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«Bonjour Kanada»: Biden verkündet Asyleinigung bei Besuch in Ottawa

«Bonjour Kanada»: Biden verkündet Asyleinigung bei Besuch in Ottawa

24.03.2023, 22:25
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Die USA und Kanada haben angesichts der steigenden Zahl von Migranten an der gemeinsamen Grenze eine neue Asylregelung vereinbart. Kanada habe sich dazu bereit erklärt, mehr Migrantinnen und Migranten aufzunehmen, sagte US-Präsident Joe Biden bei einer Rede vor dem kanadischen Parlament in Ottawa am Freitag. «Gleichzeitig werden die Vereinigten Staaten und Kanada zusammenarbeiten, um illegale Grenzübertritte zu unterbinden.» Für Biden ist es die erste Reise nach Kanada seit seinem Amtsantritt im Januar 2021. Der US-Präsident und der kanadische Regierungschef Justin Trudeau betonten bei dem Besuch die unerschütterliche Freundschaft zwischen den Nachbarländern.

President Joe Biden and Canadian Prime Minister Justin Trudeau arrive for a joint press conference in Ottawa, Friday, March 24, 2023. (Justin Tang/The Canadian Press via AP)
Joe Biden und Justin Trudeau. Bild: keystone

Die kanadische Regierung hatte in Washington angesichts sprunghaft angestiegener illegaler Grenzübertritte seit längerer Zeit auf ein Abkommen gedrungen, um mehr Migrantinnen und Migranten abweisen zu können. Fast 40 000 Menschen kamen Medien zufolge im vergangenen Jahr nach Kanada, die Zahl hatte sich damit drastisch erhöht. Dabei handelt es sich vor allem um Menschen aus Mittel- und Südamerika, die von den USA aus nach Kanada weiterreisen. Besonders der geschlossene Grenzübergang Roxham Road nördlich von New York wurde zuletzt zum Sinnbild für die illegalen Grenzübertritte.

Ein bereits bestehendes Abkommen solle nun aktualisiert werden, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Länder. Kanada erklärt sich demnach dazu bereit, 15 000 zusätzliche Migranten innerhalb eines Jahres aufzunehmen. Weitere Schritte sollen «eine Abschreckung der irregulären Migration an unserer gemeinsamen Grenze» bringen. Berichten nach bedeutet dies, dass Kanada Einwanderer am Übergang Roxham Road abweisen kann.

Biden sparte bei seiner Reise in Kanada nicht mit Lob für den Nato-Partner. Die Abgeordneten standen zu Beginn seiner Rede vor dem Parlament auf. Biden begrüsste seinen Gastgeber mit «Bonjour Kanada» und sagte weiter: «Heute sage ich Ihnen und allen Menschen in Kanada, dass Sie immer, immer auf die Vereinigten Staaten von Amerika zählen können», sagte er. Es gebe keinen «zuverlässigeren Verbündeten» und keinen «beständigeren Freund» als Kanada.

«Die Amerikaner lieben die Kanadier, und das ist keine Übertreibung», so der Demokrat. Die beiden Staaten würden aufgrund derselben Werte, die sie teilen, auch ein Herz teilen. Das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarn hatte sich unter dem damaligen republikanischen Präsidenten Donald Trump deutlich abgekühlt und war zum Teil offen feindselig.

Auch der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau lobte die tiefe Verbindung angesichts zahlreicher Herausforderungen wie der Klimakrise, den Nachwirkungen der Pandemie, dem Ukraine-Krieg oder der immer noch hohen Inflation: «Unsere beiden Nationen stehen in diesem Moment vereint da und finden Seite an Seite Lösungen.» Dies seien «ernste Zeiten», in denen die gemeinsame Freundschaft wichtiger denn je sei. «Herr Präsident, Sie sind ein wahrer Freund Kanadas», sagte Trudeau an Biden gerichtet.

Biden und seine Ehefrau Jill waren am Donnerstagabend (Ortszeit) in Kanada eingetroffen und hatten die Trudeaus im Anschluss zum Abendessen getroffen. Die First Lady der USA besucht mit Trudeaus Ehefrau Sophie Grégoire Trudeau ausserdem einen Curling Club in Ottawa. Auf dem Programm stand am Freitag ausserdem noch ein Galadinner. (sda/dpa)

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2 Kommentare
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Bestimmt diese Debatte unsere Zukunft?
Beim bevorstehenden TV-Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump steht sehr viel auf dem Spiel.

Für einmal ist das weder Clickbaiting noch journalistische Übertreibung: Wenn sich am kommenden Donnerstag Joe Biden und Donald Trump am TV duellieren, dann könnte dies mittelfristig den Lauf der Geschichte beeinflussen. In der «Financial Times» spricht daher US-Korrespondent Edward Luce von der «Mutter aller Präsidentschafts-Debatten», und im «Wall Street Journal» erklärt Kevin Madden, ein ehemaliger Stratege der Grand Old Party (GOP): «Die politische Welt wird anhalten, stillsitzen und ihre Aufmerksamkeit auf diese Debatte konzentrieren.»

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