International
Wirtschaft

Trump-Zölle: Versand-Gigant Fedex klagt ebenfalls gegen US-Regierung

A FedEx airplane descends to land at O'Hare International Airport in Chicago, Sunday, Nov. 30, 2025. (AP Photo/Nam Y. Huh)
Extreme Winter Weather
Logistikriese Fedex will die an die US-Regierung bezahlten Importzölle zurück.Bild: keystone

Versand-Gigant Fedex klagt ebenfalls gegen US-Regierung

Der US-Logistikkonzern Fedex dringt mit einer Klage gegen die Regierung von Präsident Donald Trump auf eine Rückerstattung bereits gezahlter Zölle.
24.02.2026, 04:1624.02.2026, 04:16

Es geht dabei um die Importgebühren, die der Oberste Gerichtshof jüngst als unrechtmässig eingestuft hat.

Man verlange die «vollständige Rückzahlung» aller gezahlten Zölle, die auf dem IEEPA genannten Notstandsgesetz fussten, heisst es in der beim Gericht für internationalen Handel in New York eingereichten Klage. Sie richtet sich gegen die Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP, die dem US-Heimatschutzministerium untersteht.

Fedex reagierte mit der Klage auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts vom vergangenen Freitag. Der Logistikkonzern argumentiert, er habe einen Schaden erlitten, weil er für importierte Waren Zölle zahlte, deren Rechtsgrundlage nunmehr für unrechtmässig befunden worden sei.

Unter Berufung auf das Notstandsgesetz aus dem Jahr 1977 hatte Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit am Kongress vorbei Zölle gegen Dutzende Handelspartner verhängt. Der Supreme Court erklärte diese Zölle für rechtswidrig. Das Gesetz erlaube es dem US-Präsidenten nicht, eigenständig Zölle zu verhängen, urteilten die Richterinnen und Richter. Ob die Regierung Zolleinnahmen an Importeure zurückzahlen muss, entschieden sie nicht. Das müssen nun andere Gerichte klären.

Schweizer Unternehmen fordern ebenfalls Geld zurück

Auch verschiedene Schweizer Unternehmen planen, die bereits gezahlten Zölle zurückzufordern. Vergangenes Wochenende kündigten mit Breitling, Läderach und Stöckli drei namhafte Unternehmen an, die gezahlten Zölle zurückzufordern. Am Montag gesellte sich die Swatch Group zur Gruppe dazu: «Unsere Tochtergesellschaft in den USA wird eine rückwirkende Rückerstattung der gezahlten Zuschläge beantragen», erklärte der Uhrenkonzern der Nachrichtenagentur AWP. Auch der Messerhersteller Victorinox will Rückforderung geltend machen.

Generell herrscht jedoch Unsicherheit, sowohl was die nun geltenden Zölle als auch Rückforderungen für alte, illegale Zölle angeht. «Was die Chancen auf Rückforderungen und das notwendige Vorgehen betrifft, ist derzeit noch vieles offen», ordnete Noé Blancpain vom Industrieverband Swissmem auf Anfrage der AWP ein.

Nach dem Urteil des Supreme Courts wurde mit einer Welle an Rückforderungen bereits gezahlter Zölle gerechnet. Nach Berechnungen der University of Pennsylvania geht es für den US-Staatshaushalt um etwa 175 Milliarden US-Dollar. Das entspräche etwa 2,5 Prozent des Haushalts der Bundesregierung. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
15 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
AndyLyss
24.02.2026 06:25registriert August 2017
Gezahlt wird am Ende. Hoffe die Zölle werden zurück erstattet. Der Katzenjammer wird gross sein. Aber hej ihr habt ihn gewählt, wurde geliefert wie bestellt. Selbst schuld.
330
Melden
Zum Kommentar
avatar
Callao
24.02.2026 05:34registriert April 2020
Richtig so! DT soll seine Eskapaden zu spüren und vorgeführt bekommen!
271
Melden
Zum Kommentar
15
Ein falscher Schritt in der Ukraine – und es ist vorbei
Der Krieg in der Ukraine tobt nicht nur an der Front. Er steckt auch im Boden.
Man kann einen Krieg beenden und ihn dennoch über den Boden weiterführen. In der Ukraine werden die Explosionen auch dann nicht versiegen, wenn offiziell Waffenstillstand herrscht.
Zur Story