International
USA

Republikaner im Senat von Indiana stellen sich gegen Plan von Donald Trump

Republikaner im Senat von Indiana stellen sich gegen Plan von Donald Trump

12.12.2025, 06:2712.12.2025, 06:27

Trotz starken Drucks von US-Präsident Donald Trump hat der von seinen Republikanern dominierte Senat im Bundesstaat Indiana einen Neuzuschnitt von Wahlkreisen zugunsten der konservativen Partei abgelehnt. Mit 31 zu 19 Stimmen stimmte der Senat gegen eine entsprechende Vorlage des Abgeordnetenhauses, mit der sich die Republikaner bei künftigen Wahlen wahrscheinlich mehr Mandate im Repräsentantenhaus in Washington hätten sichern können.

Indiana Senate President Pro Tem Rodric Bray takes a question after a bill to redistrict the state's congressional map was defeated, Thursday, Dec. 11, 2025, at the Statehouse in Indianapolis. (A ...
Der republikanische Senator Rodric Bray.Bild: keystone

Trump reagierte enttäuscht: In anderen Bundesstaaten habe es geklappt mit dem Neuzuschnitt der Wahlkreise, nur jetzt nicht in Indiana, beklagte er kurz nach der Abstimmung bei einem Termin im Weissen Haus.

Der Präsident hatte sich stark für das politisch umstrittene Vorhaben eingesetzt und mehreren republikanischen Senatoren öffentlich – und namentlich – gedroht, er werde bei den nächsten Vorwahlen Gegenkandidaten unterstützen, wenn sie nicht in seinem Sinne abstimmen sollten. Der republikanische Gouverneur von Indiana, Mike Braun, schrieb auf X, er sei sehr enttäuscht, dass sich «eine kleine Gruppe fehlgeleiteter Senatoren» mit den Demokraten im Senat gegen Trumps Führung verbündet habe.

Die umstrittene Praxis des «Gerrymandering»

In anderen Bundesstaaten wie Texas und North Carolina hatten sich die Republikaner dem Willen des Präsidenten gebeugt und einen Neuzuschnitt gebilligt. Auf diese Weise wollen die Republikaner ihre Position im Repräsentantenhaus stärken. Derzeit verfügen sie in beiden Kammern des US-Kongresses – also im Senat und im Repräsentantenhaus – über knappe Mehrheiten. Im November 2026 werden bei den sogenannten Midterms alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu vergeben.

Beim gezielten Zuschneiden von Wahlkreisen – in den USA als «Gerrymandering» bekannt – werden deren Grenzen so gezogen, dass eine Partei viele eigene Stimmen bündelt und die der Gegenseite zersplittert. Beide Parteien nutzen diese Taktik, um sich bei Wahlen systematisch Vorteile zu verschaffen. Unter Trumps Regierung hat sich der Streit über dieses Vorgehen aber nochmals verschärft. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
35 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Charlie Brown
12.12.2025 07:15registriert August 2014
Es ist absurd. Die USA sind eine demokratisch legitimierte Bananenrepublik. Zum Glück hat es dieses eine Mal nicht geklappt.
1402
Melden
Zum Kommentar
avatar
Pragmatiker17
12.12.2025 07:48registriert Juli 2025
Es gibt sie eben anscheinend noch (oder vielleicht sogar zunehmend): die Republikaner, die der Realität Rechnung tragen, dass die "Politik" des Trump-Regimes nicht den Werten der Partei entspricht.
941
Melden
Zum Kommentar
avatar
Celtic Swiss
12.12.2025 07:43registriert Juni 2024
Es sind die republikanisch dominierten Staaten in den USA, welche das Gerrymandering betreiben.
Kalifornien hat das nur gemacht, weil Texas und andere rote Staaten dies so tun!
Gleiches mit Gleichem vergelten!

Wer "glaubt" noch daran, dass es freie Mid-Term-Wahlen in den USA geben wird?

Die Zeichen mehren sich für Kriege - entweder gegen Venezuela, Grönland/Dänemark oder Kanada oder dann gegen die eigenen US-Bürger: innen (ICE und die Nationalgarde sind ja schon mittendrin im Einsatz für ihren Führer Trump).

Ergo: Keine freien Mid-Term-Wahlen...

badby, ...merica!
706
Melden
Zum Kommentar
35
Krawalle bei Demonstration gegen ICE in Mailand
Bei einer Demonstration am Rande der Olympischen Winterspiele ist es in Mailand zu Krawallen gekommen.
Einige Teilnehmer warfen nach einem Protestmarsch von mehr als 3000 Menschen Rauchbomben und Molotow-Cocktails auf Sicherheitskräfte.
Zur Story