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US-Billigflieger Spirit Airlines meldet wegen Kerosin-Preis Insolvenz an

December 26, 2023, Fort Lauderdale, FL, USA: Spirit Airlines jetliners on the tarmac at Fort Lauderdale Hollywood International Airport. Fort Lauderdale USA - ZUMAm67_ 20231226_zaf_m67_004 Copyright:  ...
Spirit Airlines steckte schon seit vergangenem August in einem Insolvenzverfahren. (Archivbild)Bild: www.imago-images.de

Trumps Hilfe nützte nichts: US-Billigflieger Spirit stellt Betrieb ein

Der US-Billigflieger Spirit kämpfte seit Jahren mit Turbulenzen. Der Preisanstieg beim Kerosin wegen des Iran-Kriegs trieb die Airline nun in die Pleite. Eine Hilfsaktion von Donald Trump schlug fehl.
02.05.2026, 14:0402.05.2026, 14:04

Der US-Billigflieger Spirit Airlines ist trotz Rettungsversuchen der Regierung von Präsident Donald Trump am Ende. Die geordnete Einstellung des Flugbetriebs habe begonnen, teilte die Fluggesellschaft mit. Alle Flüge seien gestrichen und der Kundenservice nicht länger verfügbar. Trump hatte eine Lösung ins Gespräch gebracht, bei der der amerikanische Staat im Gegenzug für einen rettenden Kredit Anteile an Spirit übernehmen sollte.

Laut Medienberichten ging es um eine Finanzspritze von rund 500 Millionen US-Dollar, nach der die Regierung einen Anteil von bis zu 90 Prozent an Spirit hätte bekommen können. Trump betonte noch am Freitag, dass der Staat als vorrangiger Gläubiger behandelt werden sollte. Berichten zufolge waren andere Geldgeber nicht mit den Konditionen einverstanden und die Gespräche wurden ergebnislos beendet.

Teures Kerosin

Seit August vergangenen Jahres war Spirit bereits im zweiten Insolvenzverfahren binnen kurzer Zeit. Ursprünglich wollte die Airline es im Sommer mit niedrigeren Schulden verlassen. Doch dann wurden diese Pläne durch die im Iran-Krieg stark gestiegenen Kerosinpreise torpediert. Der «plötzliche und anhaltende» Anstieg habe keinen anderen Weg gelassen als den Betrieb einzustellen, betonte Spirit-Chef Dave Davis. Fluggesellschaften sichern sich gemeinhin gegen Risiken wie Preisschwankungen beim Kerosin ab, diese Instrumente kosten aber auch Geld.

Die Airline rief Passagiere mit Tickets für anstehende Flüge auf, nicht mehr zum Flughafen zu fahren. Passagiere sollen das Geld für ihre gebuchten Flüge zurückbekommen. Laut Medienberichten blieben an manchen US-Flughäfen am Freitag Passagiere sitzen, deren Flüge abgesagt wurden. So zeigte der Sender WWJ Newsradio 950 rund 200 Fluggäste am Gate in Detroit, deren Flug nach Los Angeles ausfiel. Andere Airlines kündigten an, Spirit-Kunden unter die Arme greifen zu wollen. So bieten etwa United und Southwest Sondertarife für Leute mit Tickets für abgesagte Flüge von Spirit an.

Gescheiterte Übernahme

Die Krise bei Spirit gilt als hausgemacht. Der Chef des deutlich grösseren Konkurrenten United Airlines, Scott Kirby, sagte etwa, das Problem liege im Geschäftsmodell – und die hohen Kerosinpreise hätten die Entwicklung nur beschleunigt. Spirit sollte 2022 vom Rivalen JetBlue übernommen werden – aber Wettbewerbshüter der damaligen Regierung von Präsident Joe Biden zogen dagegen vor Gericht und ein Richter blockierte den Deal.

Trump hilft gern US-Firmen

Die US-Regierung hatte zwar die Luftfahrt-Industrie in Krisenzeiten etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder in der Corona-Pandemie gestützt – ein Eingreifen zugunsten eines einzelnen Unternehmens wäre aber eine ungewöhnliche Aktion.

Trump hatte in seiner zweiten Amtszeit allerdings erhöhte Bereitschaft demonstriert, den Staat Anteile an Unternehmen im Gegenzug für Finanzhilfen übernehmen zu lassen. So bekam die US-Regierung einen Anteil von rund zehn Prozent am Chip-Riesen Intel als Ausgleich für bereits zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen (watson berichtete). (dpa)

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dr. Rodney McKay
02.05.2026 15:27registriert September 2024
Tja. Wären dann mal wieder x-tausend Arbeitslose mehr in den Staaten. Läuft für Maga 🥳
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Chuchichäschtli
02.05.2026 15:01registriert März 2022
Da ist dann halt Spirit der Sprit ausgegangen auf Grund der gestiegenen Preise des durch die Dumpfbacke angezettelteten Krieges.
Die Umwelt und das Klima wirds danken.
Aber dann die Health Care und die Infrastruktur an die Wand fahren um die Privatwirtschaft zu subventionieren.
Was für ein stabiles Genie.
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Currywurstbrunnen
02.05.2026 15:09registriert Juni 2024
Ich frage mich, ob es in den Augen der Rechten denn auch Sozialismus und Planwirtschaft ist, wenn der Staat unter Trump Unternehmen übernimmt? Oder ob das nur für Regulierung gilt, die von nicht -Rechten gemacht werden?
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