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Haftbefehl gegen Assange: Schweden will Wikileaks-Gründer ausliefern lassen



Die schwedische Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen des Verdachts der Vergewaltigung beantragt. Wenn das Bezirksgericht von Uppsala den Weg dafür freimacht, will sie einen europäischen Haftbefehl ausstellen, um die Auslieferung Assanges an Schweden zu erreichen.

Die schwedische Justiz nimmt die Ermittlungen gegen Wikileaks Ko-Gründer Julian Assange wieder auf.  (Archivbild)

Im Fokus: Julian Assange. Bild: EPA

Das teilte die stellvertretende Direktorin der Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, am Montag mit. Wann das Gericht über den Antrag entscheidet, war zunächst unklar.

Perssons Behörde hatte ihre Voruntersuchungen gegen Assange vor einer Woche wiederaufgenommen. Dem 47-Jährigen wird vorgeworfen, 2010 eine Frau in Schweden vergewaltigt zu haben. Er hat das stets bestritten. Andere Vorwürfe sind inzwischen verjährt.

Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen 2017 eingestellt, weil es ihr nicht gelungen war, Assange ausführlich zu verhören. Die Schuldfrage blieb aber ungeklärt.

epaselect epa07566735 Sweden's Vice Chief Prosecutor Eva-Marie Persson speaks during a press conference to announced the decision about the preliminary investigation against Julian Assange, in Stockholm, Sweden, 13 May 2019. Sweden will reopen the investigation into rape. Assange is accused of rape and sexual harassment of two women in Sweden 2010.  EPA/Anders Wiklund  SWEDEN OUT

Eva-Marie Persson, stellvertretende Direktorin der Strafverfolgung. Bild: EPA/TT NEWS AGENCY

Assange ist in Grossbritannien wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden. Die USA, die ihm Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vorwerfen, stellten offiziell einen Auslieferungsantrag.

Sollte dieser Antrag in Konkurrenz zu einem schwedischen europäischen Haftbefehl stehen, müssten die britischen Behörden entscheiden, welcher der beiden Punkte wichtiger sei, erklärte Persson. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Note 20.05.2019 21:44
    Highlight Highlight Die zahlreichen Ablehnungen vom Kommentar von "Chäsli" auf der SRF Seite mit demselben "Faustfoto von Assange" könnten eventuell einen Hinweis darauf geben, ob die Bevölkerung das Aufdecken von Kriegsverbrechen primär (und die Powerpolitik in veröffentlichten Depeschen sekundär) als Dienst an der Allgemeinheit sieht oder nicht. Der Rest (mögliche Anklage, dann wieder nicht, dann wieder doch, Auslieferung, wahrscheinlich mehrstufige Anklage
    in den USA wie bei Manning) ist nur noch das System.
  • Pümpernüssler 20.05.2019 15:47
    Highlight Highlight Vergewaltigung? In Schweden ist das Entfernen des Kondoms während dem Sex auch eine Vergewaltigung. Und wie will man so etwas beweisen?
    • Judge Dredd 20.05.2019 19:53
      Highlight Highlight Wenn das in Schweden als Vergewaltigung geahndet wird, dann ist das nun mal so. Schweden ist ein modernes Land, in vielerlei Hinsicht fortschrittlicher als ein grosser Teil der restlichen Welt, vielleicht auch in diesen Belangen, das ist halt ansichtssache. Eventuell ist der Strafrahmen diesbezüglich so weit gefasst, dass es zwar als Vergewaltigung gilt, aber ungleich milder bestraft wird als wenn der GV komplett gegen den Willen geschieht. Was zählt ist, man hat sich an die Gesetze zu halten, die in jenem Land herrschen, in welchem man sich aufhält. Ein Gericht soll entscheiden.
    • Judge Dredd 20.05.2019 19:55
      Highlight Highlight Wenn etwas nicht beweisbar ist, so gilt in dubio pro reo. Aber für dieses Urteil muss zuerst der Prozess gemacht werden können. So funktioniert nunmla ein Rechtsstaat.

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