der Bekanntgabe ihres Rücktritts und dem Bruch mit dem US-Präsidenten erhielt Greene Anfragen, um an Talkshows teilzunehmen. Talkshows, von denen sie zuvor nie gehört oder nichts gehalten hatte. Beispielsweise die Morgenshow «The View» auf dem Sender ABC, die hauptsächlich liberale Meinungen vertritt und bespricht.

«Diese Frauen waren genau die Art von Frauen, die schon immer meine Freundinnen waren – sie sind so wie ich.»
Greene über die Frauen in der ABC Talkshow, «The View».

Greene fühlte sich sofort wohl in deren Anwesenheit und diskutiert und sprach mit ihnen über die Politik der USA und die Regierung von Donald Trump. Sie freute sich auf die Gespräche und die ehrlichen Meinungen, denn sie habe genug von der toxischen Politik, wie sie gegenüber der «New York Times» sagt.

Rep. Marjorie Taylor Greene, R-Ga., departs a briefing on military strikes near Venezuela, Tuesday, Dec. 16, 2025, at the Capitol in Washington. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
Marjorie Taylor Gree ...
Die ruhig wirkende Taylor Greene Dienstag, 16. Dezember. Bild: keystone

Und wie weiter?

Marjorie Taylor Greene sagte der «New York Times», sie wisse nicht, was sie in Zukunft tun werde. Nach einem Schluck aus ihrem Weinglas fügte sie hinzu: «Ich brauche eine Pause.»

Sie sei zurzeit eine Art «radioaktiv» für beide politischen Seiten. Und somit so etwas wie obdachlos in der Politik. Was die Noch-Kongressabgeordnete ab dem kommenden Jahr und dem Ende ihrer bisherigen politischen Karriere machen wird, ist unklar. Genauso, ob sie in der Politik bleibt oder sich zurückzieht. (nib)

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