International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Waffenhandel auf Rekordhoch – der Schweizer Anteil sank allerdings um 21 Prozent



Der weltweite Handel mit Kriegsmaterial floriert mehr denn je. Wie der Branchendienst «Jane's» in seinem jährlichen Rüstungsbericht feststellt, wurde 2015 Kriegsmaterial im Wert von 65 Milliarden Dollar gehandelt - das ist Rekord.

Im Jahr 2014 lag der Wert noch 6.6 Mrd. Dollar tiefer. «Der globale Handel mit Kriegsmaterial hat noch nie einen solch starken Anstieg gesehen, wie jener zwischen 2014 und 2015», sagte Ben Moores, Autor des am Montag veröffentlichten «IHS Global Defence Trade Report». Für das laufende Jahr prognostiziert der Bericht gar ein Volumen von 69 Mrd. Dollar. Kleinwaffen und Munition wurden nicht mitgerechnet.

Grösster Rüstungsexporteur 2015 waren die USA mit knapp 23 Mrd. Dollar. Mit grossem Abstand folgen Russland (7.45 Mrd.), Deutschland (4.78), Frankreich (4.77) und Grossbritannien (3.9).

Für 2016 ist Frankreich auf dem Vormarsch, das laut Moores seine Rüstungsindustrie «wiederbelebt» hat. Die Gesamtsumme der französischen Rüstungsexporte in diesem Jahr schätzt er auf rund sechs Milliarden US-Dollar. Seinen Berechnungen zufolge wird Frankreich 2018 sogar Russland überrunden und zum zweitgrössten Exporteur von Rüstungsgütern aufsteigen.

epa05325773 The first two Dutch F-35C Lightning II joint striker fighter aircrafts land in Leeuwarden, The Netherlands, 23 May 2016. The F-35 program is an international effort wherein the United States worked with eight partner nations, including the Netherlands, to design and develop the F-35.  EPA/Evert-Jan Daniels

Eine amerikanische F-35, die an die Niederlande verkauft worden ist. Bild: EPA/ANP

Saudi-Arabien ist Top-Importeur

Der weltweit grösste Importeur von Waffen und Ausrüstung ist und bleibt Saudi-Arabien. Laut «Jane's» wurden im vergangenen Jahr Rüstungsgüter im Wert von rund 9.3 Milliarden US-Dollar in das islamische Königreich geliefert. In diesem Jahr liegen die saudischen Militär-Importe sogar knapp über zehn Milliarden Dollar.

epa04712917 French Defense Minister Jean-Yves Le Drian (L) speaks during a handover ceremony 48 'Milan' anti-tank missiles in the Lebanese air force military base at Rafik Hariri international airport in Beirut, Lebanon, 20 April 2015. According to media reports, the Lebanese Army receives 48 “Milan” anti-tank missiles its first shipment of French weapons as a part of a 3-billion US dollars (2.7 billion-euro) military aid by Saudi Arabia to strengthen the weak military equipments used in its war against Islamic State militants and the Nusra Front.  EPA/WAEL HAMZEH

Französische Waffen werden dem saudischen Staat übergeben. Bild: WAEL HAMZEH/EPA/KEYSTONE

Indien belegte in der Liste der wichtigsten Importeure in diesem und im vergangenen Jahr jeweils den zweiten Platz. Die Vereinigten Arabischen Emirate steigern ihre Rüstungsausgaben den Angaben zufolge massiv. In diesem Jahr sollen sie Material im Wert von rund drei Milliarden US-Dollar erhalten. Damit sind sie aktuell der drittgrösste Importeur von Rüstungsgütern.

Zwar macht den Golfstaaten der Rückgang der Öl- und Gaspreise zu schaffen. Moores gibt allerdings zu bedenken: «Nur weil ein Land sehr stark von Öleinkünften abhängig ist, heisst das nicht automatisch, dass es seine Verteidigungsausgaben senken wird, nur weil der Ölpreis sinkt.»

Saudi-Arabien habe grosse Ölreserven und kaum Schulden. Dies ermögliche es dem Königreich, auch in den kommenden Jahren grosse Aufträge an Rüstungskonzerne zu vergeben. Anders sei dies im Falle Russlands oder des Sultanats Oman. In beiden Staaten sei bei einem anhaltend niedrigen Ölpreis langfristig mit sinkenden Rüstungsausgaben zu rechnen.

Saudi Arabiens Waffengeschäfte 2014

Schweiz nicht zuvorderst

Die Schweiz schafft es bei «Jane's» nicht auf die vordersten Ränge. Gemäss Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) vom Februar lieferten Schweizer Unternehmen für 446.6 Millionen Franken Kriegsmaterial in 71 Länder. Das entspricht einem Rückgang um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings stieg das Volumen neuer Bewilligungen um 35 Prozent auf 769 Millionen Franken.

Die fünf wichtigsten Empfängerstaaten der Schweiz im vergangenen Jahr waren laut SECO Deutschland mit Lieferungen im Wert von 130.3 Millionen Franken, Indien (45.5), Indonesien (44.2), die USA (26.3) und Italien (24.4).

Gemäss einem ebenfalls im Februar veröffentlichten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri kommen rund ein Prozent der weltweiten Waffenexporte aus der Schweiz. Damit rangiere die Schweiz auf Platz 14 der grössten Waffenexporteure.

(sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Ganz Grönland reibt sich gerade die Augen: Trump twittert seinen Tower auf die Insel

Die Vorstellung scheint absurd. Doch seit einigen Tagen kursiert die Meldung, dass US-Präsident Donald Trump nach Angaben seines Wirtschaftsberaters tatsächlich an einem Kauf Grönlands interessiert.

Der Präsident kenne sich gut mit Immobilienkäufen aus und «will sich das anschauen», sagte Larry Kudlow am Sonntag im Nachrichtensender Fox News. Die Berichte legten nahe, Trump habe Berater angewiesen, den Kauf zu prüfen. Wie seriös die Absichten seien, sei selbst für seine Mitarbeiter unklar …

Artikel lesen
Link zum Artikel