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epa07798201 An unidentified alleged victim (C) of deceased financier Jeffrey Epstein, exits the United States Federal Courthouse in New York, New York, USA, 27 August 2019. Epstein's accusers attended a hearing to testify in favor of continuing his trial. Epstein was found dead in his prison cell on 10 August 2019 while awaiting trial on sex trafficking charges.  EPA/ALBA VIGARAY

Ein unbekanntes Opfer (Mitte), das mutmasslich minderjährig von Jeffrey Epstein missbraucht wurde. Bild: EPA

«Die Abrechnung hat begonnen»: 9 Aussagen der mutmasslichen Epstein-Opfer vor Gericht



Zahlreiche mutmassliche Missbrauchsopfer des verstorbenen US-Millionärs Jeffrey Epstein haben bei einer emotionalen Gerichtsanhörung über ihr Leid berichtet. Vor einem Bundesgericht in Manhattan sagten am Dienstag 16 Frauen aus, sieben weitere Frauen liessen sich von Anwälten vertreten.

Neun der eindrücklichsten Aussagen, die vor Gericht gemacht wurden:

Anouska De Georgiou

epaselect epa07798181 Teala Davies (L), one of deceased financier Jeffrey Epstein's alleged victims, attorney Gloria Allred (C), and another unidentified alleged victim and her baby (R), speak to the press outside the United States Federal Courthouse in New York, New York, USA, 27 August 2019. Epstein's accusers attended a hearing to testify in favor of continuing his trial. Epstein was found dead in his prison cell on 10 August 2019 while awaiting trial on sex trafficking charges.  EPA/ALBA VIGARAY

Bild: EPA

«Heute stehen wir zusammen», sagte die Schauspielerin Anouska De Georgiou, die nach eigenen Angaben von Epstein sexuell missbraucht wurde.

«Ich werde nicht weiter ein Opfer sein und nicht einen Tag länger schweigen.»

Anouska De Georgiou

Chauntae Davies

epa07798185 Chauntae Davies (C), one of deceased financier Jeffrey Epstein's alleged victims,  exits the United States Federal Courthouse in New York, New York, USA, 27 August 2019. Epstein's accusers attended a hearing to testify in favor of continuing his trial. Epstein was found dead in his prison cell on 10 August 2019 while awaiting trial on sex trafficking charges.  EPA/ALBA VIGARAY

Bild: EPA

Chauntae Davies schilderte vor Gericht, sie habe sich in einem Krankenhaus zwei Wochen lang übergeben müssen, nachdem sie von Epstein vergewaltigt worden sei. Der Investment-Millionär habe «krankhaft» junge Frauen missbraucht.

«Ich begann meine Massage und versuchte, meine Angst nicht zu zeigen. Bevor ich wusste, was passierte, packte er mich an den Handgelenken und zerrte mich zum Bett. Ich versuchte mich zu wehren, aber er öffnete meine Short und zog meinen Körper schneller an sich, als ich reagieren konnte. Ich suchte nach Worten, aber alles was ich sagen konnte war: ‹Nein, bitte hör auf.› Aber das schien ihn nur noch mehr zu begeistern. »

Chauntae Davies

Unbekannte #1

Nicht alle Frauen sagten mit Klarnamen vor dem Gericht aus, einige liessen sich von ihren Anwälten vertreten. Viele berichteten von den Konsequenzen die Epsteins mutmassliche Taten nach sich zogen.

«Wir werden immer irreparable Schäden und Schmerzen mit uns tragen. Es ist etwas, das nie verschwinden wird. Egal, wen wir in unserem Leben heiraten, welche Zukunft uns noch bevor steht: Es wird immer da sein.»

Unbekannte #1

Unbekannte #2

Eine andere Frau sagte, sie sei Epsteins «Sklavin» gewesen. Epstein habe gedroht, sie zu töten, sollte sie nicht mehr Jungfrau sein.

«Ich habe mich machtlos und beschämt gefühlt.»

Unbekannte

Unbekannte #3

«Jeffrey Epstein hat mir meine Unschuld genommen. Er hat mich zu einem Leben voller Schuld und Scham verdammt. Ich halte mich nicht für ein Opfer. Ich sehe mich als Überlebende.»

Unbekannte

Jennifer Araoz

epa07798161 Jennifer Araoz (C), one of deceased financier Jeffrey Epstein's alleged victims, and her attorney Kimberly Lerner (R), exit the United States Federal Courthouse in New York, New York, USA, 27 August 2019. Epstein's accusers attended a hearing to testify in favor of continuing his trial. Epstein was found dead in his prison cell on 10 August 2019 while awaiting trial on sex trafficking charges.  EPA/ALBA VIGARAY

Jennifer Araoz Bild: EPA

Jennifer Araoz sagte, Epstein wolle ihr selbst nach seinem Tod Leid zufügen. Dass sie dem Sexualverbrecher nicht vor Gericht entgegentreten könne, «zerfrisst meine Seele».

«Er hat mich meiner Träume beraubt. Er raubte mir die Chance, eine Karriere zu verfolgen, die ich liebte. Er stahl mir die Chance, wirklich Liebe fühlen zu können, weil ich so viele Jahre Angst hatte, jemandem zu vertrauen. Ich wollte mein Haus nicht mehr verlassen.»

Jennifer Araoz

Courtney Wild

Courtney Wild, one of Jeffrey Epstein's accusers who spoke at his bail hearing, attends a news conference outside federal court, in New York, Monday, July 15, 2019. Wild said Monday in Manhattan federal court that she was abused by the wealthy financier in Palm Beach, Florida, starting at age 14. (AP Photo/Richard Drew)
Courtney Wild

Bild: AP

Die meisten der Frauen zeigten sich wütend darüber, dass Epstein nicht mehr vor Gericht gestellt werden kann. Darunter auch Courtney Wild vor Gericht sagte sie:

«Ich bin sehr wütend und traurig, weil der Gerechtigkeit in diesem Fall nie Genüge getan wurde. Wir werden ihn nie einzeln konfrontieren können. Er ist ein Feigling.»

Courtney Wild

Unbekannte #4

Eine weitere nicht namentlich genannte Frau griff Epstein direkt an:

«Du hast dir deine Freiheit mit Geld geholt. Du hast meine Rechte verletzt. Du hättest dafür bezahlen müssen, genau wie alle anderen auch. (...) Du hast dein Geld benutzt, anstatt den gerechten Preis für deine Taten zahlen zu müssen.»

Unbekannte

Virginia Roberts Giuffre

epa07798190 Some of deceased financier Jeffrey Epstein's alleged victims, including Virginia Roberts Giuffre (C) exit the United States Federal Courthouse in New York, New York, USA, 27 August 2019. Epstein's accusers attended a hearing to testify in favor of continuing his trial. Epstein was found dead in his prison cell on 10 August 2019 while awaiting trial on sex trafficking charges.  EPA/ALBA VIGARAY

(rechts) Bild: EPA

«Er wird seinen Tag vor Gericht nicht haben, aber die Zeit der Abrechnung hat begonnen – unterstütz von den Stimmen dieser tapferen Frauen in diesem Gerichtssaal heute. Die Abrechnung muss weitergehen. Epstein handelte nicht alleine und wir, die Opfer, wissen das.»

Virginia Roberts Giuffre

Hintergrund:

Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der Investmentbanker war bereits 2008 wegen der Prostitution junger Frauen zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt worden und wurde seitdem als Sexualverbrecher geführt.

Wütend über den Selbstmord Epsteins

Nach einer erneuten Festnahme wurde der 66-Jährige am 10. August tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm er sich das Leben.

Bei einer Verurteilung hätten dem US-Multimillionär, der gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

Mit der Gerichtsanhörung von Dienstag wollte Richter Richard Berman den mutmasslichen Missbrauchsopfern Gelegenheit geben, über ihr Leid zu sprechen, weil es nun nie zu einem Prozess gegen Epstein kommen wird. Er würdigte den «Mut» der Frauen, von denen sich viele nie zuvor öffentlich geäussert hatten.

Justiz soll Mittäter verfolgen

Die Frauen riefen zudem die Justiz auf, mögliche Mittäter zu verfolgen. «Bitte, bitte, bitte, bringen Sie zu Ende, was sie begonnen haben», sagte Sarah Ransome. «Er hat nicht allein gehandelt.» Epstein habe vielmehr einen internationalen Ring von Frauenhändlern geführt.

In dem Fall sind unter anderem Vorwürfe gegen den britischen Prinzen Andrew und gegen Epsteins frühere Freundin Ghislaine Maxwell laut geworden. Beide haben die Vorwürfe bestritten. (ohe/sda/afp)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Salamikönig 28.08.2019 08:24
    Highlight Highlight Statt sein Vermögen an einen Fond zu "spenden", hätte er es lieber an seine Opfer verteilt.
  • Flying Zebra 28.08.2019 07:33
    Highlight Highlight Viel Kraft den Opfern! Es muss schwer sein, nun nicht einmal richtig damit abschliessen zu können..
    • Flötist 28.08.2019 08:39
      Highlight Highlight Ob sie nicht richtig abschliessen können hängt hoffentlich nicht von deinem Vorurteil ab. Don’t do that!
  • Grossmaul 28.08.2019 06:10
    Highlight Highlight Mutmasslich????
    • Lienat 28.08.2019 07:46
      Highlight Highlight Unschuldig bis Schuld bewiesen. Ein zentraler Grundsatz des Rechtsstaates. Und solche Grundsätze müssen (bzw. sollten) ausnahmslos eingehalten werden.

      Im vorliegenden Fall mag dies befremdlich wirken. Insgesamt ist das aber immer noch das geringere Übel.
    • Grossmaul 28.08.2019 08:09
      Highlight Highlight An die Blitzer: ihr findet also nicht, dass die Damen die Bezeichnung Opfer verdient haben? Dass sie lediglich mutmassliche Opfer sind?
    • iisprinzässin 28.08.2019 08:17
      Highlight Highlight @Grossmaul: bis ein Richterspruch da ist: Ja.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Heinzbond 28.08.2019 05:38
    Highlight Highlight Das Geld das epsteins Erben erhalten sollte eingezogen werden und an seine Opfer verteilt werden. Aber das wird wohl nie passieren...
    • thomy81 28.08.2019 08:21
      Highlight Highlight Sofern es sich als Wahr herausstellt kann man sowas ja gerne machen. Nur wie viel davon stimmt, beziehungsweise was kann wirklich bewiesen werden? gesagt wurde in den letzten Jahren sehr viel zu angeblichem Missbrauch und Vergewaltigungen, bewiesen wurden nicht mal 1% aller Fälle und sehr viele wurden als Unwahr und Lügen von Frauen und Männern entlarvt. Ich glaube gar nichts mehr in solchen Fällen bis es Zweifelsfrei bewiesen wurde. Zu viele Karrieren / Leben wurden schon zerstört ohne auch nur einen Beweis. Heutzutage ist es viel zu einfach Leute zu beschuldigen ohne auch nur einen Beweis.
    • Heinzbond 28.08.2019 08:56
      Highlight Highlight Sofern es sich als wahr herausstellt? Hast du denn ernsthaft Zweifel? Ja es wird immer auch Anschuldigungen und 'opfer' geben die nur aufs Trittbrett springen, aber die neun? Madchenhandel, zwangsprostition? Die Sache schwelt schon zu lange als das es da kein Feuer gibt. Und wenn wir grad beim einziehen von Vermögen sind, alle 'kunden' dieser Gesellschaft, alle in Justiz und Polizei die weggeschaut haben und dabei erwischt wurden, grad das gleiche.... Solche Menschen sind das allerletzte....
    • TingelTangel 28.08.2019 09:34
      Highlight Highlight Was ist mit denn Eltern ? Da hiess es mal das Maxwell eine 13 jährige als Masseurin für Epstein gesucht und gefunden hat - Wer lässt seine Tochter auf einer Insel als Masseurin für einen Milliardär Arbeiten. Klar Armut ist sicher ein Grund, aber wenn ich da an die Aussagen von denn Eltern denke die ihre Kinder Michael Jackson anvertrauten …. bisschen Naiv und vom vielen Geld geblendet ?
  • Spooky 28.08.2019 04:13
    Highlight Highlight Wenn das wahr ist, was diese Frauen erzählen, dann müssen ganz viele mächtige Leute daran interessiert gewesen sein, dass Epstein starb, damit er nicht mehr auspacken konnte.
    • pamayer 28.08.2019 07:22
      Highlight Highlight ja. aber die vielen mächtigen leute können von den opfern immer noch angeklagt werden.
      so hoffe ich zumindest.

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