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US-Polizist entlassen, weil er nicht auf Schwarzen schiessen wollte

US-Polizist entlassen, weil er nicht auf Schwarzen schiessen wollte

13.02.2018, 11:1513.02.2018, 11:22

Weil er nicht auf einen bewaffneten schwarzen Verdächtigen schiessen wollte, wurde ein US-Polizist entlassen – jetzt bekommt er 175'000 Dollar Entschädigung. Die Stadt Weirton im US-Bundesstaat West Virginia stimmte einem entsprechenden Vergleich zu, wie die Bürgerrechtsorganisation ACLU am Montag mitteilte.

Die Stadt vermeidet damit einen Prozess wegen unrechtmässiger Entlassung. Der weisse Polizist Stephen Mader war im Mai 2016 wegen eines Falles von häuslicher Gewalt gerufen worden. Vor Ort traf er auf einen «sichtlich verstörten» Schwarzen, der die Hände hinter seinem Rücken hatte, wie die ACLU erklärte.

Der Polizist und Ex-Soldat forderte den 23-Jährigen auf, seine Hände zu zeigen – dabei kam eine Waffe zum Vorschein. Als der Polizist den Mann aufforderte, die Waffe fallen zu lassen, weigerte dieser sich und forderte den Beamten auf, ihn zu erschiessen.

«Anstelle zu schiessen hat sich Mader seines militärischen Trainings besonnen und versucht, die Situation zu deeskalieren», berichtete die ACLU. Er habe seine Stimme gesenkt, dem Mann in die Augen geschaut und ihm versichert, dass er nicht schiessen werde.

Dann kamen aber zwei weitere Polizisten an. Als der Verdächtige die Waffe hob, erschoss einer der Polizisten den Schwarzen mit vier Schüssen. Dessen Waffe erwies sich als ungeladen. Mader wurde wegen Untätigkeit entlassen. Der Schütze der tödlichen Schüsse wurde nicht belangt.

In den USA haben immer wieder Fälle für Aufsehen gesorgt, in denen weisse Polizisten Schwarze erschossen. Das führte zu teils gewaltsamen Ausschreitungen und zu Debatten über Rassismus bei der Polizei. (sda/afp)

Polizist bei Verkehrskontrolle: «Wir töten nur Schwarze»

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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saukaibli
13.02.2018 11:24registriert Februar 2014
«Anstelle zu schiessen hat sich Mader seines militärischen Trainings besonnen und versucht, die Situation zu deeskalieren». Schon irgendwie verdreht. In der Army wird Deeskalation geschult, bei der Polizei aber nicht. Dass Polizisten nicht in Deeskalation geschult werden hat schon Tausenden das Leben gekostet. Aber das sind ja meistens Schwarze, also wieso sollte man daran etwas ändern? (Für Langsamchecker: das war Sarkasmus).
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chraebu
13.02.2018 11:21registriert März 2015
'MURICA!!!
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Ferienpraktiker
13.02.2018 13:04registriert Juni 2017
Neue Polizisten zu schulen, dass sie jeweils zuerst unterscheiden, ob sie eine Situation deeskalieren wollen oder doch gleich schiessen, erfordert einigermassen schlaue Polizisten und Trainer bei relativ hohem Schulungsaufwand.
Daher wird vermutlich das Einfachprinzip geschult: anrücken, aussteigen, schiessen. Fürs Fragen und studieren bleibt hinterher noch genug Zeit...
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