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In this photo provided on Monday, Aug. 31, 2020, by the Greek Defense Ministry, worships from Greece, Italy, Cyprus and France, participate in a joint military exercise which was held from 26-28 of August, south of Turkey in eastern Mediterranean sea.  Turkey on Monday, Aug. 31, accused Greece of

Kriegsschiffe der griechischen, italienischen, französischen und zypriotischen Marine führen ein gemeinsames Manöver vor Zypern durch, 26. bis 28. August. Bild: keystone

Erdogan lässt den Grenzstreit im Mittelmeer eskalieren – diese 4 Dinge musst du wissen

Der Streit zwischen Griechenland und der Türkei eskaliert immer mehr. Zuletzt sprach Ankara Kriegsdrohungen aus. Doch um was geht es eigentlich? Eine Übersicht.



Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte am Wochenende der griechischen Regierung indirekt mit Krieg. «Wir fliehen nicht vor dem Kampf. In diesem Kampf schrecken wir nicht davor zurück, Märtyrer und Veteranen zu hinterlassen», sagte er etwa.

«Akzeptiert das griechische Volk etwa das, was ihnen wegen ihren habgierigen und inkompetenten Führern widerfahren wird?», fragte er weiter. «Weiss das französische Volk, welchen Preis es wegen ihrer habgierigen und inkompetenten Führer bezahlen wird?»

Grund für die rabiate Rhetorik war ein Entschluss Griechenlands, sein Hoheitsgebiet im Ionischen Meer von sechs auf zwölf Seemeilen zu vergrössern. Doch dahinter steckt ein viel grösserer Konflikt.

Die Vorgeschichte

Grenzstreitigkeiten zwischen der Türkei und Griechenland haben eine lange Geschichte. Die aktuellen Grenzen haben ihren Ursprung im Vertrag von Lausanne (1923). Nachdem die Türken den Griechisch-Türkischen Krieg von 1919 bis 1922 gewonnen hatten, mussten die Griechen Izmir (griechisch Smyrna) und Ostthrakien (der europäische Teil der Türkei) abgeben.

Die Grenzziehung des Vertrags von Lausanne (1922)

Bild

Izmir ging nach dem Krieg an die Türkei, die dem Festland vorgelagerten Inseln blieben unter griechischer Kontrolle. Bild: wikimedia

Unter Erdogan wurden diese Grenzen aber immer wieder in Frage gestellt. 2016 etwa bezeichnete der türkische Präsident den Vertrag von Lausanne als «Niederlage für die Türkei» und sprach von «unfairen Bestimmungen» und hatte dabei die Ägäis-Inseln im Sinn, die «in Rufweite» der Türkei liegen. Er präzisierte: Es gäbe einen «Kampf darum, was ein Festlandsockel sei.» Dazu später mehr.

Diese Aussagen wurden damals eher als innenpolitisch motiviert interpretiert. Nach dem Putschversuch von 2016 habe Erdogan Stärke zeigen wollen. Nachdem aber in den umstrittenen Gebieten Gasfelder entdeckt wurden, bekommen Erdogans Aussagen neue Brisanz.

Um was geht es eigentlich?

Schlussendlich geht es bei der aktuellen Eskalation um Erdgas und die Frage, wer das Recht hat, danach zu bohren und es zu fördern.

Bereits vor einem Jahr gab es Streitereien um drei Gasfelder vor der Küste Zyperns. Die Türkei entsandte das Bohrschiff «Fatih» um nach Gasfeldern zu suchen – ohne Konzession.

Beim aktuellen Konflikt geht es um vermutete Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Seit Juli sucht das türkische Erkundungsschiff «Oruc Reis» nach Erdgas. Das Problem: Die Erkundungen finden in Seegebieten statt, die entweder von Griechenland oder Zypern beansprucht werden – und ebenso von der Türkei.

Die beanspruchten Gebiete:

Bild

Blaue Linie: Von Griechenland und Zypern beanspruchte Gebiete. Rot: Von der Türkei beanspruchte Gebiete im östlichen Mittelmeer. Im markierten Bereich befinden sich die vermuteten Erdgasfelder. bild: wikimedia/CC0/watson

Ein Blick auf die Karte zeigt die Lage: Das Seegebiet zwischen Kreta, Rhodos und Kastelorizo ist umstritten, und genau dort sucht die Türkei nach Erdgas.

Auf der Seite «Marine Traffic» lässt sich die Route des Expeditionsschiffes «Oruc Reis» gut nachverfolgen. Die Mission war ursprünglich für die Dauer von zwei Wochen im August angedacht, am Montagabend verlängerte die türkische Regierung ein weiteres Mal bis zum 12. September. Illegal, sagt Griechenland und spricht von Provokation, Unruhestiftung und Destabilisierung der Region.

Hier sucht die «Oruc Reis»:

reise der oruc reis

Bild: marinetraffic/twitter

Die Türkei widerspricht und ist der Meinung, dass das Seegebiet zu türkischem Territorium gehöre. Um den Anspruch zu festigen, schloss die Türkei bereits Ende letztes Jahr mit Libyen ein Abkommen zur Festlegung der Wirtschaftszonen zwischen den beiden Ländern.

Der Deal zwischen Türkei und Libyen:

Bild

Der türkische Journalist Ali Özkök zeigt das maritime Abkommen. bild: twitter

Griechenland wiederum kopierte diese Aktion und schloss ein ähnliches Abkommen mit Ägypten – die Türkei geht dabei leer aus und hätte praktisch keine Seegebiete.

Der Deal zwischen Griechenland und Ägypten:

Die Völkerrechtlerin Nele Matz-Lück bewertet gegenüber der deutschen «Tagesschau» die beiden Abkommen folgendermassen:

«Das türkisch-libysche Abkommen ist in diesem Punkt völkerrechtlich nicht zulässig und entfaltet keine Wirkung gegenüber Griechenland. Umgekehrt muss aber auch im Fall des jüngst abgeschlossenen Abkommens zwischen Griechenland und Ägypten geprüft werden, ob es zulasten türkischer Ansprüche geht. Würden berechtigte Ansprüche der Türkei aussen vor gelassen, würde das Abkommen keine Wirkung entfalten.»

Wie werden die Ansprüche legitimiert?

Damit man versteht, wer wie argumentiert, muss das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen angeschaut werden. Es legt für Küstenländer eine sogenannte Ausschliessliche Wirtschaftszone (AWZ) fest. Diese AWZ reicht weit über die zwölf Seemeilen der Hoheitsgewässer eines Landes hinaus. Ein Staat hat bis maximal 200 Seemeilen bzw. 370 Kilometer ab der Küste das alleinige Recht zur wirtschaftlichen Ausbeutung von Bodenschätzen. Falls die Küste eines anderen Landes näher liegt, gilt die Mittellinie zwischen beiden Küsten. Die griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo verringern also die türkische AWZ enorm.

Die Türkei bringt nun den sogenannten Festlandsockel ins Spiel. Da es sich bei Kreta und Rhodos nicht um Festland handle, sondern lediglich um vorgelagerte Inseln, verfalle der Anspruch Griechenlands. Die Argumentation der Türkei ist nicht aus der Luft gegriffen: Griechenland will den Fall nur ungern vor einem internationalen Gericht sehen, da der Ausgang unklar wäre.

Die Einteilung der maritimen Zonen:

Bild

bild: petraboeckmann.de/CC-BY-SA 4.0

Das zeigt ein Beispiel aus dem Atlantik: Die französischen Inseln Saint-Pierre und Miquelon liegen vor der Ostküste Kanadas, das kleine Archipel hat gerade mal 6000 Einwohner. Trotzdem beanspruchte es eine AWZ von 200 Seemeilen Fischerei-Gebiet für sich. Ein Schiedsgericht verneinte den Anspruch und gestand lediglich einen Korridor zur Fischerei zu. Eine AWZ von 200 Seemeilen hätte Kanada praktisch vom Atlantik ausgeschlossen.

Völkerrechtlerin Matz-Lück geht davon aus, dass die Chancen für die Türkei relativ gut stehen würden: «In der internationalen Streitbeilegung zu Grenzstreitigkeiten ist anerkannt, dass die Länge der Küstenlinie eine Rolle spielt und berücksichtigt wird – und dass kleinere Inseln, die eine Grenzziehung verzerren würden, gegebenenfalls bei der Abgrenzungen aussen vor bleiben.»

Was ist von den Kriegsdrohungen zu halten?

Die türkische Expedition war von Anfang an auf Provokation aus: Nicht umsonst liess man das Forschungsschiff «Oruc Reis» von Marineschiffen begleiten.

FILE - In this photo provided by the Turkish Defense Ministry on Aug 10, 2020, Turkey's research vessel, Oruc Reis, in red and white, is surrounded by Turkish navy vessels as it was heading in the west of Antalya on the Mediterranean, Turkey, Monday, . Greece says it will conduct a navy and air force exercise in an area of the eastern Mediterranean where Turkey is prospecting for oil and gas in an area as the neighboring countries remain locked in a dispute over offshore energy rights. (Turkish Defense Ministry via AP, Pool)

Die «Oruc Reis» wird von fünf Marineschiffen eskortiert. Bild: keystone

Die Griechen antworteten ihrerseits mit einer erhöhten Alarmbereitschaft und forderten die «Oruc Reis» im Viertelstundentakt via Funk auf, die Gewässer zu verlassen. Auch die Ankündigung des französischen Präsidenten Macron, Marineschiffe in die Region zu senden, schien Ankara nicht zu beeindrucken, verschärfte das Klima eher noch. Vermittlungsversuche der EU und von Donald Trump blieben erfolglos.

Griechenland gab sich ebenfalls keine Mühe, die Situation zu entschärfen. Obwohl die Ausdehnung der Hoheitsgewässer von letzter Woche im Ionischen Meer, also Italien zugewandt, stattfand, liess Athen verkünden, dass man sich weitere Ausdehnungen offen lässt.

Das ist klar als Provokation zu werten, hat doch das türkische Parlament bereits 1995 eine Ausdehnung der griechischen Hoheitsgewässer in der Ägäis zum Casus Belli erklärt. Will heissen: Sollten die Griechen ihre Hoheitsgewässer vor der türkischen Küste ausdehnen, könnte Ankara einen Krieg beginnen, ohne eine Genehmigung des Parlaments einzuholen.

Nun kommt aber das grosse Aber: Einen Krieg könnten sich beide Staaten nicht leisten. Die türkische Wirtschaft ist am Boden, eine kriegerische Auseinandersetzung würde die türkische Lira weiter auf Talfahrt schicken. Griechenland ist ebenfalls angeschlagen: Die Corona-Krise hat auch ihren wichtigsten Wirtschaftsbereich, den Tourismus, schwer getroffen.

So dient das Säbelrasseln im Mittelmeer wohl vor allem einem Zweck: Einer Machtdemonstration, die von den innenpolitischen Problemen ablenken soll.

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144Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oneiroi 03.09.2020 08:14
    Highlight Highlight Wenn man ein wenig Ahnung hat, geht es hier weder um Energievorkommen oder Neo-Osmanismus. Es ist schlicht und einfach Geopolitik!
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 03.09.2020 08:05
    Highlight Highlight Der nächste Schritt sind Waffenlieferungen an die Kurden. Dann ist die Türkei im Innern beschäftigt. Am Ende gibt es Tote.
  • AFK 03.09.2020 07:44
    Highlight Highlight Einfach kein Erdgas kaufen, dann sollen die doch teure Anlagen bauen. Vom Öl wegkommen, ok, aber dann auf Erdgas setzen ist ein Witz.
  • Nordisch78 03.09.2020 07:26
    Highlight Highlight Deutschland könnte den Krieg für Griechenland führen! Ach nee... die haben auch kein Geld bzw. die Druckpressen werden für Corona-Subventionen benötigt. Auch die in Deutschland lebenden Türken stehen ja hinter ihrem Präsidenten... ja das könnte noch spannend werden.
    Man könnte die Türkei aus der NATO werfen und ein Handelsembargo durchführen. Alle touristischen Aktivitäten sofort einstellen. Nabelt sie endlich ab!
  • Wahrheitssuchend 03.09.2020 07:07
    Highlight Highlight Sehr gut recherchierter Artikel! Wenn sich 2 streiten freut sich nicht selten ein Dritter.. Wer das wohl sein mag? Auf jeden Fall Zündstoff für eine weitaus überregionalere Eskalation🤔
  • Dr. Mansur Kutrapalil 02.09.2020 21:16
    Highlight Highlight Als promovierter Historiker und Kenner dieser Thematik bleibt mir nichts anderes zu sagen als:

    Bei ZEUS! Der GYROS soll sie treffen!
  • Rethinking 02.09.2020 17:29
    Highlight Highlight «Wir fliehen nicht vor dem Kampf. In diesem Kampf schrecken wir nicht davor zurück, Märtyrer und Veteranen zu hinterlassen»

    Somit zieht Erdogan hoffentlich allen voran in die Schlacht und stirbt als erster als Märtyrer oder? Er schrecke ja scheinbar nicht zurück?

    Oder sendet er lieber junge Soldaten / Söhne von Müttern um die Drecksarbeit zu machen?
  • cosmonaut 02.09.2020 17:28
    Highlight Highlight Ein Problem ist auch, dass die Türkei die UN Seerechtskonvention nicht unterschrieben hat und darum nicht daran halten will. Andererseits beruft sie sich immer wieder auf Verträge, die sie nicht unterschrieben hat zum Beispiel im Schwarzen Meer. Griechenland hätte das Recht auf 12 Meilen um die Inseln, für die Türkei ist das ein Kriegsgrund, da sie dann gar nicht Meer in die Ägäis könnte im Kriegsfall. TR spricht Griechenland das RECHT AB UND DROHT MIT KRIEG! GR hat berechtigte Befürchtungen, dass die Türkei, sich nicht mit der AWZ zufreiden gibt, sondern einige Inseln will.
    • landre 02.09.2020 18:22
      Highlight Highlight Auch Libyen ist kein Vertragsstaat des Seerechtsübereinkommen. "Rechtsansprüche" usw sind also unklar oder nicht geklärt. Ob das für uns (Europa) nun einer aktivierten Anarchie im Mittelmeerraum entspricht oder Business as usual ist, steht noch in den Sternen. Auf jeden sind momentan im Mittelmeerraum offensichtlich brandgefährliche Pyromanen am werken...
  • Andre Buchheim 02.09.2020 15:04
    Highlight Highlight Es geht um Geld und Macht, den 2. Teil nicht vergessen. Es ist das ewige Spiel des Egoismus, dessen gewaltige Blutspur sich durch die gesamte menschliche Geschichte zieht. Wir könnten uns natürlich auch bewusst weg vom isolierenden Ego entwickeln, hin zu einer Welt liebevoller Verbundenheit, Kooperation und Nachhaltigkeit. Wir könnten, also sind potentiell in der Lage dazu. Warum wir es dennoch nicht tun und lieber die Blutspur länger und länger ziehen, notfalls bis zur totalen Auslöschung, das kann sich jetzt jeder mal selbst fragen, denn nahezu jeder trägt mit seiner Lebensführung dazu bei.
    • Rethinking 02.09.2020 17:31
      Highlight Highlight Ja der Mensch ist do ziemlich das dümmste Lebewesen auf diesem Planeten... wahrscheinlich gar in diesem Universum...
    • Nurmalso 03.09.2020 06:13
      Highlight Highlight Ne das ist normal. Es gibt in det Natur nun mal keine Spitze der Nahrungskette.
      Alles ist ein Kreislauf. Wer keine Feinde hat muss sich selber vernichten.
  • cosmonaut 02.09.2020 13:25
    Highlight Highlight Griechenland macht sich Sorgen, da in den letzten Jahren vermehrt neoosmanische Töne aus der Türkei kommen die lauten, dass die Inseln wieder türkisch werden müssten. Hier ein aktuelles Beispiel:
    https://bit.ly/32SNUz6

    Auch Erdogan wirbt mit Mavi Vatan - blaues Vaterland.
    https://bit.ly/3gOrCn7

    Die TR akzeptiert grundsätzlich keine AWZ oder 12Meilen bei Inseln, auf die jedes Land das Recht hat.

    Die Griechen haben keine Lust mit einem Sultan, der die alten Kirchen in Istanbul zu Moscheen umwandelt zu verhandeln und in viele Länder eingefallen ist und Menschen in der Türkei unterdrückt.
  • Lefka Ori 02.09.2020 13:15
    Highlight Highlight
    Der Festlandsockel ist definiert als Randbereich des Kontinents, der vom Meer bedeckt ist; er besteht aus kontinentaler Kruste. Der grösste Teil des griechischen Staatsgebietes mit den Inseln Kreta, Rhodos etc. liegen auf der Ägäischen Kontinentalplatte und verfügen so über den Festlandsockel. Er gehört nicht zum Staatsgebiet des Küstenstaates; dieser übt aber über den Festlandsockel souveräne Rechte zum Zweck der Erforschung und Ausbeutung seiner natürlichen Ressourcen aus (Art.77 Abs.1 SRÜ). Die Türkei darf ohne Zustimmung Griechenlands diesen Festlandsockel nicht erforschen und ausbeuten.
  • John Henry Eden 02.09.2020 13:14
    Highlight Highlight Die Stadt Zürich will Heizpilze aufstellen und die brauchen nun mal Gas.

    Erdogan setzt sich also voll und ganz für uns ein. Recep, der Retter des Zürcher Gastgewerbes.
  • Cpt. Jeppesen 02.09.2020 13:14
    Highlight Highlight Im Anbetracht der juristischen Ausgangslage ist Säbelgerassel das was es ist, einfach nur Lärm um den "Gegner" einzuschüchtern. Ein politisches Mittel, um die EU zu ermuntern ein wenig mehr auf Griechenland einzuwirken.
    Ich denke im Hintergrund laufen fleissig Diskussionen über das was Griechenland für Konzessionen machen muss, ohne dabei das Gesicht zu verlieren.
    Einen Krieg unter NATO Partnern werden die meisten anderen NATO Länder nicht zulassen.
    • Bosshard Matthias 02.09.2020 17:28
      Highlight Highlight Die kommen wie bei Putin einfach ohne Landesflagge und schwups keinen Intressierts!
  • Sparkle Darkle 02.09.2020 13:09
    Highlight Highlight Griechenland traut sich nun Erdogan mal nicht gewähren zu lassen & stellt sich dezidiert gegen den neosmanischen Expansionismus. Wird nun dafür kritisiert sich gleich unnachgiebig & uneinsichtig zu verhalten wie die Türkei. Man lässt dabei aber ausser Acht, dass sich die Türkei pausenlos als Aggressor gebärdet. Krieg ist verabscheuungswürdig und darf nie Mittel zum Zweck sein. Eine bilaterale Aussprache wird sich wahrscheinlich erst ergeben, wenn die Türkei ihre völlig vermessenen Ansprüche runterschraubt(2/2).
  • Sparkle Darkle 02.09.2020 13:09
    Highlight Highlight Ich muss jetzt mal meinen Unmut äussern & ja, man darf mir aufgrund meiner kleinasiatischen Herkunft Befangenheit unterstellen. Den Artikel empfinde ich als zu undifferenziert. Die meisten bilden sich ein Urteil ohne fundierte Kenntnisse über die historischen Gegebenheiten dieser beiden Länder. Das Ganze lässt sich nicht auf einen Rohstoffkonflikt reduzieren. Griechenland wird schon seit Jahrzehnten mit völkerrechtswidrigen Handlungen und Territorialansprüchen seitens der Türkei drangsalisiert (1/2).
  • Freethinker 02.09.2020 12:16
    Highlight Highlight Die sollen entweder beide zusammen suchen und den Gewinn teilen oder aber wie im Artikel erwähnt, das international zuständige Gericht ansteuern, um den Fall dort beurteilen zu lassen.
    Das erwarte ich auch von Ländern wie Frankreich etc., dass sie dies von Griechenland einfordern.
  • weissauchnicht 02.09.2020 12:13
    Highlight Highlight Geld und Macht ist offenbar immer noch wichtiger als Klimaschutz. Lasst doch alle das Gas einfach wo es ist. Das wäre sowohl für das politische wie auch für das atmosphärische Klima deutlich besser...
  • Damo Lokmic 02.09.2020 11:38
    Highlight Highlight "So dient das Säbelrasseln im Mittelmeer wohl vor allem einem Zweck: Einer Machtdemonstration, die von den innenpolitischen Problemen ablenken soll."

    Auch gut zusammengefasst.
  • Denverclan 02.09.2020 11:33
    Highlight Highlight Wir leben zwar in einem Zeitalter in dem man sich vom Intellekt her durchaus mit Gesprächen verständigen könnte, nur sind eben auch Menschen da, die gerne wie zu den guten alten Zeiten Blut fliessen lassen wollen. Selbstverständlich nicht das Eigene, dafür hat man ja seine Schäfchen. Irgendwie will einem das nicht in den Kopf, dieses ewige, kriegerische Getue von verantwortlichen Staatsoberhäuptern. Der Planet ist vollgetränkt mit dem Blut vergangener und gegenwärtiger Auseinandersetzungen, wollen wir nicht endlich einen Level höher steigen ? Der Planet hätte es dringend nötig, inkl. Mensch.
    • MarGo 02.09.2020 11:47
      Highlight Highlight "höher steigen" wirds nicht geben... Dafür hat der Mensch keine Schwarmintelligenz und zu wenig Empathie. Was uns Sci-Fi Filme etc weissagen, ist nichts weiter als die Hoffnung, die ja bekanntlich zuletzt stirbt... bei mir ist die schon lange verloren... Wir bomben uns ins Nirvana und die Natur wird einige wenige Tausend von uns dann wieder verkraften können... aber das ist ja nur meine Zukunftsprognose...
    • Denverclan 02.09.2020 12:54
      Highlight Highlight @MarGo...Ich würde Ihnen gerne widersprechen, aber...
      Allerdings gebe ich die Hoffnung bis zum letzten Atemzug nicht auf und orientiere mich auch dankbar an denen, die den höheren Level erreicht haben. Man kann auch für etwas kämpfen was aussichtslos erscheint, im Wissen, dass man eben nicht ganz allein ist. Und ganz wichtig erscheint mir, dass wir unseren Kindern die Hoffnung erhalten und manche Märchen vielleicht doch Realität werden können. Es gibt wohl Nichts auf der Welt, für das es sich mehr lohnt alle Energie einzusetzen, als für Empathie, Liebe und Geborgenheit.
    • MarGo 02.09.2020 13:15
      Highlight Highlight @Denverclan
      Sie haben natürlich vollkommen recht. Und auch ich habe noch Tage, an denen ich kämpfe, versuche Menschen den Weg der Liebe und des Verständnisses füreinander nahe zu bringen... Aber es ist bei weitem nicht mehr so oft, wie noch vor 10 Jahren... und die Tendenz fällt leider... aber wenn ich Texte, wie die Ihren lese, keimt wieder irgendwo etwas Hoffnung in mir :)
      also danke...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 02.09.2020 11:31
    Highlight Highlight "Einen Krieg könnten sich beide Staaten nicht leisten."

    Die Frage ist meistens nicht, ob man sich einen Krieg leisten kann, sondern ob man sich den (vermeintlichen) Frieden leisten kann.

    Die Deutschen konnten sich den versailler Diktatfrieden nicht leisten. Deutschland verarmte. Konnten sich die Nazis den zweiten Weltkrieg leisten?

    Die Nazis konnten sich den Zweiten Weltkrieg nicht leisten; aber noch weniger den versailler Diktatfrieden. Also weiteten die Nazis Geldvolumen und Staatsverschuldung aus (https://de.wikipedia.org/wiki/Mefo-Wechsel), womit sie dann den Krieg finanzieren konnten.
    • Сédric Wermutstropfen 02.09.2020 15:08
      Highlight Highlight Da schreibst Du doch tatsächlich mal etwas ausgezeichnetes. Das muss ich neidlos anerkennen und zustimmen.
    • derWolf 03.09.2020 00:01
      Highlight Highlight Schon wieder. Jetzt wird es mir langsam unheimlich. Hör bloss auf damit 😉👍🏻😂
  • Akzent 02.09.2020 11:18
    Highlight Highlight Zuerst muss von einem internationalen Gericht die Rechtsstaatlichkeit geklärt werden. Zusätzlich müssen die Waffenlieferungen der EU-Mitglieder an die Türkei ausgesetzt werden. Ist die Türkei im Unrecht, muss die EU die wirtschaftliche Schraube mit einem totalen Wirtschaftsembargo anziehen. Erdogan, der unverhohlen mit Krieg droht, versteht nur die Sprache der klaren, harten Worte.
  • My Senf 02.09.2020 11:08
    Highlight Highlight Guter Artikel ohne Abgang 🤓
    „Einer Machtdemonstration, die von den innenpolitischen Problemen ablenken soll.“
    Ähm, wer demontiert macht wegen was?

    Ein sneakpeak von gestern „ Wenn es nach dem türkischen Staatspräsidenten ginge, hätte seine Marine schon längst ein griechisches Schiff im Mittelmeer versenkt. Genau das verlangte Recep Tayyip Erdogan nach Informationen aus Militärkreisen vor einigen Tagen von Generälen“

    https://www.welt.de/politik/ausland/plus214732458/Tuerkei-Erdogans-Kalkuel-hinter-dem-Streit-mit-Griechenland.html

  • landre 02.09.2020 11:08
    Highlight Highlight Erstmals Danke! @Julian W. der sich sachlich mit dem Thema befasst hat oder noch am befassen ist und ein entsprechend informativ substanziell mehrwertigen Beitrag gebacken kriegt.

    Viele (HerzchenjägerInnen?) die hier aber populistisch vereinfacht bzw sachlich deplatziert/ deplatzierend von "Kindergarten" usw schreiben, wissen aber hoffentlich schon haargenau dass das was im Mittelmeerraum gerade abläuft alles andere als Kindergarten ist, sondern Geopolitik auf höchster Ebene die uns alle EuropäerInnen gewollt oder ungewollt direkt betrifft/ treffen wird...
    • Statler 02.09.2020 11:51
      Highlight Highlight «Geopolitik auf höchster Ebene» -> Lipstick on a pig.

      Man kann es anmalen, wie man will, es bleibt ein Kindergarten. Einer der Top-Kommentare ist, dass man das Problem mit Zusammenarbeit lösen könnte. Also Kooperation, statt Konfrontation.
      Aber da hat ja dann wieder jeder das Gefühl, er komme zu kurz und es wollen alle den ganzen Kuchen. Teilen kommt nicht in Frage.

      «Kindergarten» ist nur insofern der falsche Ausdruck, als man Teilen bereits dort lernt.

      Es ist ein Haufen egoistischer Machos, die über Leichen gehen. So sieht's aus.
    • du_bist_du 02.09.2020 11:51
      Highlight Highlight Betreffend den Kindergartenkommentaren. Einerseits ist man sich das wohl in einer Region, die 80 Jahre keinen Krieg auf eigenem Boden hatte, nicht mehr gewohnt. Wohlstand tut sein übriges.
      Andererseits ists wohl auch ein hilfloser Abwehrreflex. Terroristen werden auch gerne mal als traurige Kleinkriminelle dargestellt, Feiglinge, gescheiterte Existenzen usw. Stimmt vielleicht auch, ist aber trotzdem ein Abwehrreflex des Normalbürgers, der eingestehen muss, dass der andere leider aktuell die Macht und den Finger an der Kalaschninkow hat. Tja...

      Meine ganz persönliche Interpretation.
    • JackMeMore 02.09.2020 12:06
      Highlight Highlight klär doch bitte auf. Um welche Bauteile geht es denn da?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 02.09.2020 11:05
    Highlight Highlight «Das türkisch-libysche Abkommen ist in diesem Punkt völkerrechtlich nicht zulässig und entfaltet keine Wirkung [..]. Umgekehrt muss aber auch im Fall des jüngst abgeschlossenen Abkommens zwischen Griechenland und Ägypten geprüft werden[..]. Würden berechtigte Ansprüche der Türkei aussen vorgelassen, würde das Abkommen keine Wirkung entfalten.»

    So gesehen entfalten auch sämtliche pariser Vorortsverträge (Diktatfrieden) und insbesondere auch die Verträge von Sèvres und Lausanne keine Wirkung. Versaille wurde schon durch die Nazis gekippt.

    Man müsste daher viel weiter zurück backtracken.
  • HerbertBert 02.09.2020 10:56
    Highlight Highlight Es ist vielleicht noch wichtig zu erwähnen, dass die Türkei das "Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen" nie unterschrieben hat und sich darum auch nicht danach richten muss.

    Ich denke, dass es vor Gericht wohl wie der beschriebene Fall mit der französischen Inseln im Atlantik enden würde.

    Kastellorizo ist halt schon recht winzig und abgelegen vom Festland/grösseren Inseln.
  • Froggr 02.09.2020 10:33
    Highlight Highlight NATO vs NATO. Ein hervorragendes Beispiel wie toll das System funktioniert. Weiter beweist es, dass dort (und in der EU) Entscheidungen getroffen werden, die untragbar sind. Hoffentlich merken jetzt mehr, was für ein Saftladen das ist.
    • Flexon 02.09.2020 11:42
      Highlight Highlight Auf was für Entscheidungen beziehst du dich?
    • Posersalami 02.09.2020 11:52
      Highlight Highlight Kannst du erklären, was die EU da für Entscheidungen getroffen hat?
  • De-Saint-Ex 02.09.2020 10:23
    Highlight Highlight Vielleicht sehe ich das ja falsch, aber es geht doch um vermutete Erdgasvorkommen? Ist also noch nicht einmal sicher, dass sich eine Förderung überhaupt lohnen würde? Zudem hatte ja wohl die Türkei nach gewonnenem Krieg den Lausanner Vertrag akzeptiert... ging ja darum, dass sie Gebiete (zurück)erobert hatte und ihr zugesprochen wurden?
    Scheint Mode geworden zu sein, einst unterschriebene Verträge missachten zu wollen. So geht‘s nun mal nicht.
    • misohelveticos 02.09.2020 13:20
      Highlight Highlight Ich denke, es geht nur Vordergründig um Erdgas. Beim Thema Seegrenze zu Griechenland reagieren Türken wie der Pawlowsche Hund (die Griechen genauso). Das weiss Sultan Recep und setzt auf diese Karte. Es war Mustafa Kemal, später Atatürk genannt, der, militärisch wie politisch, den entscheidenen Anteil daran hatte, die griechische Invasion zurückzuschlagen. Wenn Erdogan jetzt gegen Griechenland droht, steht er in einer Linie mit Atatürk. Da er innenpolitisch im Sinkflug ist, kann er mit diesen Aktionen das Volk hinter sich bringen und gleichzeitig die kemalistische Opposition CHP kleinhalten.
  • Flexon 02.09.2020 10:22
    Highlight Highlight Einen Krieg zwischen zwei halbbankrotten Staaten um die Feisetzung von mehr CO2 während der Klimawandel jährlich neue Rekorde aufstellt. Sehr viel verkehrter kann es eigentlich nicht laufen.

    Ich würde vorschlagen, jemand trifft sich mal auf eine Tasse Tee mit Erdogan. Das geht auch on the fly...
    • Firefly 02.09.2020 11:51
      Highlight Highlight Glaube kaum, dass es Erdogan und Tee trinken geht
  • Beobachter 02.09.2020 10:10
    Highlight Highlight Zwei Möglichkeiten: 1. Bilaterale Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Griechenland bei der Nutzung der betroffenen Gebiete. 2. Das Thema von einem internationalen Gericht klären lassen. Ersteres wird aufgrund der Historie der beiden Länder eher schwierig. Letzteres wäre relativ einfach, wobei eher fraglich ist, ob die unterlegene Partei das Urteil dann auch akzeptieren würde. Also dürfte das Kesseltreiben vorerst weitergehen.
  • mrlila 02.09.2020 10:09
    Highlight Highlight Ein Boxkampf zwischen den Kriegstreibern selbst - so wie es die YouTuber machen!

    Das könnten die Streams des Jahrtausends werden.

    Trump, Erdogan, Lukaschenko, Putin etc.
    • tinu77 02.09.2020 10:40
      Highlight Highlight Das wäre eine kurze Angelegenheit. Putin würde sie in ein paar minuten alle töten. Der Mann hat den schwarzen Gürtel im Judo und mehrere militärische Nahkampf Ausbildungen durchlaufen und hält sich immer noch sehr fit, was man von den anderen 3 nicht behaupten kann...
    • Filzstift 02.09.2020 10:45
      Highlight Highlight YouTuber?

      Das gibt es doch schon seit Asterix, "der Kampf der Häuptlinge".
    • Firefly 02.09.2020 11:53
      Highlight Highlight Alle ausser Putin würden wohl in der ersten Sekunde vergiftet zu Boden fallen
  • Leslie Now 02.09.2020 10:08
    Highlight Highlight „In diesem Kampf schrecken wir nicht davor zurück, Märtyrer und Veteranen zu hinterlassen“

    Also natürlich meint Erdogas seine Soldaten die als Märtyrer, Veteranen enden werden und nicht sich selber.
    • Firefly 02.09.2020 11:56
      Highlight Highlight Natürlich, das war schon immer so. Und schon immer habe ich mich gefragt, wie erwachsene Männer diesem Todeskult verfallen können und für die Macht eines Anderen ihr Leben lassen
  • Amarillo 02.09.2020 10:06
    Highlight Highlight Ob einem Erdogan und seine feuchten Träume vom "osmanischen Reich" sympathisch sind oder nicht, aber in solchen Fällen muss man sich an die internationalen Übereinkommen und internationale Praxis halten. Wenn die halt eher zugunsten der Türkei sind, ist das zu akzeptieren. Mir scheint, die EU hat da etwas voreilig ihre Unterstützung für Griechenland signalisiert. Aber nachdem sie die Griechen ja auch mit dem Flüchtlingen alleine lässt, werden diese kaum viel auf solches Gewäsch geben. Und einzelne Akteure wie Frankreich + Italien sind schon militärisch vor Ort. Das übliche Chaos in der EU.
    • Varanasi 02.09.2020 11:26
      Highlight Highlight Die Griechen haben eine Unterstützung für die Flüchtlinge von 700 Millionen Euro von der EU bekommen.
      Was ist daran bitte Gewäsch?


    • Sean Gregoire 02.09.2020 11:55
      Highlight Highlight 700 Mio. sind nichts. Die Schweiz gibt gem. NZZ Artikel vom 20.8.2018 2.2 Milliarden für das Asylwesen aus. Wenn man bedenkt, dass nur ein kleiner prozentualer Anteil aller Flüchtlinge in die CH kommt, aber ein grosser Griechenland mindestens durchqueren möchte, sind 700 Mio lächerlich.
    • Varanasi 02.09.2020 13:18
      Highlight Highlight Was hat das eine jetzt mit dem anderen zu tun? Deutschland gibt auch 22 Milliarden aus.

      Es wurde behauptet, Griechenland wird nicht unterstützt und das stimmt nunmal nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Antigone 02.09.2020 10:06
    Highlight Highlight Wieso schiebt man diesem Typen nicht endlich mal den Riegel? Der erlaubt sich zu viel und die Welt schaut einfach zu...
    • _kokolorix 02.09.2020 13:13
      Highlight Highlight Vielleicht. Weil, das Riegel Vorschieben ein blutiges Gemetzel hervorrufen könnte?
      Es sind nicht alle Staatschefs so mit Testosteron vollgepumpt wie Erdogan und Mitsotakis.
    • Antigone 02.09.2020 14:28
      Highlight Highlight Ach, man kann den Erdogan sicher à la Nawalny iwie liquidieren. Es gibt so viele gewaltfreie Optionen!
    • Kruk 03.09.2020 04:50
      Highlight Highlight Antigone, er erlaubt sich viel, doch er ist niemals auf der Stufe was sich die USA, oder europäische Länder wie Frankreich, GB etc. oftmals erlauben.
      schon rufst du zu unlauteren Methoden auf und stösst auch noch auf Zustimmung.
      Nach eurer Meinung dürfen Europäer plündern und morden soviel sie wollen, fremde Staatsführer liquidieren, zum Mord aufrufen etc.

      Aber wehe ein nichtwestler erhebt einmal den kleinsten Anspruch, da gerät die Welt aus den Fugen.

      Und dann wundert ihr euch warum die halbe Welt euch hasst.
      Langsam ist mir selbst China lieber als ihr Westler.
  • Back in Time 02.09.2020 10:05
    Highlight Highlight Eine Bande von 3jährigen Trotzköpfen. Fällt denen heutzutage nichts anderes ein, als 'Säbelrasseln'? Warum können sich Griechenland und die Türkei nicht zusammensetzen und eine gemeinsame Lösung erarbeiten, wo es keine Toten gibt, dafür beide Seiten profitieren?
    • _kokolorix 02.09.2020 13:16
      Highlight Highlight Beide Seiten haben massive innenpolitische Probleme. Da ist es höchst erstrebenswert eine Kriegsdrohung heraufzubeschwören. Dann kann man über den Feind vom Leder ziehen und muss sich nicht der Tatsache stellen, dass man seiner Entourage endlich den Geldhahn zudrehen müsste, um die Wirtschaft wieder einigermassen zum Laufen zu bekommen.
  • rodolofo 02.09.2020 10:01
    Highlight Highlight Die beste Antwort auf solche klassische Rohstoff-Kriege wäre, die ENERGIEWENDE entschlossen voranzutreiben, die wir ohnehin machen müssen, wenn wir auf diesem Planeten noch angenehm leben und überleben wollen!
    Griechenland hat Unmengen an SOLAR-Energie!
    Warum also nutzt man das nicht entsprechend?
    Warum investiert die EU nicht kräftig mit in den "Solarofen" Griechenland?
    Dass Erdogan als "lebendes Fossil" immer noch von militärischen Endlösungen und von einem alten, stinkigen und schmierigen Energiewirtschafts-Imperium träumt, passt eigentlich ganz gut zum Karikaturbild mit der Ziege...
  • lilie 02.09.2020 09:54
    Highlight Highlight Danke für diesen sehr übersichtlichen und klärenden Artikel! So versteht man wirklich, was da eigentlich passiert. 👍
    • SeboZh 02.09.2020 10:08
      Highlight Highlight Nein, denn dazu müsste man mehr in die Vergangenheit schauen. Die Tütkei hat ja schon einige Kriege mit Griechenland geführt, sowie Invasionen abgeschlossen
    • lilie 02.09.2020 11:31
      Highlight Highlight @SeboZH: So genau wollte ichs auch nicht wissen. Der Artikel hat gerade etwa die Länge, die ich zu lesen bereit bin, um die Hintergründe des Konfliktes zu verstehen. 😉
    • SeboZh 02.09.2020 12:10
      Highlight Highlight Klar. War ja nicht böse gemeint. Sicherlich gut geschriebener Artikel. Aber eben. Um das Gesamtbild zu verstehen, müsste man noch ein wenig in der Geschichte zurück gehen.
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  • du_bist_du 02.09.2020 09:49
    Highlight Highlight Tja, ohne die regulierenden Amis dürfen die Europäer gerne beweisen, wie gut man Probleme im Hausflur lösen kann.
  • Thurgauo 02.09.2020 09:49
    Highlight Highlight Ich bin ja jetzt wirklich kein Freund der türkischen Politik. Wenn ich aber neutral entscheiden müsste, würde ich das Gebiet eher der Türkei zusprechen. Liegt schon etwas abgelegen von den kleinen griechischen Inseln.
    • SeboZh 02.09.2020 09:53
      Highlight Highlight Wie denn das? Es ging ja um Gebiete auf der westlichen Seite, also eher Richtung Italien
    • Filzstift 02.09.2020 10:55
      Highlight Highlight Die Türken bekamen bzw. behielten im Vertrag von Lausanne anno 1923 Gebiete, die mehrheitlich von Kurden, Griechen, Armeniern und anderen Völkern bewohnt waren. Trotz vorangehenden Massakern an deren Bevölkerung (wobei: die Griechen massakierten auch).

      Doch das scheint Erdogan nicht zu genügen.
    • Thurgauo 02.09.2020 19:39
      Highlight Highlight @Filzstift Ich hab mich nur auf das Fördergebiet, das auf der Karte eingezeichnet ist, bezogen.
  • SeboZh 02.09.2020 09:48
    Highlight Highlight Das Beispiel Zypern sollte ja den meisten bekannt sein. Das die türkische Regierung nich vor illegalen Schritten zurückschreckt und die internationale Staatengemeinden nicht wirklich was dagegen macht, ist den Griechen sehr wohl bekannt. Oder wieso steht vor vielen Inseln der Ägais ein Marineschiff oder sie beheimaten mil. Flughäfen? Daher kann ich den Unmut der Griechen verstehen, würde aber nun auch nicht extra noch mehr Öl ins Feuer giessen und noch mehr Gebiete annektieren
  • Donald 02.09.2020 09:46
    Highlight Highlight "Nun kommt aber das grosse Aber: Einen Krieg könnten sich beide Staaten nicht leisten."
    Neuerdings wird also nur Krieg geführt, wenn man es sich leisten kann?
    • rodolofo 02.09.2020 10:04
      Highlight Highlight Ja. Aus dem selben Grund führt Donald Trump einen Bürgerkrieg gegen die andere Hälfte der US-amerikanischen Gesellschaft, weil das billiger ist.
  • Rogan Eizur 02.09.2020 09:42
    Highlight Highlight Der Lausanner Vertrag wurde auch von der Türkei unterschrieben. Im gleichen Wiki Artikel steht auch, dass der Vertrag den Völkermord an den Armeniern und Aramäischen Syrern nicht berücksichtigt hat. Dadurch hat man der Türkei praktisch ein "Genozid-Freiticket" ausgestellt. Auf was ich eigentlich heraus will; die Türkei kam beim Lausanner Vertrag 1922 durchwegs nicht schlecht weg.
    • SeboZh 02.09.2020 09:57
      Highlight Highlight Und auch nach 1974 gab es wenige Konsequenzen für die Türkei nach ihrer Invasion Zyperns
    • Ueli der Knecht 02.09.2020 10:59
      Highlight Highlight Im Wiki steht, dass die Türkei diesen Vertrag bereits in den 1950er-Jahren für hinfällig erklärte, nachdem die Briten die Vereinbarungen brachen. Das war notabene vor Erdogans Geburt.

      Es ist richtig, dass die Genozide legitimiert wurden. Das geht allerdings auf die pariser Vorortsverträge zurück. Der Lausanner Vertrag ist Nachfolger/Ergänzung zum Vertrag von Sèvres. Beide legitimieren zB. auch Israels derzeitige Apartheid-Politik (nichts anderes als ein jüdischer Staat wurde anerkannt).

      Stellt sich ebenso die Frage, inwiefern die pariser Vorortsverträge auch den Holocaust legitimierten.
    • Rogan Eizur 02.09.2020 11:20
      Highlight Highlight ...einseitig als hinfällig deklariert.
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  • DruggaMate 02.09.2020 09:36
    Highlight Highlight Man könnte auch einfach zusammen bohren, zusammen fördern und den Gewinn teilen. Experten aus zwei Nationen, mehr Qualität plus KnowHow-Austausch und Stärkung der internationalen Beziehungen. Oder man machts wie im Kindergarten, mit Wut, Tränen und Krieg...
    • Kruk 02.09.2020 10:12
      Highlight Highlight Das wäre vielleicht für beide viel lukrativer, diese Militäraktionen sin ja auch nicht gerade billig.
    • Lafayet johnson 02.09.2020 10:30
      Highlight Highlight Erdogas hat ke luscht uf miteinander. Nicht früher, nicht jetzt und auch später nicht!
    • Statler 02.09.2020 11:59
      Highlight Highlight War mein erster Gedanke bei der Lektüre des Artikels.
      Aber die wollen alle den ganzen Kuchen.

      Kindern im Kindergarten bringt man bei, Dinge zu teilen.
      Das geht dann aber - dank unserer Wettbewerbsorientierten Gesellschaft - relativ schnell wieder verloren und wird zu «The Winner takes all».

      Durch Kooperation käme die Menschheit so viel schneller voran, ohne blutige Kriege und ohne dermassen viel Leid zu verursachen.

      Es ist wahrlich ein Trauerspiel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nicosinho 02.09.2020 09:29
    Highlight Highlight Schmeisst die Türken aus der NATO!
    • Ridcully 02.09.2020 09:53
      Highlight Highlight Das wird die USA nie zulassen.
    • rodolofo 02.09.2020 10:01
      Highlight Highlight Russland und/oder China reiben sich schon die Hände...
    • Oneiroi 02.09.2020 10:02
      Highlight Highlight Ja und weshalb?
    Weitere Antworten anzeigen
  • SeboZh 02.09.2020 09:27
    Highlight Highlight Lasst die Ägais in Ruhe... Die schönsten Inseln und ein Meer zum träumen.
  • AdiB 02.09.2020 09:27
    Highlight Highlight Kurz zusammen gefasst, griechenland snaktiert mit hilfe von ein par anderen europäischen mächten ein seegebiet dass vor gericht eher der türkei zugeschrieben werden würde. Die türkei wehrt sich dagegen und sieht es als eine kriegserklärung an, was verständlich ist.

    So egal wie eure meinung zu erdogan ist, aber wir sollten fair bleiben. Den bei der anaktierung der krim schreien wir auch alle auf es sei illegal.
    • SeboZh 02.09.2020 09:44
      Highlight Highlight Seit wann liegt die Türkei westlich von Griechenland? Nein soe haben Gebiete zur italienischen Seite hin annektiert... Nicht zur türkischen Seite hin
    • BöserOnkel 02.09.2020 10:01
      Highlight Highlight Die Nennung von Erdogan und fair in einem Satz halte ich für sehr gewagt!
      Und der Vergleich zur Krim ist schwachsinnig. Die Krim wurde von der Sowjetunion selber an die Ukraine angegliedert. Der russische Anspruch stellt sich nur daher, weil sie früher dem russischen Kaiserreich angehörte. Nach dieser Logik könnten z.B. die Deutschen oder Oesterreicher einen Anspruch auf einen Teil der Schweiz erheben. Das ist Mumpitz!
      In diesem Fall geht es aber um ein Seegebiet, wo wie an vielen anderen Orten der Anspruch nicht geklärt ist und wo Erdogan wieder mal seinen Grössenwahn zum Ausdruck bringt!
    • Golightly 02.09.2020 10:18
      Highlight Highlight Griechenland annektiert hier gar nichts und hat den Angriff auch nicht begonnen. Seit Mitte der siebziger gibt es regelmässig Provokationen durch türkische Angriffe, die Griechenland bis jetzt immer gut ignorieren konnte. Das ist das erste Mal seit einer langen Zeit, dass Griechenland auf diese Provokationen mit Recht reagiert und eben nicht mehr ignoriert. Naja, der Anspruch ist eigentlich durch den Lausanner Vertrag geregelt... Aber Erdogan passt das so eben nicht und widersetzt sich (wie so oft) vielen Gesetzen, wie erst im Juli mit der Hagia Sophia...
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  • Eyeore 02.09.2020 09:26
    Highlight Highlight Wie wäre es, wenn wir alle Staaten auflösen und weltweit das System kippen. Ist ja wie in einem Sandkasten wo die Kinder um die Spielsachen streiten.
    • MeinAluhutBrennt 02.09.2020 09:42
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Hans Jürg 02.09.2020 09:45
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    • Hans Jürg 02.09.2020 09:53
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  • Smeyers 02.09.2020 09:24
    Highlight Highlight Ich sehe das Schlusswort anderst. Erdogan weiss, dass er vor der EU keine grosse Angst haben muss und bereit ist die Flüchtlinge Richtung EU ziehen zu lassen. Ausserdem kämpft er bereits in Syrien. Die Griechen können bei einer kriegerischen Handlung nicht auf die EU setzen. Erdogan ist bereit auch den Säbel zu ziehen, obwohl er finanziell angeschlagen ist.
    • SeboZh 02.09.2020 09:50
      Highlight Highlight Wenn die Griechen tatsächlich einen Natopartner angreifen, dann geht es ja nicht mehr nur um die EU... Auch die Usa hat da wieder ihre Interessen und wird evtl eingreifen. Je nach dem was bei den Wahlen passiert
    • Varanasi 02.09.2020 11:29
      Highlight Highlight Heiko Maas:

      "Dazu müssten aber zunächst alle destruktiven Aktionen beendet und Provokationen unterlassen werden. Zugleich versicherte er Griechenland die "volle Solidarität Deutschlands und der gesamten EU".

      https://www.tagesschau.de/ausland/streit-tuerkei-griechenland-103.html
    • Phüdlibürger 02.09.2020 13:12
      Highlight Highlight SeboZH: Die Griechen werden seit langem ständig provoziert, aber sie kämen mit Sicherheit niemals auf die Idee, den Türken anzugreifen - auch wenn sich das dieser noch so sehr wünscht.
  • Glenn Quagmire 02.09.2020 09:21
    Highlight Highlight "Märtyrer" hinterlassen Halbweisen, Wittwen und trauernde Angehörige.... Kriegstote sind das Unnötigste was es gibt.
  • Erklärbart. 02.09.2020 09:15
    Highlight Highlight "Schlussendlich geht es bei der aktuellen Eskalation um Erdgas und wer das Recht hat, danach zu bohren und es zu fördern."

    Der Beitrag und der Konflikt zusammengefasst: Es geht schlicht und einfach um Geld.

    Und offenbar sind alle bereit dafür einen Krieg zu führen. Menschen können echt bescheuert sein. 🤦🏻‍♂️
    • Spüdlifalt 02.09.2020 10:26
      Highlight Highlight Und wir setzen weiterhin auf Öl, statt entschlossen auf mehr erneuerbare Energien zu setzen… Wer abhängig vom Öl ist, ist abhängig von solchen Ländern und deren machtgeilen Führungsmachos
    • HerrZelig 02.09.2020 10:28
      Highlight Highlight Das klingt nett und sympathisch, Du bist ein guter Mensch.

      Da wir aber alle nicht im Schlaraffenland leben, ist die Welt wohl doch etwas komplizierter. Die griechische und türkische Wirtschaft liegen jeweils ziemlich am Boden.

      Wieso soll ein Land dann auf seine Rohstoff-Ansprüche verzichten oder sich diese sogar durch militärische Drohungen wegnehmen lassen? Wenn es Konflikte gibt, ist das gerichtlich zu entscheiden.

      Das Vorgehen der Türken ist zum jetzigen rechtlichen Stand schlicht illegal und ein unverschämte Provokation, die abgewehrt werden muss.
    • Töfflifahrer 02.09.2020 12:17
      Highlight Highlight Ich denke es geht Erdogan eher um die innenpolitischen Probleme. Davon kann er nun gut ablenken.
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Interview

Jean Ziegler zu Moria: «Im ersten Moment dachte ich: Endlich wird dieses Lager liquidiert»

Jean Ziegler kennt die Leiden der Ärmsten auf dieser Welt. Sein Besuch auf der griechischen Insel Lesbos hat den 86-Jährigen dennoch zutiefst erschüttert. Ein Gespräch über die europäische Migrationspolitik und die Rolle der Schweiz.

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