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Schlechter hätte die Woche für ihn nicht starten können: Donald Trump spricht zu seinen Anhängern am Montagabend in Kentucky.
Schlechter hätte die Woche für ihn nicht starten können: Donald Trump spricht zu seinen Anhängern am Montagabend in Kentucky.Bild: John Minchillo/AP/KEYSTONE

Das Netz zieht sich zu – 5 Erkenntnisse nach Trumps schwärzestem Montag 

FBI-Chef James Comey stellte Donald Trump gestern als Lügner bloss. Zudem bestätigte er, dass gegen das Team des Präsidenten Untersuchungen laufen. Das Netz zieht sich zu. 
21.03.2017, 04:5621.03.2017, 12:43

Das FBI untersucht Verbindungen zu Russland

Es ist wohl die wichtigste Erkenntnis des gestrigen Tages. Das FBI untersucht, ob es Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gab.

Normalerweise gäbe das FBI keine Auskünfte über laufende Untersuchungen, erklärte James Comey bei seiner Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses. Aber hier werde eine Ausnahme gemacht. Das öffentliche Interesse sei überragend.

Über welche Mitglieder von Trumps Team Untersuchungen laufen, darüber wollte Comey allerdings keine Aussagen machen. 

Wichtig ist: Noch gibt es keinerlei Beweise, dass es solcherlei Verbindungen gegeben hat. Aber allein die Tatsache einer FBI-Untersuchung wird einen gewaltigen Schatten über Trumps Amtszeit werfen.

FBI-Direktor James Comey setzte Donald Trump gestern schwer zu. 
FBI-Direktor James Comey setzte Donald Trump gestern schwer zu. Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE

Obama hat Trump nicht abgehört

Am 4. März verschickte Donald Trump vier Tweets, in denen er über Barack Obama herzog. Er warf dem Ex-Präsidenten vor, ihn abgehört zu haben und nannte ihn einen «kranken Typen». 

Das stimmt jedoch nicht. Trump hat gelogen. Comey sagte, er habe keinerlei Informationen, welche diese Tweets belegen würden. «Und wir haben beim FBI genau hingeschaut.» Desweiteren sei es für einen Präsidenten nicht möglich, unilateral einen Abhör-Befehl zu erteilen, erklärte Comey. 

Obschon nun amtlich bestätigt ist, dass Trumps Vorwürfe gegen Obama absolut haltlos sind, glaubt der US-Präsident weiter daran. Belege dafür hat er freilich nicht geliefert.  

Die Sache stinkt zum Himmel

Vieles deutet darauf hin, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das FBI Belege für eine Verstrickung von Trumps Team zu Russland findet. Drei Namen werden zurzeit besonders heiss diskutiert:

  • Michael Flynn: Das Thema Russland hat ihn schon das Amt des Sicherheitsberaters gekostet.
  • Jeff Sessions: Der Justiz-Minister verschwieg bei seiner Anhörung, dass er Kontakte zu Russland hatte.
  • Paul Manafort: Er amtete vergangen Frühling als Trumps Wahlkampfmanager. Im August musste er jedoch wegen dubioser Kontakte im Ukraine-Konflikt zurücktreten.

Der Demokrat Adam Schiff listete bei der gestrigen Anhörungen alle Ereignisse auf, die Trumps Team mit Russland in Verbindung bringen. Dies dauerte ganze 15 Minuten. (Die Liste ist lang, hier kannst du sie ansehen.)

«Ist es möglich, dass all diese Ereignisse komplett unabhängig voneinander und nichts mehr als ein unglücklicher Zufall sind?», fragte Schiff. «Ja.» «Aber», fügte er hinzu, «es ist auch möglich, vielleicht mehr als möglich, dass diese nicht zufällig, nicht getrennt und nicht unabhäng sind.»

Alles nur ein Zufall? Daran glaubt auch Repräsentant Jim Himes nicht. «Trump greift alle und alles an», sagte der Demokrat und listete auf:

  • Das Hamilton-Musical
  • Chuck Schumer
  • Mexiko
  • Australien
  • Deutschland
  • Die Geheimdienste

 Aber eine Person habe er noch nie angegriffen, so Himes weiter:

  • Wladimir Putin

Putin hasst Clinton – und er wird zurückkommen

Auch wenn die Frage offen bleibt, ob Trumps Team direkt mit Russland zusammengearbeitet hat. Sicher ist gemäss FBI: Russland hat die demokratische Partei mit Hackern angegriffen. Putin «hasse» Hillary Clinton, so Comey. «Sie wollten unserer Demokratie wehtun, ihr wehtun und ihm helfen.»

Zudem glaubt Comey nicht, dass die Hacker-Angriffe der Russen eine einmalige Angelegenheit waren. Für Moskau seien die Attacken ein Erfolg gewesen, so der FBI-Direktor. «Sie werden 2020 zurückkommen, vielleicht auch schon 2018.»

Trump hat Angst

Normalerweise dauert es nicht lange, bis Donald Trump nach solch scharfen Vorwürfe zurückfeuert. Anders gestern: Bei einem Auftritt am Abend in Kentucky erwähnte er die FBI-Untersuchungen mit keinem Wort. Auch zu den Abhör-Vorwürfen gegen Barack Obama blieb er stumm. 

Die Sache ist brandheiss, das weiss jetzt offenbar auch Donald Trump. Jede Aussage zu diesem Thema könnte weitreichende Konsequenzen haben. Und so machte der Präsident gestern Abend gute Laune zum bösen Spiel. Seinen Anhängern rief er zu: «Ihr kümmert euch um euer Basketball-Team – ich kümmere mich um den Rest!»

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