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Bolton hofft auf Abwahl Trumps: «Er sollte nicht Präsident sein»



Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, hofft auf eine Abwahl von Präsident Donald Trump im November. Er hoffe, dass Trump in die Geschichte eingehen werde als «ein Präsident mit einer Amtszeit, der das Land nicht unwiederbringlich in eine Abwärtsspirale gestürzt hat», sagte Bolton in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders ABC.

Die Schlussfolgerung aus seinem am kommenden Dienstag erscheinenden Buch sei deutlich: «Ich denke, er sollte nicht Präsident sein.» Bolton sagte, er werde weder für Trump noch für dessen mutmasslichen Herausforderer Joe Biden stimmen.

Ein weiterer Ausschnitt aus Boltons Interviews:

abspielen

Video: YouTube/ABC News

ABC hatte bereits vor wenigen Tagen Auszüge des Interviews veröffentlicht. Darin hatte Bolton gesagt, Trump sei nicht für das Amt des Präsidenten geeignet. «Ich glaube nicht, dass er die Kompetenz hat, den Job zu machen.» Der 71-Jährige hatte eineinhalb Jahre lang mit Trump zusammengearbeitet. Trump hatte seinen Nationalen Sicherheitsberater im vergangenen September geschasst.

>> Ein Transkript des ganzen Interviews findest du hier

Ein Bundesgericht in Washington hatte am Samstag den Antrag einer einstweiligen Verfügung abgelehnt, mit der die Trump-Regierung die Veröffentlichung des Buches wegen darin enthaltener Geheiminformationen in letzter Minute stoppen wollte. In der Begründung von Richter Royce Lamberth hiess es, es sei zu spät für einen Veröffentlichungsstopp. Das Buch enthält explosive Verwürfe gegen Trump. Der Präsident hat angekündigt, Bolton werde «einen sehr hohen Preis» für die Veröffentlichung bezahlen.

Das knapp 600 Seiten lange Buch mit dem Titel «The Room Where It Happened» (etwa: Der Raum, in dem es geschah) soll an diesem Dienstag erscheinen. In vorab bekannt gewordenen Passagen beschreibt Bolton Trump darin als einen Politiker, der seine eigenen Interessen über die des Landes stellt. Unter anderem soll der US-Präsident demnach den chinesischen Präsidenten Xi Jinping um Hilfe für seine Wiederwahl im November gebeten haben. Trump nannte das Buch bereits vorab eine «Zusammenstellung von Lügen und erfundenen Geschichten».

«Ich glaube, wir sind weltweit in einer schwächeren Position. Ich glaube, wir haben in einer Vielzahl von Bereichen die Führung aufgegeben.»

John Bolton

Bolton sagte ABC, Trump habe sich in politischen Entscheidungen vor allem von seiner Wiederwahl leiten lassen, nicht vom Wohl des Landes. Bolton sah sich ausserstande, Trumps aussenpolitische Ziele zusammenzufassen. «Ich glaube nicht, dass man das tun kann.»

Trump und Bolton – eine Feindschaft in Bildern:

Bolton ging davon aus, dass die nationale Sicherheit der USA unter Trump geschwächt worden sei. «Ich glaube, wir sind weltweit in einer schwächeren Position. Ich glaube, wir haben in einer Vielzahl von Bereichen die Führung aufgegeben.» Wer auch immer Trump nachfolge, werde «eine enorme Menge an Reparaturarbeit» zu leisten haben.

Besonders scharf ging der Hardliner Bolton mit Trumps Nordkorea-Politik ins Gericht. Bolton wurde gefragt, wie er auf eine Skala von eins bis zehn Trumps Chancen einschätze, eine Abmachung zur nuklearen Abrüstung Nordkoreas zu erreichen. «Ich denke, dass sie zu diesem Zeitpunkt eindeutig bei Null sind.» Die Bedrohung durch Nordkorea sei heute grösser als zu Trumps Amtsantritt. Trump sei es bei seinen Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in erster Linie um Fototermine gegangen.

FILE - In this June 12, 2018, file photo, U.S. President Donald Trump, right, meets with North Korean leader Kim Jong Un on Sentosa Island, in Singapore. North Korea on Friday, June 12, 2020 again vowed to build up its military force to counter what it perceives as U.S. threats and said there would be little reason for a personal relationship between leader Kim Jong Un and President Donald Trump if Washington persists with sanctions and pressure. (AP Photo/Evan Vucci, File)
Donald Trump,Kim Jong Un

Fotos für die Geschichtsbücher: Kim Jong Un und Donald Trump. Bild: keystone

Mit Blick auf die Ukraine-Affäre sagte Bolton, Trump habe Militärhilfe für die Regierung in Kiew direkt von Untersuchungen gegen Biden abhängig gemacht. Trumps Begründung, es sei ihm generell um Korruption in der Ukraine gegangen, sei «ausgemachter Unsinn». Trump musste sich wegen der Ukraine-Affäre einem Amtsenthebungsverfahren unterziehen. An dessen Ende wurde er durch die Mehrheit seiner Republikaner im Senat freigesprochen.

Bolton sagte bei dem Interview, Trump sei niemand, der viel lese. Geheimdienst-Briefings bekomme er nicht wie üblich täglich, sondern nur ein oder zwei Mal die Woche. Bei den Briefings rede Trump rund die Hälfte der Zeit, statt zuzuhören. Auch sei Trump bei manchen historischen Fakten lernresistent. So hätten ihm Gründe und Folgen der Teilung der koreanischen Halbinsel immer und immer wieder erklärt werden müssen. (sda/dpa)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Therealmonti 22.06.2020 11:25
    Highlight Highlight Ist wirklich ein Schleimsch..., dieser Bolton. Hat nichts für Amerika getan. Nur für sein Portemonnaie.
    • swisskiss 23.06.2020 06:57
      Highlight Highlight Therealmonti: Da wäre nur noch die Frage zu klären, wieso Trump diesen Schleimsch.... zum Nationalen Sicherheitsberater machte. Entweder liebt es Trump Leute einzustellen, die genausowenig für die USA machen wie er selbst oder ist Trump zu dumm zu merken, was er sich da ins Nest holt. Und da gehört Bolton zu den dutzenden "beste Leute" die in den letzten 3 Jahren von Trump mit überschwänglichem Lob angekündigt wurden, um dann nach kürzester Zeit gefeuert zu werden. Bolton ist das Symptom eines unfähigen Päsidenten!
  • Mike the Bike 22.06.2020 10:51
    Highlight Highlight Mit rechtsaussen Bolton wäre die USA schon lange in neue Kriege verwickelt. Trump lehnte diese Pläne zu Recht ab und feuerte Bolton. Sein Ego ist nun angekratzt, was soll's.
    • swisskiss 23.06.2020 07:02
      Highlight Highlight Mike the Bike: Boltons Haltung zu Nordkorea oder Iran sind seit Jahrzehnten bekannt. Da musst Du mir erklären, wieso Trump solch einen Kriegstreiber zum Nationalen Sicherheitsberater macht. Ich bezeichne das als schizophren, eine friedliche Politik zu betreiben und dann solch einen Kriegsbefürworter einzustellen.

      Oder ist Trump vielleicht doch nicht die Friedenstaube, die er immer so gerne spielt?
  • Hillary Clinton 22.06.2020 10:26
    Highlight Highlight Boltons grösstes Problem mit Trump?

    Er hat seine Wünsche nach Krieg mit Venezuela und dem Iran nicht erfüllt.
    • Q anon = B annon 22.06.2020 10:51
      Highlight Highlight Na ja, Trump wollte ja in Venezuela Einmarschieren aber die Erwachsenen haben ihn Gestoppt.
      Iran, da war durch den von Trump Befohlenen Ermordung des Iranischen General aber verdamt nah am Krieg! Zusätzlich war das aber nach der Bolton Zeit.
      Nicht aber das Bolton Krieg ein Friedensengel sei, ganz und gar nicht! Bolton ist ein Wiederlicher Typ und Kriegstreiber. Aber in dieser Regierung hat es einige davon und Trump ist definitive kein Friedensengel, sonst würden die Drohnen Angrffe nicht unter ihm so in die Höhe schiessen und er hätte es nicht nötig die Veröffentlichung der Toten zu Verbieten
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 22.06.2020 10:54
      Highlight Highlight Trump droht diesen Ländern auch ohne Bolton noch genug.
    • T13 22.06.2020 11:14
      Highlight Highlight Er kriecht auch Leuten wie Kim und XI so tief hinten rein das ihnen die Zähne putzen kann.
      Nur um für sein Ego gut dazustehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bytheway 22.06.2020 09:43
    Highlight Highlight Bolton: «Ich glaube, wir sind weltweit in einer schwächeren Position. Ich glaube, wir haben in einer Vielzahl von Bereichen die Führung aufgegeben.»

    Dafür sollten wir Trump ja eigentlich fast dankbar sein.
    • smartash 22.06.2020 11:04
      Highlight Highlight Dankbar?

      Nun, China und Russland sind definitiv dafür dankbar. Ob wir es auch sein sollten, wage ich mal zu bezweifeln
    • Q anon = B annon 22.06.2020 14:01
      Highlight Highlight Was Trump gemacht hat, er hat ganze Gegenden Aufgegeben. Da gibt es immer andere die sich darüber freuen.
      Der Rückzug aus Syren hat die Türkei, Russland und den Iran Gestärkt!
      Im Südchinesischen Meer lässt Trump die Expansion Chinas zu. Bei Taiwan kommt auch kein Wiederstand. Das ist der Komfliktherd in den nächsten 10 Jahren!
      Er ist gerade dabei die Wichtigen Basen in Deutschland zu verlieren.
      Ein Kommentator hat mal gesagt, ein Demokrat wäre für dieses Handeln, was nur einen Einflaussbereich beträfe, von der GOP Gelyncht worden. Bei Trump schweigen sie!
      Aber China und Russland Jubeln!
  • Angelle 22.06.2020 09:18
    Highlight Highlight Der grösste Makel an solchen Büchern ist, dass sie nichts ändern. Denn die einzigen, die sie lesen, sind Personen, die vom Inhalt nicht mehr überzeugt werden müssen.
  • Erklärbart. 22.06.2020 08:25
    Highlight Highlight "Er wird einen sehr hohen Preis bezahlen."

    Wird er das? Wie hoch? So wie Epstein?
    Ein Präsident der einem ehemaligen Weggefährten droht, weil er mit der unbequemen Wahrheit auspackt.

    Nein, den USA ist mit diesem Typ an der Spitze nicht mehr zu helfen.
  • Wiedergabe 22.06.2020 08:23
    Highlight Highlight Was für ein Depp dieser Bolton.
    "Ich werde weder für Trump noch für Biden stimmen."
    Jetzt beschreibt der auf 600 Seiten, wie komplett unfähig Trump ist, schafft es aber nicht gegen ihn zu stimmen? Was brauchen diese Prinzipwähler denn um über ihren Schatten zu springen und die andere Partei zu wählen? Kim Jong Un persönlich als eigenen Kandidaten..?
    Was denkt sich der? "Wenn ich für keinen der beiden Stimme wir vielleicht keiner der beiden Präsident?"
    Oder "vor 4 Jahren haben uns die Protestwähler dieses desaströse Unglück beschert, komm wir überlassen diese Wahl jetzt den Protestwählern..."
    • Quo Vadis 22.06.2020 10:52
      Highlight Highlight Er soll also für Biden stimmen? Jemanden der seit knapp 40! Jahren an den Schalthebeln der Macht sitzt und es unter anderem zugelassen hat, dass das Land erst in diesen Zustand verfallen konnte?

      Und nach knapp 40! Jahren will Biden jetzt 'etwas ändern'?
    • Henzo 22.06.2020 10:59
      Highlight Highlight Wenn er sagt, er werde für Biden wählen, dann wird er als Demokrat abgestämpelt. Einen Demokraten zu wählen, bringen viele prinzipiell nicht übers herz aber wenn jeder republikaner, der mit Trump nicht zufrieden ist nicht wählt, dann zeigt das definitiv wirkung.
    • Pafeld 22.06.2020 11:00
      Highlight Highlight Republikanische Hardliner wie Bolton wirst du nie dafür erwärmen können, einen Demokraten zu wählen. Mehr als der vehemente, öffentliche Aufruf, den eigenen Kandidaten an der Urne nicht zu unterstützen, kriegst du nicht. Für die paar nötigen Swingstates reicht der Stimmverzicht der Hardliner aber dicke.
  • Gawayn 22.06.2020 07:43
    Highlight Highlight Ich finde Bolton hätte nicht Sicherheitsberater werden sollen.

    Gegen einen Betrüger zu sein ist schön und gut.
    Aber nichts dagegen tun wollen, außer sich die Taschen zu füllen ist schändlich.

    Es reicht, das die Mehrheit passiv bleibt, damit das Böse gewinnt.

    Zu sagen er wählt weder den Einen noch den Anderen, spielt dem Trumpel in die Hände.

    Leider gibt es nur Biden als Alternative...
  • Schso 22.06.2020 07:40
    Highlight Highlight Bolton hatte die Möglichkeit, im Impeachment gegen Trump auszusagen. Das hat er nicht getan. Stattdessen veröffentlicht er nun gegen gutes Geld in die eigene Tasche ein Buch.
    Er hat die Möglichkeit, etwas zu ändern, gegen Kohle getauscht.
    Helden sehen anders aus.
    • Raffaele Merminod 22.06.2020 08:01
      Highlight Highlight Klar, auch wenn er gegen Trump ist, bleibt er ein Republikaner.
    • Samurai Gra 22.06.2020 08:11
      Highlight Highlight Er wurde nicht Vorgeladen von der GOP, das muss man eben auch erwähnen
    • Jaklar 22.06.2020 08:14
      Highlight Highlight Er will ja gar kein held sein. Wichtig ist, dass die amis nachlesen können was für einen versager sie als präsidenten haben. Und bolton ist ein republikaner durch und durch
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 22.06.2020 07:28
    Highlight Highlight Ja, da hat Bolton schon recht.
    Nur ist er der ziemlich Ungeeignetste, um das zu sagen...
    Für einmal können wir Gott danken, dass "Der Messias der Evangelikalen" sich auch gegenüber Bolton als beratungsresistent erwiesen hat.
    Mit anderen Worten:
    Im Gegensatz zu Bolton und Bannon will Trump im Grunde seines Herzens keinen Krieg.
    Er will nur SO TUN ALS OB er krieg wolle, damit er für seine Deals das Maximum herausholen kann!
    Mit nochmals anderen Worten:
    Trump blufft.
    Und dieser Bluff fliegt immer mehr auf...

Die Zero SR/S im Test: Es ist die wirklich (fast) perfekte Pendler-Lösung

Als ich die Zero SR/S abholte, fielen bereits die ersten Tropfen. Der Himmel war schwarz und es konnte sich nur um Minuten handeln, bis er die Schleusen so richtig öffnete. Aber wen kümmert's? Mich nicht. Ich wohne einen Fahrkilometer oder fünf Kurven vom Händler entfernt. Easy. Schnell den Töff in Empfang nehmen, in die Garage stellen, gut ist.

30 Minuten und 30 Kilometer später stehe ich völlig durchnässt wieder beim Händler, um ihm meine Liebe zu gestehen.

So gut ist die SR/S.

So viel Spass …

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